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Einsatztagebuch KFOR Teil 10: „Ich packe meinen Koffer, und….“

Prizren, 10.09.2015.

Es sind nur noch wenige Wochen– die Tage im Einsatz werden schon gezählt. Nicht nur Oberleutnant Claudia Seidenschwanz bereitet sich langsam auf ihr Einsatzende vor. Die Wechselphase des Kontingentes beginnt, die Arbeit muss dennoch erledigt werden.

Die erste Kiste mit Bekleidung geht schon mal in die Heimat

Die erste Kiste mit Bekleidung geht schon mal in die Heimat (Quelle: Bundeswehr/Hptm Yvonne M.)Größere Abbildung anzeigen

Mein Einsatzende naht. Ich freue mich, bald wieder zu Hause zu sein. Aber mir scheint es doch noch so fern und nicht real. Nun muss ich mich auch schon von einer Kameradin verabschieden, die wirklich eine echte Freundin geworden ist.
Das 41. Deutsche Einsatzkontingent KFOR geht bald zu Ende. Ich habe bereits meine erste Kiste Richtung Heimat geschickt. Frauen nehmen anscheinend immer mehr mit als sie eigentlich brauchen: Dieses Klischee erfülle ich in jedem Fall. Zumindest sind die Sachen, die ich jetzt hier nicht mehr dringend brauche, dann schon zu Hause, wenn ich zurück bin.

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Dank und Anerkennung

Es gab zwar keine Einsatzmedaille, aber Dank für den geleisteten Dienst im Einsatz

Es gab zwar keine Einsatzmedaille, aber Dank für den geleisteten Dienst im Einsatz (Quelle: Bundeswehr/Achim H.)Größere Abbildung anzeigen

Kontingentwechselphase heißt auch, dass die Soldaten ihre Einsatzmedaillen verliehen bekommen. Ich habe ein Déjà-Vu, denn davon habe ich bereits im dritten Teil meines Einsatztagebuchs geschrieben. Nun steht jedoch meine eigene Medaillenparade an. Ich bekomme jedoch keine Medaille, da ich meine in Bronze schon im Jahr 2013 erhalten habe. Für die Silberne fehlen mir noch ein paar Einsatztage. Doch die Verleihung ist insgesamt etwas Besonderes und auch die Dankurkunde des Befehlshabers des Einsatzführungskommandos, Generalleutnant Hans-Werner Fritz, macht mich stolz.

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Sieben Tage für ein Bataillon

Sämtliche Einheiten bereiten sich auf ihre Übergabephase vor. Übergabe heißt, nicht nur den Arbeitsplatz freizumachen, sondern auch den Nachfolger in alles einzuweisen. Meist bleibt dafür nur eine Woche Zeit. Es gibt zwar Soldaten, die bereits bei KFOR waren und denen vieles bereits bekannt ist – doch viele sind auch zum ersten Mal im Kosovo.

Auch der Aufbau der Unterkunftszelte für das ORF-Bataillon wurde in Novo Selo geübt.

Auch der Aufbau der Unterkunftszelte für das ORF-Bataillon wurde in Novo Selo geübt. (Quelle: Bundeswehr/Claudia Seidenschwanz)Größere Abbildung anzeigen

Das nächste Kontingent wird vor große Herausforderungen gestellt – die Aufnahme des ORF-Bataillons (Operational Reserve Force) soll geübt werden. Dieses Bataillon besteht aus österreichischen und deutschen Soldaten, die auf Abruf bereit sind, kurzfristig in das Einsatzland zu verlegen. Dies würde auf Befehl des Kommandeurs der KFOR-Truppen geschehen. Innerhalb von wenigen Tagen müssten die Soldaten dann einsatzbereit vor Ort sein. Das bedeutet auch viel Arbeit für das deutsche Einsatzkontingent: Aufnahme der Soldaten, Unterbringung, Ausgabe von Material und Fahrzeugen. Damit all das reibungslos funktioniert, hat unser Kontingent diese Aufnahme schon einmal geprobt, um mögliche Einschränkungen im realen Fall zu vermeiden.

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Augenarzt auf Kosovarisch

Während der Untersuchung im Facharztzentrum Pristina

Während der Untersuchung im Facharztzentrum Pristina (Quelle: Bundeswehr/Dritan Hoti)Größere Abbildung anzeigen

Letzte Woche musste ich zum Arzt, meine Augen hatten sich entzündet. Zwar haben wir im Einsatzlazarett wirklich fast alles an medizinischem Fachpersonal, doch ein Augenarzt ist nicht dabei. Also bekam ich einen Termin in einem kosovarischen Facharztzentrum in Pristina.

Sicherheitshalber hatte ich meinen Sprachmittler gebeten, mitzukommen – man weiß ja nie, in welcher Sprache man sich verständigen muss. Im Facharztzentrum sah es sehr modern aus. Ich musste nicht lang warten und schon wurden einige Sehtests durchgeführt. Der kosovarische Arzt machte auf mich einen sehr kompetenten Eindruck und schaute sich meine Augen ganz genau an. Ich wurde mit Salbe und Augentropfen versorgt und meinen Augen geht es wieder gut.

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Das Interesse steigt

Das öffentliche Interesse am KFOR-Einsatz ist zwar eher gering, dennoch ist er nicht vergessen. In der letzten Woche gab es zum Beispiel eine Live-Schaltung unserer Einsatzredaktion von Radio Andernach zum Tag der offenen Tür der Bundesregierung in Berlin. Und in dieser Woche regt sich sogar internationales Interesse. Ein japanischer Journalist besucht uns und möchte wissen, wie die deutschen Soldaten im Kosovo leben und was sie hier tun. Auf diesen Termin bin auch ich gespannt. Ich habe zwar durch die Zusammenarbeit mit der Pressestelle im Hauptquartier auch schon internationale Kontakte gehabt, aber ein Journalist einer japanischen Tageszeitung – das ist auch für mich eine Premiere.

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Stand vom: 02.03.17 | Autor: Claudia Seidenschwanz


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