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Ich bin iM EINsatz: „Kopfüber in der Abwasseranlage“

In See, 13.04.2016.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Die Feuerlöschpumpe läuft wieder – auch dank Hauptgefreiter Ole R.
Die Feuerlöschpumpe läuft wieder – auch dank Hauptgefreiter Ole R. (Quelle: Bundeswehr/Daniel Timme)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Hauptgefreiter Ole R. und ich bin im Januar 2015 in die Bundeswehr mit dem Ziel eingetreten, als Techniker in der Deutschen Marine zu arbeiten. Zu meinen Aufgaben gehört es, dafür zu sorgen, dass die technischen Anlagen an Bord unserer Korvette reibungslos funktionieren. . Dazu gehören zum Beispiel die Abwasseranlagen und auch die Frischwasseraufbereitungsanlage. Die Teilnahmen an der Operation „Atalanta“ am Horn von Afrika und nun bei UNIFIL sind meine ersten Einsätze.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Damit alles frisch bleibt  – die Kühlanlage für die Lebensmittellagerräume wird regelmäßig überprüft
Damit alles frisch bleibt – die Kühlanlage für die Lebensmittellagerräume wird regelmäßig überprüft (Quelle: Bundeswehr/Daniel Timme)Größere Abbildung anzeigen

Wir fahren hier im Dreier-Wachstropp, das heißt, dass die Technik rund um die Uhr besetzt ist – mit drei Unteroffizieren und Mannschaften sowie einem Portepeeunteroffizier als Wachleiter. Ich bin oft für die unangenehmen Arbeiten zuständig. Dann „darf“ ich zum Beispiel kopfüber in der Abwasseranlage hängen, wenn diese nicht mitspielt. Bisher haben meine Kameraden und ich das aber immer wieder hinbekommen.

Im Einsatz müssen wir mit dem klarkommen, was wir haben. Aus diesem Grund gilt hier eine besondere Liebe zum Detail, denn verschlissene Teile können nicht im Handumdrehen nachbestellt werden. Daraus resultiert eine größere Verantwortung für „meine“ Anlagen, die mich mit einem gewissen Stolz erfüllt. Doch nicht nur im Umgang mit technischen Anlagen trage ich Verantwortung – die Schiffssicherung ist ebenfalls ein großer Teilbereich meiner Aufgaben an Bord. Das umfasst all das, was mit Feuerlöschanlagen und -mitteln zu tun hat. Es macht mir Spaß, im Maschinenraum zu arbeiten, denn dort hat man seine Ruhe.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Auch bei großen Motoren muss der Ölstand stimmen
Auch bei großen Motoren muss der Ölstand stimmen (Quelle: Bundeswehr/Daniel Timme)Größere Abbildung anzeigen

Die vorherrschenden hohen Temperaturen erschweren die Arbeiten an den Lüftungsanlagen besonders, denn unsere Anlagen laufen fast auf Volllast. Man kann sich hier keinen Ausfall leisten, denn sonst hat man ganz schnell die Besatzung „auf seiner Seite“.

Das ist auch das Ziel der Schiffbetriebstechnik: Alles am Laufen zu halten, um unserer Besatzung den Einsatz so erträglich wie möglich zu gestalten.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ich vermisse es, mit meinen Leuten einen schönen Abend zu verbringen und dabei die alltäglichen Sachen zu vergessen und es fehlt mir, Zeit mit meiner Familie zu verbringen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Im Ernstfall bedient Hauptgefreiter Ole R. aus dem Maschinenraum heraus die Ruderanlage der Korvette
Im Ernstfall bedient Hauptgefreiter Ole R. aus dem Maschinenraum heraus die Ruderanlage der Korvette (Quelle: Bundeswehr/Daniel Timme)Größere Abbildung anzeigen

Mein Plan hier ist es, meine Fitness weiter zu steigern und meine psychische Widerstandsfähigkeit weiter zu verbessern. Wenn ich wieder zu Hause bin, wird es erstmal eine ordentliche Strandparty geben. Außerdem will ich mir einige Wünsche erfüllen, um an meinem Nebenjob als Musikproduzent zu arbeiten. Das ist sehr kostspielig. Darüber hinaus möchte ich meiner Familie meine Erfahrungen mitteilen und die Zeit zu Hause genießen, denn die ist mehr wert, als man denkt. Ich grüße meine Schwester, meinen Schwager, meinen kleinen Bruder, meinen Vati und zu guter Letzt, meine Mutti.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Ole R.


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