Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelle Einsätze > 170620_Jester kehrt nach Hause zurück

„Jester“ kehrt nach Hause zurück

Dschibuti, 20.06.2017.

Seit Anfang März 2017 waren die Marineflieger aus Nordholz zum wiederholten Mal im Atalanta Einsatz am Horn von Afrika. Seit 2009 ist die „Jester“, wie das Rufzeichen der P-3C Orion im Funkverkehr lautet, regelmäßig vor Ort. Der nun aufziehende Sommermonsun erfordert den Einsatz des Seefernaufklärungsflugzeuges P-3C Orion in den nächsten Monaten nicht mehr. Der Sommermonsun sorgt zwischen Juni und September für fünf bis acht Meter hohe Wellen im Seegebiet. Der gesamte Bootsverkehr vor der Küste Somalias kommt zum Erliegen. Piraten können bei diesem Seegang ihrem 'Geschäftsmodell' nicht nachgehen.

46 Einsatzflüge und 386 Flugstunden

„Jester“ auf dem Rollfeld in gleißender Sonne – eine besondere Belastung für das Material

„Jester“ auf dem Rollfeld in gleißender Sonne – eine besondere Belastung für das Material (Quelle: Bundeswehr/Deutsches Einsatzkontingent ATALANTA)Größere Abbildung anzeigen

Als das deutsche Einsatzkontingent Anfang März dieses Jahres mit der P-3C Orion wieder an das Horn von Afrika verlegte, wusste man bereits, dass eine Vielzahl von Einsatzflügen auf dem Programm stehen würde. Der Seefernaufklärer ist für den Atalanta-Verband von besonderer Bedeutung. Denn nur mit einem Seefernaufklärer ist es möglich, das riesige Seegebiet am Horn von Afrika zu überwachen, um so die internationale Handelsschifffahrt und die Schiffe des World Food Programme vor Piraterie zu schützen.

Jesters Einsatzgebiet ist rund anderthalb Mal so groß wie Europa

Jesters Einsatzgebiet ist rund anderthalb Mal so groß wie Europa (Quelle: Bundeswehr/Deutsches Einsatzkontingent ATALANTA)Größere Abbildung anzeigen

Man muss sich nur mal vor Augen führen, dass das Einsatzgebiet rund anderthalb Mal so groß ist wie Europa. Allein aufgrund der schieren Größe des Einsatzgebietes hat sich der Einsatz des 36 Meter langen Aufklärungsflugzeuges mit seiner Sensorik in den vergangenen 8 Jahren bewährt. So liefert „Jester“ wichtige Erkenntnisse für die an der Operation beteiligten Schiffe. Allein mit Schiffen wäre ein so riesiges Gebiet gar nicht abzudecken. Für ein Schiff sind Kontakte auf dem Radar zunächst nur Punkte, bis man die Distanz soweit verringert hat, dass man sein Gegenüber auch sehen kann. Mit einem Schiff dauert es aber ungleich länger Distanzen zu überbrücken, als mit einem Flugzeug.

„Jester“ kann große Distanzen schnell zurücklegen und so aufklären, was in den Weiten des Indischen Ozeans vor sich geht. Aber nicht nur das Erstellen eines Lagebildes auf Hoher See gehört zum Aufgabengebiet von „Jester“. Auch Aufklärungsflüge entlang der somalischen Küste gehören zum Portfolio. Dabei werden Foto- und Videoaufnahmen von verdächtigen Booten oder Camps an Land erstellt. So ist es nicht verwunderlich, dass das Flugzeug und seine Crew seit März auf 46 Einsatzflüge gekommen sind. Das entspricht rund 386 Flugstunden, weiß der Kontingentführer Fregattenkapitän Pönisch zu berichten. Eine enorme Belastung für Mensch und Material bei den vor Ort herrschenden klimatischen Bedingungen.

nach oben

Erfolge für „Jester“

Die Crew vor ihrem Arbeitsgerät

Die Crew vor ihrem Arbeitsgerät (Quelle: Bundeswehr/Deutsches Einsatzkontingent ATALANTA)Größere Abbildung anzeigen

