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Auf Patrouille – Unterwegs in der dunklen Nacht

Mazar-e Sharif, 18.10.2017.

Es ist Nacht. Ein Spähzug macht sich fertig. Zwei Fenneks samt Besatzung rollen aus dem Feldlager Camp Marmal. Ihr Auftrag: wichtige Verbindungsstraßen überwachen, immer wieder Beobachtungspunkte anlaufen. Das Gebiet in dem sie unterwegs sind, ist riesengroß. 350 Quadratkilometer rund um das Lager nahe bei Mazar-e Sharif. Gibt es verdächtige Bewegungen, Erdarbeiten oder Stellungsbau? Das ist es, wonach die beiden Trupps in dem unwegsamen Gebiet suchen.

Während der Patrouille besprechen Spähtruppführer und Kommandant den weiteren Ablauf

Während der Patrouille besprechen Spähtruppführer und Kommandant den weiteren Ablauf (Quelle: Bundeswehr/PAO Resolute Support)Größere Abbildung anzeigen

Starker Wind weht an diesem Abend über das deutsche Feldlager. Windgeschwindigkeiten in Böen über 50 Stundenkilometer hat der Wetterdienst vorausgesagt. Wolken und aufgewirbelter Sand verdunkeln die Umgebung. Im Feldlager Camp Marmal kehrt Ruhe ein, nur wenige haben noch Aufgaben zu erledigen. In dieser Nacht wird der Spähzug, gestellt von deutschen Soldaten des Aufklärungsbataillons 13 aus Gotha, zu einer Aufklärungsfahrt ausrücken.

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Überwachung der Feldlagerumgebung

Beobachtungshalt am Rande des Flugfelds: Die Beleuchtung der Landebahn und der Stadt bietet den Spähern ein fantastisches Bild

Beobachtungshalt am Rande des Flugfelds: Die Beleuchtung der Landebahn und der Stadt bietet den Spähern ein fantastisches Bild (Quelle: Bundeswehr/PAO Resolute Support)Größere Abbildung anzeigen

Rund acht Stunden, bis zum nächsten Morgen wird die Patrouille im Umkreis des Lagers dauern und dabei viele Kilometer zurücklegen.

Die nachtsicht- und nachtkampffähigen Spähwagen machen sich auf den Weg zu ihrem ersten Beobachtungshalt unterhalb des Gebirges. Mit ihrer Technik überwachen sie das Umfeld, um Feldlager und Flugplatz, klären wichtige Geländepunkte sowie Bewegungen von Menschen und Fahrzeugen auf. „Noch ist alles ruhig, hoffentlich bleibt es so“, denkt Hauptmann Frank F. In Afghanistan ist er für sechs Monate als Spähzugführer der Trainings-, Beratungs- und Unterstützungskommandos Nord, kurz TAAC-N, eingesetzt.

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Kein klassischer Spähauftrag

Bei Tageslicht fahren die Späher aus Gotha nur raus um auf der Schießbahn Ihre Bordwaffen anzuschießen

Bei Tageslicht fahren die Späher aus Gotha nur raus um auf der Schießbahn Ihre Bordwaffen anzuschießen (Quelle: Bundeswehr/PAO Resolute Support)Größere Abbildung anzeigen

Am ersten Halt gekommen, prüfen die Sicherungssoldaten den Nahbereich auf versteckte Sprengmittel. Die Bordschützen sichern im Beobachtungsbereich. Die Bediener nutzen die Beobachtungs- und Aufklärungsausstattung zur Überwachung der Umgebung.

Während sie das Gelände überwachen, erklärt Hauptmann Frank F.: „Was wir hier machen, hat nichts mit einem klassischen Spähauftrag zu tun. Eigentlich sind wir dafür ausgebildet, weit vor der eigenen Truppe tagelang in feindlichem Gebiet zu operieren und aus dem Versteck heraus feindliche Bewegungen zu melden.“ Lautet sonst das Motto der Späher „Viel sehen, ohne gesehen zu werden“, verstecken sich die Thüringer Aufklärer hier im Norden Afghanistans nicht. „Wir fahren abends raus und patrouillieren die ganze Nacht über. Dabei fahren wir verschiedene Beobachtungspunkte an, überwachen wichtige Verbindungsstraßen und müssen teils schwieriges Gelände durchqueren“, erzählt Frank F.

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Aufklärung mit verschiedenen Mitteln

Die Spähwagen sind zur so genannten Kommandantenstellung aufgefahren. Sie ermöglicht den Kommandanten vom Fahrzeug aus miteinander zu sprechen, während Waffen und Optiken 360 Grad um die Fahrzeuge sichern können

Die Spähwagen sind zur so genannten Kommandantenstellung aufgefahren. Sie ermöglicht den Kommandanten vom Fahrzeug aus miteinander zu sprechen, während Waffen und Optiken 360 Grad … (Quelle: Bundeswehr/PAO Resolute Support)Größere Abbildung anzeigen

Von Halt zu Halt arbeitet sich die Patrouille durch die nächtliche Wildnis. Das Gelände mit seinen vielen Wadis und die stockdunkle Nacht im Norden Afghanistans stellen hohe Anforderungen an die Fennek-Fahrer.

Auch wenn es heute Nacht nicht mehr erforderlich wird, kann die Besatzung des Fennek auch die Beobachtungsdrohne Aladin starten. Sie kommt im unmittelbaren Umfeld zum Einsatz. „Wir nutzen die Patrouille, um auch in der Nacht aus der Luft aufklären zu können. Schließlich ermöglicht uns der Aladin, einen Blick hinter die Mauern zu werfen“, sagt der Zugführer. Im Umkreis von fünf Kilometern um die Spähwagen klärt das kleine Luftfahrzeug auf. Eine Herausforderung müssen die Thüringer Aufklärer aber hier in Mazar-e Sharif beachten: Jeder Aladin-Flug muss mit dem Tower des Flughafens abgesprochen und koordiniert werden.

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Kameradschaft wird groß geschrieben

Die Fenneks werden zur Nachbereitung praktisch auf links gedreht. Dazu gehört auch die Endreinigung von Sand, in Afghanistan ein Dauerthema

Die Fenneks werden zur Nachbereitung praktisch auf links gedreht. Dazu gehört auch die Endreinigung von Sand, in Afghanistan ein Dauerthema (Quelle: Bundeswehr/PAO Resolute Support)Größere Abbildung anzeigen

Langsam graut der Morgen und es geht zurück ins Feldlager. Das Schichtende rückt in greifbare Nähe. Die Tagschicht macht sich an die Wartung der Fahrzeuge nach der Benutzung. So kann die Nachtschicht erst einmal den verpassten Schlaf nachholen. Die Truppführer tragen die Ergebnisse der nächtlichen Aufklärungsfahrt zusammen. Danach lassen sie sich das Frühstück schmecken.

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Stand vom: 18.10.17 | Autor: Wolfram Skupio


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