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Ich bin iM EINsatz: „Im elften Einsatz – einmal noch nach Afrika“

Djibouti, 01.12.2015.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Kapitänleutnant Manfred H. ist bereits zum elften Mal im Einsatz
Kapitänleutnant Manfred H. ist bereits zum elften Mal im Einsatz (Quelle: Bundeswehr/PAO Atalanta)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Manfred H., ich bin Kapitänleutnant und seit 1979 Soldat. Meine Dienstzeit als Berufssoldat endet mit Ablauf dieses Jahres. Für mich ist es eine schöne Herausforderung, meinen Dienst nach 37 Jahren in Afrika zu beenden. Diesem elften und letzten Einsatz gingen bereits fünf bei UNIFIL im Libanon und fünf hier am Horn von Afrika voraus.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Im sogenannten „Port Meeting“ wird um Anlegeplätze und Hafenleistungen „gefeilscht“
Im sogenannten „Port Meeting“ wird um Anlegeplätze und Hafenleistungen „gefeilscht“ (Quelle: Bundeswehr/PAO Atalanta)Größere Abbildung anzeigen

In Djibouti arbeite ich in der Deutschen Verbindungs- und Unterstützungsgruppe mit acht Soldaten zusammen, um gemeinsam alle logistischen Herausforderungen dieses Einsatzes zu stemmen. Wir planen zum Beispiel für die Korvette „Erfurt“ die Hafenbetriebsleistungen. Das Schiff braucht eine sichere Pier zum Anlegen und dann Leistungen wie Frischwasser, Lebensmittel, Kraftstoff. Vielleicht müssen auch noch Ersatzteile an Bord gebracht werden oder die Besatzung braucht technische Unterstützung. Damit alles zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, arbeite ich hier mit den verschiedensten Soldaten und zivilen Ansprechpartnern zusammen. Jeden Montag werden beim sogenannten „Port Meeting“ alle Liegeplätze und Hafenleistungen in einem internationalen Gremium abgestimmt. Wir müssen dafür sorgen, dass die Schiffe, die hier am Horn von Afrika im Einsatz sind, einen „zweiten Heimathafen“ haben.

Mit Jerome, dem Schiffsagenten, verbindet Manfred H. schon fast eine Freundschaft
Mit Jerome, dem Schiffsagenten, verbindet Manfred H. schon fast eine Freundschaft (Quelle: Bundeswehr/PAO Atalanta)Größere Abbildung anzeigen

Mit dem Schiffsagenten Jerome verbindet mich fast schon eine freundschaftliche Beziehung. Der Luftumschlag ist auch immer wieder interessant. Wenn ein Transportflugzeug hier landet und Nachschub für uns bringt oder altes Gerät abholt – das ist schon beeindruckend. Mitte Dezember wird auf diesem Wege zum Beispiel unsere alte Wasseraufbereitungsanlage nach Deutschland zurückgeführt.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Hier in Afrika läuft einiges anders als zu Hause, alles muss mehrfach abgestimmt werden – Tage und Zeiten werden auch mal „vergessen“. Für einen deutschen Logistiker ist das ein Graus – oder eine logistische Herausforderung. Die Amtssprache Französisch macht die Sache nicht leichter, wir haben es ja zudem mit vielen Fachausdrücken zu tun. Zum Glück gibt es einen lokalen Mitarbeiter sowie unseren Übersetzer. Mit ihnen kann ich selbständig agieren. Ein schönes Erlebnis war die erfolgreiche Beschaffung von großen Notstromaggregaten für die Systemunterstützungsgruppe der Korvette K 130, die innerhalb kurzer Zeit aus Appeldoorn in den Niederlanden hier eintrafen.

Das vermisse ich hier am meisten.

Natürlich vermisse ich meine Familie – doch bald geht es ja nach Hause. Das Essen hier ist zwar gut, aber trotzdem vermisse ich Currywust und Pommes oder mal einen Schweinebraten mit Rotkohl.
Ganz besonders vermisse ich meinen Hund, einen altdeutschen, pechschwarzen Schäferhund – auf den freue ich mich schon so richtig. Mit ihm möchte ich nach meiner Rückkehr die Prüfung zum Schutzhund ablegen. Ein großer Dank geht an meine Frau, die sich um ihn kümmert, damit er mich nicht so vermisst.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ende Dezember werde ich in Kiel die letzten Hürden auf dem Weg zur Pensionierung nehmen. Dann beginnt ein neuer Lebensabschnitt – auf den freue ich mich sehr. Ich freue mich, endlich Zeit für mein Hobby zu finden und mehr Zeit mit meiner Frau zu haben.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Manfred H.


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