Für den Verband war der zurückliegende Einsatz besonders erfolgreich. So war „Jester“ aktiv an der Aufklärung von vier Vorfällen beteiligt. Hier hat sich einmal mehr gezeigt, wie bedeutsam der deutsche Hochwertbeitrag mit einer fliegenden Einheit ist. Denn ein Flugzeug kann auf Ereignisse, die weit ab von der eigenen Position sind, viel schneller reagieren als ein Schiff. Besonders deutlich wurde das im April dieses Jahres als das Handelsschiff MV Alheera im Golf von Aden von Piraten angegriffen wurde. Dabei zeigte sich, welche Wirkung die Operation Atalanta auch mit ihren Flugzeugen entfalten kann. Zunächst hielt ein Schutzteam an Bord des Handelsschiffes die Piraten auf Abstand. Als dann auch noch "Jester" am Horizont auftauchte, brachen die Piraten ihren Angriff unmittelbar ab.

nach oben

Erfolge der Mission

Die Crew bei der Arbeit – hochkonzentriert wird das Einsatzgebiet überwacht

Die Crew bei der Arbeit – hochkonzentriert wird das Einsatzgebiet überwacht (Quelle: Bundeswehr/Deutsches Einsatzkontingent ATALANTA)Größere Abbildung anzeigen

Dass der Einsatz des Atalanta Verbandes seine Wirkung entfaltet, zeigt ein Blick auf die Zahlen.

Zählte das Operationshauptquartier zwischen 2008 und 2012 noch 571 Angriffe im Seegebiet, waren es zwischen 2013 und 2017 knapp über zehn. Noch im Januar 2011 befanden sich mehr als 700 Seeleute und 30 Schiffe in der Hand somalischer Piraten. Der Verband hat rund 400 Transporte für das World Food Programm und rund 140 für die African Union Mission to Somalia sicher eskortiert und damit unter anderem die Lieferung von über 1,3 Million Tonnen Hilfsgütern für Somalia ermöglicht. In jüngster Zeit ereigneten sich einige Vorfälle, die als Piraterievorfälle eingestuft werden, aus denen einen Trend abzuleiten jedoch verfrüht ist. Darauf weist auch das Operationshauptquartier Atalanta hin.

„Jester“ und sein spanischer Bruder stehen auf dem Flughafen von Djibouti

„Jester“ und sein spanischer Bruder stehen auf dem Flughafen von Djibouti (Quelle: Bundeswehr/Deutsches Einsatzkontingent ATALANTA)Größere Abbildung anzeigen

Der zurückliegende Einsatz war für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung. Vor diesem Hintergrund ist es dem deutschen Kontingentführer Fregattenkapitän Pönisch ein besonderes Anliegen, seinen Männern und Frauen für ihren Dienst in den zurückliegenden Monaten zu danken und die Bedeutung des Einsatzes von „Jester“ hervorzuheben. "Mit dem zurückliegenden Einsatz der P-3C Orion am Horn von Afrika hat Deutschland einmal mehr ein Hochwertbeitrag zur Bekämpfung der Piraterie am Horn von Afrika gestellt. Nach nunmehr 46 Aufklärungsflügen an 100 Einsatztagen wurde die P-3C Orion und Ihre Crew zurück nach Deutschland verlegt“, führt Pönisch nicht ohne Stolz aus. „Die aufkommende Monsunzeit am Horn von Afrika macht den Einsatz dieses Aufklärungsflugzeuges für die nächsten Monate nicht essentiell, da die Witterungsverhältnisse es den Piraten kaum ermöglichen, ihrem Geschäftsmodell auf See nachzugehen“ blickt Fregattenkapitän Pönisch in die Zukunft. So dankt er abschließend seinen Soldaten, „die in den vergangenen Monaten höchst professionell ihre Aufgaben erledigt haben und sich nun auf die Rückkehr zu Ihren Familien freuen " für Ihre geleistete Arbeit. Bis es im September wieder heißt: „Jester is back“.

nach oben


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 21.06.17 | Autor: PAO Atalanta / Christian Fuchs


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.aktuelle_einsaetze&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB174000000001%7CANHF6B290DIBR