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Ich bin iM EINsatz: Als Militärpolizistin auf der Incirlik Air Base

Incirlik, 07.02.2017.


Von Mali bis zum Kosovo, im Mittelmeer, über Syrien, im Irak und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Hauptmann Juliane W. ist als Feldjägeroffizier bei der Luftwaffe in Incirlik
Hauptmann Juliane W. ist als Feldjägeroffizier bei der Luftwaffe in Incirlik (Quelle: Bundeswehr/Stephan Jeglinski)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Hauptmann Juliane W., ich bin 31 Jahre alt und komme aus einem kleinen Dorf mit etwa 230 Einwohnern im südlichen Thüringen. Seit 2004 bin ich bei der Bundeswehr. Nach 2012, wo ich in Afghanistan war, ist dies mein zweiter Einsatz. Seit Januar wohne ich in Leipzig und bin dort Kompaniechef der 9./Feldjägerregiment 1.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Im 4. Deutschen Einsatzkontingent „Counter Daesh“ führe ich die Feldjägerkräfte. Zusammen mit diesen drei Feldwebeln nehme ich alle militärpolizeilichen Aufgaben zur Unterstützung des Kontingents rund um die Uhr wahr.

Die 31-Jährige ist in Incirlik zum zweiten Mal im Einsatz
Die 31-Jährige ist in Incirlik zum zweiten Mal im Einsatz (Quelle: Bundeswehr/Stephan Jeglinski)Größere Abbildung anzeigen

Dazu gehören die Beratung des Kontingentführers, die Unterstützung der Vorgesetzten im Rahmen des militärischen Ordnungsdienstes, Aufgaben des militärischen Verkehrsdienstes sowie Erhebungen und Ermittlungen. Im Rahmen der Fluggastabfertigung überwachen wir die Einhaltung der einschlägigen Luftsicherheitsbestimmungen.
Zusätzlich tragen wir zur Planung von möglichen Evakuierungen im Notfall bei. Außerdem sind wir bei Besuchen hochrangiger Persönlichkeiten für deren Sicherheit verantwortlich.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Der Kontingentführer, Oberst Marco Meyer, wird regelmäßig über alle wichtigen Dinge unterrichtet
Der Kontingentführer, Oberst Marco Meyer, wird regelmäßig über alle wichtigen Dinge unterrichtet (Quelle: Bundeswehr/Stephan Jeglinski)Größere Abbildung anzeigen

Bisher habe ich fast immer mit Soldaten zusammengearbeitet, die eine Heeresuniform trugen. Daher ist es für mich eine besondere Erfahrung, einen fast ausschließlich mit Luftwaffensoldaten besetzten Einsatz zu begleiten. Das verschafft mir und meinen Feldjägerkameraden einen interessanten Blick über den berühmten Tellerrand hinaus.
Durch unsere besondere Dienststellung sind wir – die Kontingentführung ausgenommen – allen Soldaten in unserem besonderen Aufgabenbereich vorgesetzt. Das ist für uns natürlich immer ein Spagat. Zum einen müssen wir in einem vergleichbar kleinen Kontingent unseren Beitrag zur militärischen Sicherheit und Ordnung leisten, zum anderen sind wir aber auch fest in die Gemeinschaft eingebunden. Alle Angehörigen des Kontingents verhalten sich hier in der Türkei vorbildlich und respektvoll gegenüber den Soldaten und Mitarbeitern anderer Nationen. Das erleichtert uns unsere Aufgaben erheblich.

Juliane W. im Gespräch mit einem US-Soldaten. Die Zusammenarbeit zwischen  amerikanischen und deutschen Militärpolizisten auf der Air Base verläuft eng und kooperativ
Juliane W. im Gespräch mit einem US-Soldaten. Die Zusammenarbeit zwischen amerikanischen und deutschen Militärpolizisten auf der Air Base verläuft eng und kooperativ (Quelle: Bundeswehr/Stephan Jeglinski)Größere Abbildung anzeigen

Ein besonderes Erlebnis war zum Beispiel die Silvesternacht. Amerikanische und deutsche Soldaten feierten zusammen den Jahreswechsel und wir haben gemeinsam mit den amerikanischen Sicherheitskräften den gebotenen respektvollen Umgang untereinander im Gastgeberland sichergestellt. Einem friedlichen Verlauf der Silvesterfeier stand somit nichts entgegen.
Am besten gefällt mir hier die Zusammenarbeit im internationalen Rahmen mit unseren türkischen und amerikanischen Partnern. Außerdem schätze ich die gute Kameradschaft in diesem vierten Einsatzkontingent.

Das vermisse ich hier am meisten.

Gerade in dieser hier oft verregneten Jahreszeit vermisse ich den Winter in Deutschland. Ich hoffe, dass nach meiner Rückkehr im Februar noch genug Schnee im Thüringer Wald übrig ist, um eine Runde auf meinen Langlaufskiern drehen zu können. Obwohl ich es gewohnt bin, meine Familie und Freunde über längere Zeit nicht zu sehen, habe ich sie natürlich gerade zur Weihnachtszeit sehr vermisst.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Direkt nach meiner Rückkehr werde ich wieder meinen Dienst in Leipzig antreten. Dennoch plane ich derzeit einen einwöchigen Skiurlaub in Südtirol. Außerdem freue ich mich natürlich auf all meine Freunde, meine Familie und unseren Familienhund „Lemmy“.
Grüßen möchte ich speziell die Kameraden des Feldjägerregiments 1, und insbesondere meine 9. Kompanie. Ich wünsche all denen, die ebenfalls gerade im Auslandseinsatz sind, eine gesunde Heimkehr. Das schließt natürlich alle Angehörigen des 4. Deutschen Einsatzkontingents „Counter Daesh“ hier in Incirlik mit ein.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Juliane W.


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