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Tender Main zu Weihnachten in Malta: Von drauß‘ von See, da komm ich her…

Valetta, 27.12.2016.

…ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr! Tannenbaum mit Kerzen, ein heißer Punsch, Vorbeischlendern an Schaufenstern mit Weihnachtsdekoration, der Duft frischer Plätzchen – so oder so ähnlich begehen viele in Deutschland die Weihnachtszeit. Im Einsatz sieht das alles für die Besatzung des Tenders „Main“ etwas anders aus.

Der Weg war beschwerlich…

Die Fahrt nach Valetta war alles andere als besinnlich

Die Fahrt nach Valetta war alles andere als besinnlich (Quelle: Bundeswehr/Alexander F.)Größere Abbildung anzeigen

Der Tender „Main“ befindet sich seit zwei Monaten im Mittelmeer-Einsatz EUNAVFOR MED. Nun ist es Zeit für eine kleine Verschnaufpause für die Besatzung. Aber der Wettergott meinte es nicht gut mit ihnen - schwere See, Windgeschwindigkeiten von bis zu 40 Knoten machten den Weg beschwerlich in den weihnachtlichen Hafen von Valletta auf Malta. Hier liegt die Besatzung ein paar Tage im Hafen. Aber nach zwei Tagen Geschaukel, Seekrankheit und unruhigen Nächten hatte es die Besatzung doch noch kurz vor Heiligabend in den Hafen geschafft.

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Nicht einfach nur ein Hafen

Der Tender „Main“ läuft in Valetta ein

Der Tender „Main“ läuft in Valetta ein (Quelle: Bundeswehr/Janine Pirrwitz )Größere Abbildung anzeigen

Zwei Monate im Einsatz bedeuten, dass die Besatzung enger zusammenwächst, aber auch Entbehrungen tragen muss. Daher ist es nun Zeit für eine längere Hafenphase, so dass sich die Soldatinnen und Soldaten ein wenig erholen und zur Ruhe kommen – ganz im Sinne der Adventszeit.

Hurra Hurra die Post ist da

Hurra Hurra die Post ist da (Quelle: Bundeswehr/Janine Pirrwitz )Größere Abbildung anzeigen

Aber nach dem Motto „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“ beginnt der Hafenaufenthalt in Valletta erst einmal wie jeder andere. Palettenweise Wasser, Proviant, Ausrüstung und Post aus der Heimat müssen übernommen werden. Da müssen alle mit anpacken! Das macht die Besatzung dieses Mal besonders gerne, denn unzählige Weihnachtsgrüße und Päckchen von den Liebsten aus der Heimat sind Teil der Lieferung. Kaum sind die kostbaren Sendungen an Bord, schauen die neugierigen Besatzungsmitglieder immer wieder an der Schiffswachtmeisterei vorbei und wollen am liebsten sofort ihre Briefe und Päckchen empfangen. Ein wenig wie Kinder zu Weihnachten, wenn sie sehnsüchtig auf die schön verpackten Geschenke unter dem Tannenbaum schauen und ihnen die Vorfreude in den Gesichtern geschrieben steht. Es ist zu erahnen, welchen hohen emotionalen Stellenwert die Post aus Deutschland für die Soldaten hat.

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Weihnachtsgrüße von „ganz oben“

Die Vorfreude auf den längeren Hafentaufenthalt und auf Weihnachten liegt in der Luft. Neben den privaten Weihnachtsgrüßen gibt es dieses Jahr auch Weihnachtsgrüße von ganz oben. Jeder Soldat erhielt ein Geschenk vom Deutschen Bundeswehrverband sowie aus dem Bundesministerium der Verteidigung. In der Grußkarte danken die Bundesministerin der Verteidigung und der Generalinspekteur der Bundeswehr den Soldaten im Einsatz: „Vor allem in diesen Tagen denken wir mit Anerkennung und Dankbarkeit an Sie, die Sie in den Einsatzgebieten unserer Bundeswehr dienen – ein wichtiger Dienst für den Frieden und die Freiheit unseres Landes, für die Menschen in unseren Einsatzgebieten, für deren Sicherheit Sie kämpfen, die Sie vor Willkür und Gewalt schützen, die Sie aus Not und Gefahr retten.“

Eine kleine Geste mit großer Wirkung – ganz im Sinne der weihnachtlichen Tradition. „Es ist schön zu wissen, dass wir nicht vergessen sind. Vor allem, wenn nicht nur unsere Angehörigen an uns denken, sondern auch andere Menschen in Deutschland“, sagt Hauptgefreiter Meverick W.

