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Ich bin iM EINsatz: „Der Mann, der die Marine erfand.“

In See, 22.06.2016.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Kapitänleutnant Georg B. fährt seit 33 Jahren zur See
Kapitänleutnant Georg B. fährt seit 33 Jahren zur See (Quelle: Bundeswehr/Janine Pirrwitz)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Georg B. und ich bin 54 Jahre alt. Seit Dezember 2013 bin ich Schiffseinsatzoffizier auf dem Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“. Eingetreten in die Marine bin ich als Matrose im Jahre 1979. An Auslandseinsätzen habe ich schon oft teilgenommen. Das bleibt bei 33 Jahren Seefahrt einfach nicht aus. Dies ist jedoch vermutlich mein letzter Einsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Das Lagebild rund um das Schiff wird von ihm und seinem Team ständig aktuell gehalten
Das Lagebild rund um das Schiff wird von ihm und seinem Team ständig aktuell gehalten (Quelle: Bundeswehr/Janine Pirrwitz)Größere Abbildung anzeigen

Als Hauptabschnittsleiter 600 führe ich im Einsatz etwa 35 Frauen und Männer aus den Bereichen Operationsdienst, Fernmelde- und Signalbetrieb. Ich bin aber auch für das eingeschiffte Personal für den jeweiligen Einsatz verantwortlich, wie beispielsweise die Sprachmittler oder andere Spezialisten. Alle diese Soldaten arbeiten für ein Ziel: Das Lagebild und die Kommunikation kontinuierlich aufrecht zu erhalten. Dies ist eine elementare Voraussetzung für den Kommandanten, um „sein“ Schiff im Einsatz führen zu können. Die Koordination des Personals, der Arbeitsabläufe und besonders der Meinungsaustausch und die Zusammenarbeit mit jungen Menschen aus verschiedenen Fachbereichen, machen mir dabei besonders viel Freude.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Der Einsatz bei „Sophia“ auf dem EGV „Frankfurt am Main“ wird wohl die letzte längere Seereise von Georg B. sein
Der Einsatz bei „Sophia“ auf dem EGV „Frankfurt am Main“ wird wohl die letzte längere Seereise von Georg B. sein (Quelle: Bundeswehr/Archiv )Größere Abbildung anzeigen

Jeder Einsatz ist anders. Der Einsatz bei EUNAVFOR MED in der Operation „Sophia“ hebt sich von anderen jedoch deutlich ab. Neben dem Hauptauftrag, der Bekämpfung der Schleuserkriminalität vor der Küste Libyens, gilt es, eine humanitäre Mission zu erfüllen – die Rettung von Menschen, die in Seenot geraten sind. Das ist schon etwas Besonderes und kann Emotionen hervorrufen. Deshalb finde ich es besonders gut, bei meiner letzten längeren Seereise an diesem Einsatz teilnehmen, und den Menschen in Not helfen zu können.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ich vermisse nichts. Würde ich das tun, wäre ich nicht so lange zur See gefahren. Meine Familie und ich haben es im Laufe der Jahre gelernt, mit der Trennung durch die Seefahrt umzugehen. Eine Freizeitplanung für die Zeit nach der Beendigung des Einsatzes ist hierbei natürlich unabdingbar. Okay, ich habe etwas geflunkert. Natürlich fehlt die Familie. Wäre ja auch schlimm, wenn nicht. Meine Lieblingssportart ist das Fahrradwandern. Geht auf See natürlich auch schlecht. Ich freue mich auf die Zeit nach meiner Rückkehr, dann kann ich wieder mit meiner Familie den Sommer genießen und viel Rad fahren.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche mir, dass alle nachfolgenden Schiffe in diesem Einsatz so erfolgreich arbeiten können, wie wir es bisher taten und dass keine Personen verletzt oder gar getötet werden. Nach dem Einsatz werde ich erst mal mit der Familie Urlaub machen.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Georg B.


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