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Ich bin iM EINsatz: Betreuung am laufenden Band

Prizren, 27.11.2014.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten deutsche Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Das Sportangebot gehört auch zur Betreuung
Das Sportangebot gehört auch zur Betreuung (Quelle: Bundeswehr/PAO Deu Einsktgt KFOR)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Hauptfeldwebel Susann M., 34 Jahre alt und bin in Deutschland als Personalfeldwebel in der 2. Kompanie des Versorgungsbataillons 131 in Bad Salzungen eingesetzt. Meinen Dienst trat ich im Oktober 2007 als Stabsunteroffizier im Panzergrenadierbataillon 391 an, wo ich zunächst die Grundausbildung absolvierte. Im Dezember 2007 wurde ich in das Panzerbataillon 393 versetzt, wo ich erstmal als Personalunteroffizier arbeitete. Dies ist mein zweiter Auslandseinsatz. Ich war bereits im 33. Deutschen Einsatzkontingent KFOR von September 2012 bis Januar 2013 als Personalfeldwebel im Kosovo-Einsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Susann M. führt das Betreuungsbüro im Feldlager Prizren. Hier können sich die Soldaten Bücher, Filme und Spiele ausleihen.
Susann M. führt das Betreuungsbüro im Feldlager Prizren. Hier können sich die Soldaten Bücher, Filme und Spiele ausleihen. (Quelle: Bundeswehr/PAO Deu Einsktgt KFOR)Größere Abbildung anzeigen

Im 39. Deutschen Einsatzkontingent KFOR arbeite ich nun als Betreuungsfeldwebel. Ich bin zuständig für das Betreuungsbüro, in dem man sich rund 1000 DVDs und Bücher sowie verschiedene Spiele ausleihen kann. Weiterhin organisiere ich Betreuungsfahrten für die deutschen Soldaten, beispielsweise eine Bergtour auf die „Zitadelle“, eine Berghütte.

Darüber hinaus bin ich mitverantwortlich für die Organisation von Fußballturnieren, Kickerturnieren, Tischtennisturnieren oder auch Kontingentfesten. Zu meinem Team gehören ein Stabsdienstsoldat/Betreuungssoldat und ein Übersetzer. Auch die Betreuungseinrichtungen, wie die „Millenium-Bar“ und die „SanShine-Bar“, gehören zu meinem Aufgabenbereich. Auch die Sauna im Feldlager Prizren und die verschiedenen Sportstätten fallen in meinen Verantwortungsbereich.

In den Sportzelten führt sie  regelmäßig Dienstaufsicht bei den Sportwarten durch.
In den Sportzelten führt sie regelmäßig Dienstaufsicht bei den Sportwarten durch. (Quelle: Bundeswehr/PAO Deu Einsktgt KFOR)Größere Abbildung anzeigen

Was die Sportstätten hier im Feldlager anbelangt, geht es insbesondere um die Erstellung und Koordination des Sporthallenbelegungsplans sowie Kontrollen in den Fitnesszelten.

Der Dienstposten als Betreuungsfeldwebel füllt mich voll und ganz aus. Mir macht das Planen und Organisieren von Veranstaltungen viel Spaß. Insbesondere in Hinblick auf die bevorstehende Weihnachtszeit freue ich mich auf die Gestaltung und Ausrichtung des traditionellen Weihnachtsmarktes im Feldlager Prizren und im Camp Novo Selo.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ich bin nicht nur für die deutschen, sondern auch für die österreichischen und schweizerischen Kameraden im Feldlager Prizren da. Es liegt mir einfach, Betreuungsfahrten zu planen und auszurichten, auf denen die Soldaten hier im Einsatz etwas Ablenkung finden und etwas vom Land und seiner Geschichte und Kultur erfahren können.

Viel unterwegs für die Soldaten
Viel unterwegs für die Soldaten (Quelle: Bundeswehr/PAO Deu Einsktgt KFOR)Größere Abbildung anzeigen

Meine persönliche Motivation besteht dabei darin, den Kameraden eine Freude zu bereiten. Das trifft ganz besonders auch die kommende Vorweihnachtszeit. Der geplante Weihnachtsmarkt und die Waffelback-Aktion für unsere Kameraden der deutschen Einsatzkompanie, die sich momentan im ziemlich einfach eingerichteten Camp Cabra befinden, werden hoffentlich ein Erfolg.

Kleine Rückschläge gibt es immer. Seien es Soldaten, die leider nicht so kameradschaftlich sind oder nicht „über den Tellerrand hinausschauen“ wollen oder können. Doch das treibt mich umso mehr an.

Besonders motiviert mich auch die Zusammenarbeit mit unseren zivilen, lokalen Mitarbeitern, wie zum Beispiel meinem Dolmetscher. Die meisten von ihnen sind unglaublich freundlich und würden „ihr letztes Hemd“ geben, wenn sie damit helfen könnten. Sie machen einfach eine tolle Arbeit. Neben den Menschen finde ich auch die Landschaft im Kosovo sehr beeindruckend.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ich vermisse meine Familie, meinen Hund und meine Freunde. Das hält sich zwar bisher noch in Grenzen, da ich bereits vor zwei Jahren zur Weihnachtszeit im Kosovo war, das Gefühl also schon kenne und wusste, was mich erwartet. Auch vermisse ich meine eigenen „vier Wände“, in denen man sich einfach mal zurückziehen kann. Einfach mal eine Jeans, einen normalen Pullover oder auch ein paar schöne Ohrringe zu tragen – ganz abgesehen von zur Abwechslung mal ein paar schicke Schuhe anziehen zu können - das vermisse ich doch etwas.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Für die restliche Zeit wünsche ich mir weiterhin mit Motivation durchzuhalten - gerade über die Weihnachtszeit – und den Soldaten des 39. Deutschen Einsatzkontingents sowie den Kameraden der anderen Nationen, kleine Freuden mit unseren Aktionen zu bereiten. Ich hoffe auch eventuell Freundschaften zu schließen, die über den Auslandseinsatz hinaus bestehen und weiterhin Kontakt zu den kosovarischen Übersetzern zu halten. Schön wäre es, wenn ich am Ende das Gefühl hätte, gerne wieder hierher zu kommen. Ein Wunsch wäre auch, dass es den Menschen im Kosovo irgendwann noch besser geht, sie ein funktionierendes Sozial- und Krankensystem haben und diejenigen, die derzeit im Ausland wohnen und arbeiten, irgendwann in ihr Land zurückkehren.

Ich hoffe, dass ich wieder gut zu Hause ankomme und ich mich schnell wieder in meinem Privatleben und meinem Umfeld zurechtfinde. Schön wäre auch, wenn mich meine Kameraden in der Heimat wieder gut aufnehmen. Mein größter Wunsch ist es, Berufssoldatin zu werden. Aber da es dafür keine Garantie gibt, plane ich, mich nach meinem Einsatz intensiver mit meiner beruflichen Wiedereingliederung nach der Dienstzeit zu beschäftigen.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Susann M.


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