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Zur Bescherung gab es noch einen neuen Kontingentführer

Fregattenkapitän Schultze (li) übergibt das Kommando an Fregattenkapitän Maaß

Fregattenkapitän Schultze (li) übergibt das Kommando an Fregattenkapitän Maaß (Quelle: Bundeswehr/Janine Pirrwitz )Größere Abbildung anzeigen

Unter anderem nimmt sich auch die Bundeskanzlerin jedes Jahr die Zeit, den Soldaten in den Einsatzgebieten der Bundeswehr ihre ganz persönlichen Weihnachtsgrüße zu übermitteln. Dieses Jahr wurde die Videokonferenz an Bord der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ abgehalten – ein gutes Timing. Denn an jenem Tag wurde die Kontingentführung des 4. deutschen Einsatzkontingentes EUNAVFOR MED von Fregattenkapitän C. Schultze an Fregattenkapitän U. Maaß übergeben. Die Kanzlerin verabschiedete die Besatzung der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub und bat den neuen Kontingentführer, ihre Grüße der Besatzung des Tenders „Main“ auszurichten: „Gute Heimfahrt! Vielen Dank für Ihre Arbeit dort im Mittelmeer. Ich durfte mich mal mit Soldaten unterhalten, die auch in diesem Einsatz waren und ich zolle ihnen meinen Respekt für diese schwere Arbeit!“

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In der Weihnachtsbäckerei

Hauptgefreiter Meverik W backt normalerweise zu Weihnachten mit seiner Familie Plätzchen

Hauptgefreiter Meverik W backt normalerweise zu Weihnachten mit seiner Familie Plätzchen (Quelle: Bundeswehr/Janine Pirrwitz )Größere Abbildung anzeigen

Schließlich ist es soweit – Heiligabend. Besatzungsangehörige gehen durch die Gänge und pfeifen Weihnachtslieder. Der ein oder andere trägt eine Weihnachtsmütze oder einen festlichen Pullover über der Uniform. Zeit für etwas Normalität – um 14 Uhr trifft sich die Besatzung zum Plätzchenbacken. Aber wie geht das nun? – Kaum einer hat schon mal mit 5 Kilogramm Mehl Plätzchen gebacken – Es soll schließlich für alle reichen. Der Proviantführer kommt den unsicheren Soldaten zur Hilfe. Auf die Frage, wann die jungen Männer das letzte Mal Weihnachtsplätzchen gebacken haben, antworten viele lachend: „Im Kindergarten“ Außer Meverick, der eigentlich in der Schiffstechnik eingesetzt ist: „Wir sind zu Weihnachten immer bei meiner Oma und sie legt darauf unheimlich viel Wert. In Deutschland hat es mich manchmal auch genervt, aber jetzt wenn man im Einsatz ist, dann weiß ich auch diese Kleinigkeiten zu schätzen! Ein wenig Normalität tut gut!“

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O‘ du fröhliche…

Auch im Mittelmeer dürfen die Plätzchen zu Weihnachten nicht fehlen

Auch im Mittelmeer dürfen die Plätzchen zu Weihnachten nicht fehlen (Quelle: Bundeswehr/Janine Pirrwitz )Größere Abbildung anzeigen

Für eine ganze Besatzung Kekse zu backen, dauert ein wenig. Aber die Besatzungsangehörigen genießen diese gemeinsame Zeit und erzählen sich, wie sie ansonsten im Kreise ihrer Familien Weihnachten verbringen. Schließlich müssen noch schnell die Tische festlich eingedeckt werden, damit das gemeinsame Weihnachtsessen „Kartoffelsalat mit Würstchen“ auch rechtzeitig um 18 Uhr beginnen kann. Alle sitzen beisammen, schlemmen und schwärmen von Muttis hausgemachten Semmelknödeln oder ähnlichem – Weihnachtsstimmung, wie sie im Buche steht. Die Besatzungsangehörigen tauschen sich aus, was in ihren Päckchen aus der Heimat war und die Plätzchen werden verspeist. Der 21-jährige Meverick meint: „In diesen Tagen lernt man wieder die kleinen Dinge zu schätzen. Wenn die Angehörigen einem die Lieblingssüßigkeiten aus der Heimat geschickt haben. In Deutschland nimmt man das so selbstverständlich hin, doch gerade wenn man nicht zu Hause sein kann, dann bekommen solche Gesten einen neuen Stellenwert!“

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Stand vom: 02.01.17


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