Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelle Einsätze > Ich bin iM EINsatz: „Ohne Strom geht nichts!“

Ich bin iM EINsatz: „Ohne Strom geht nichts!“

Fregatte Hessen, 20.03.2014.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In dreizehn Einsatzgebieten leisten deutsche Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Obermaat Denny H. sorgt für Strom
Obermaat Denny H. sorgt für Strom (Quelle: Bundeswehr/PAO Atalanta)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Obermaat Denny H. und fahre auf der Fregatte „Hessen“ zur See. Ich bin seit Dezember 2006 bei der Bundeswehr und fahre nun bei Atalanta meinen zweiten Einsatz. Zuvor war ich bereits bei der Operation „Active Endeavour“ (OAE), einer militärischen Operation im Mittelmeerraum, unterwegs.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Meine Aufgaben als „EliTe-Maat“ (im Bereich Elektrik) sind breit gefächert. Unter anderem bin ich mit meinen Kameraden dafür zuständig, dass das Schiff zu jeder Tages- und Nachtzeit mit Strom versorgt wird. Dies ist die wichtigste Aufgabe, denn ohne Strom geht nun mal nichts. Zusätzlich kümmere ich mich um die Klimatisierung sowie um die Kühlung des Schiffes.

Das Speedboot wird zu Wasser gelassen
Das Speedboot wird zu Wasser gelassen (Quelle: Bundeswehr/PAO Atalanta)Größere Abbildung anzeigen

Durch einen Zusatzlehrgang darf ich auch unsere beiden Speedboote zu Wasser lassen, was in diesem Einsatz fast täglich passiert. Mein Team besteht aus einem Offizier, drei Unteroffiziere im Dienstgrad Bootsmann bis Stabsbootsmann und insgesamt zehn Unteroffizieren und Mannschaften.

Freude bringt es mir, wenn ich zum Beispiel einem Kameraden helfen konnte, ein Klimaproblem in seinem Wohnbereich zu beheben. Die Aussage, dass er wieder gut geschlafen hat und es nicht zu kalt oder zu warm war, ist der beste Dank den ich bekommen kann.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Das Ziel meines Teams an Bord ist es, immer weniger Schäden oder Störungen zu haben, als die anderen Teams der Schiffstechnik. Erfolge gibt es oft und wenn sie noch so klein sind.

Bei der Motorinstandsetzung auf dem jemenitischen Fischerboot
Bei der Motorinstandsetzung auf dem jemenitischen Fischerboot (Quelle: Bundeswehr/PAO Atalanta)Größere Abbildung anzeigen

Ein besonderes Erlebnis hatte ich im Januar. Zusammen mit einem Kameraden konnte ich ein in Seenot geratenes jemenitisches Fischerboot wieder flott machen. Die Besatzung hat sich unheimlich über ihre „Rettung“ gefreut und war sehr dankbar.
Stolz macht es mich, dass es in meinem Team nie zu irgendwelchen Anfeindungen kommt, auch wenn es mal stressiger wird. Das Verhalten ist sehr professionell und wir stärken uns gegenseitig den Rücken. Das ist etwas, was ich in anderen Bereichen des Lebens nicht so deutlich wahrnehme.

Grundsätzlich kann man sagen, dass der Hauptabschnitt 200 (die Zahl steht für Schiffstechnik) immer etwas zu tun hat. Es wird nie langweilig. Manchmal hat das auch seine Schattenseiten. So haben andere manchmal schon längst frei, während wir noch Instandsetzungen durchführen, tanken, Material pflegen oder ähnliches.

Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten vermisse ich meine Verlobte Jenny, die seit einigen Tagen selbst mit einer Fregatte unterwegs ist. Erst im Mai werden wir uns für ein paar Tage wieder sehen. Außerdem vermisse ich meine kleine Tochter Aurora Elea, die mich ungeheuer stolz macht und meine Familie in Sachsen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Grundsätzlich arbeite ich daran, den Kontakt zu meiner kleinen Tochter besser zu gestalten und nach dem Einsatz mehr Zeit für sie zu haben. Meine beruflichen Pläne sehen so aus, dass ich mich weiter qualifizieren möchte, um eine neue Dienststelle zu finden. Dann habe ich auch hoffentlich ausreichend Zeit für die Vorbereitung auf mein Berufsleben außerhalb der Bundeswehr.

Grüße gehen an meine große Liebe Jenny auf der Fregatte „Hamburg“, an meine Eltern sowie nach Wilhelmshaven an meinen Kumpel Marco und seine kleine Familie.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 08.01.18 | Autor: Denny H.


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.aktuelle_einsaetze&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB174000000001%7C9HDGA6829DIBR