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Ich bin iM EINsatz: Der Leiter des Besucherdienstes

Koulikoro, 20.09.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Hauptmann Michael S. ist der Leiter des Besucherdienstes in Mali
Hauptmann Michael S. ist der Leiter des Besucherdienstes in Mali (Quelle: Bundeswehr/PAO EUTM Mali)Größere Abbildung anzeigen

Hallo, mein Name ist Michael S. Ich bin 52 Jahre jung, geschieden und Offizier des militärischen Fachdienstes im 32. Dienstjahr. Stationiert bin ich am Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe in Faßberg. Angefangen habe ich am 01.04.1986 in Budel/NL. Dies ist mein vierter Einsatz. Im letzten Jahr war ich knapp sieben Monate im Sudan eingesetzt. Davor war ich zweimal in Afghanistan: 2012 bei ISAF und 2015 bei Resolute Support, beides mal in Mazar-e Sharif.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Mit seinen Kamerraden bespricht Michael S. den Tag
Mit seinen Kamerraden bespricht Michael S. den Tag (Quelle: Bundeswehr/PAO EUTM Mali)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin der Leiter der Zelle Besucherdienst für die Einsätze in Mali und fachlich direkt dem Einsatzführungskommando in Potsdam unterstellt. Als Angehöriger der europäischen Trainingsmission für Mali bin ich im Koulikoro Training Center (KTC) untergebracht. Mein Team besteht aus fünf Soldaten. Mit ihnen plane ich alle Besuche aus Deutschland in Mali, führe diese durch und bereite sie nach. Dazu gehören die Programmerstellung, die Absprachen mit dem Hauptquartier in Bamako, den deutschen Einsatzkontingenten MINUSMA in Gao und EUTM in Koulikoro sowie dem Lufttransportstützpunkt in Niamey.

Neben der Arbeit im Büro ist Michael S. auch bei der Planung der Fahrtstrecken gefragt
Neben der Arbeit im Büro ist Michael S. auch bei der Planung der Fahrtstrecken gefragt (Quelle: Bundeswehr/PAO EUTM Mali)Größere Abbildung anzeigen

Ein Teil der Arbeit ist reine Bürotätigkeit zur Planung und Durchführung der Besuche. Am meisten Freude bringt mir dabei die Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft und dem Militärattaché. Hier gewinne ich wertvolle Einblicke in die Arbeit der Anderen und den gewaltigen Aufwand, den diese Besuche für alle Beteiligten bedeuten. Gerade der diplomatische Part war komplett neu für mich. Die Gespräche mit hochrangigen deutschen Vertretern wie dem Botschafter, den Kontingentführern und der Bundesministerin der Verteidigung sind immer etwas Besonderes für mich. Auch die Kontakte zu den malischen Streitkräften sowie den Vertretern der Deutschen Einsatzkontingente und anderen Organisationen in Mali sind wertvolle Erfahrungen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ich bin seit vielen Jahren im Deutschen Bundeswehrverband aktiv und auch im Personalrat tätig. Mir ist der persönliche Kontakt zu den Soldaten wichtig. An den Erfahrungen und Entbehrungen meiner Kameraden im Auslandseinsatz teilzuhaben, erleichtert jedes Gespräch mit ihnen. Wer schon im Einsatz war, sammelt Erfahrungen. Man teilt diese und lernt viel Neues.

Letzte Absprachen werden mit den örtlichen Behörden getroffen
Letzte Absprachen werden mit den örtlichen Behörden getroffen (Quelle: Bundeswehr/PAO EUTM Mali)Größere Abbildung anzeigen

Als Leiter Zelle Besucherdienst bin ich stolz auf das, was meine Kameraden unter widrigen Bedingungen hier die letzten vier Monate geleistet haben. Alle Besuche wurden zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten durchgeführt. Zudem ist niemand zu Schaden gekommen. Jeder hat viele neue Eindrücke in Afrika gesammelt. Ich werde zudem ein sehr positives Bild von den Menschen hier in Mali mit nach Hause nehmen. Als deutscher Soldat wird man hier in Mali extrem positiv wahrgenommen und sehr häufig sogar in Deutsch begrüßt.

Das vermisse ich hier am meisten.

Natürlich vermisse ich am meisten meine Familie und Freunde. Außerdem fehlt mir das Motorradfahren. Zuhause habe ich eine BMW R1200GS. Ich freue mich darauf, bald wieder ins Kino gehen zu können, draußen zu grillen und mal ein alkoholfreies Weizen zu genießen. Das gibt es leider in Koulikoro nicht.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich übergebe gerade meine Amtsgeschäfte an meinen Nachfolger. Ich wünsche ihm einen guten Start in den Einsatz und ihm und allen Kameraden in Mali eine wohlbehaltene Rückkehr zu ihren Lieben daheim. Ich werde nach meiner Rückkehr erstmal Urlaub machen und mich langsam wieder daheim einfinden.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Michael S.


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