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Ich bin iM EINsatz: „Eine HERKULES-Aufgabe“

Erbil, 19.01.2017.


Von Mali bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren, über Syrien, im Irak und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Oberfeldwebel Fabian Z. kümmert sich als „Admin“ um die Rechner im Nordirak
Oberfeldwebel Fabian Z. kümmert sich als „Admin“ um die Rechner im Nordirak (Quelle: Bundeswehr/Daniel Richter)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Oberfeldwebel Fabian Z. und meine Stammeinheit ist die Stabs- und Fernmeldekompanie der 1. Panzerdivison in Oldenburg. Seit April 2010 bin ich bei der Bundeswehr. Als DSE-Administrator (Dezentrales Serversegment Einsatz) für die Rechner im nordirakischen Einsatzkontingent ist jeder Tag für mich besonders, auch weil dies mein erster Auslandseinsatz ist.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Die regelmäßige Prüfung des Server-Betriebs gehört dazu
Die regelmäßige Prüfung des Server-Betriebs gehört dazu (Quelle: Bundeswehr/Daniel Richter)Größere Abbildung anzeigen

Zu meinem Tagesablauf gehören unter anderem folgende Aufgaben: Kontrolle von Serverdiensten, die Pflege von Dateifilesystemen, der Antiviren- und Angriffsschutz, die Dateien- und Datenbankensicherungen und die Administration unseres Emailprogramms. Auch das Betreiben und Überwachen der Druckerserver und das regelmäßige Einspielen von Updates sowie das Bereitstellen der Rechner und Server gehören dazu. Bei allem gilt es, die IT-Sicherheit einzuhalten und diese auch im Kontingent durchsetzen.

Die Betreuung der Nutzer, also der Soldaten hier vor Ort, steht dabei Vordergrund. Probleme, die durch Software-Anomalien passieren, aber auch die Rechte- und Druckerzuweisungen sowie Hardwaredefekte bestimmen meinen Alltag. Auch um vermeintliche „Kleinigkeiten“, wie leere Druckerpatronen und Fragen zu Office-Programmen werden von mir behandelt. Bei all dem stehe ich im regelmäßigen Kontakt zum „BITS“, dem Betriebszentrum IT-System der Bundeswehr in Rheinbach bei Bonn.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Auch bei Problemen der User weiß Oberfeldwebel Z. immer einen Rat
Auch bei Problemen der User weiß Oberfeldwebel Z. immer einen Rat (Quelle: Bundeswehr/Daniel Richter)Größere Abbildung anzeigen

Ich persönlich möchte immer alles geben, auch weil ich sehr gern Berufssoldat werden möchte. Die Besonderheit dieses Einsatzes liegt darin ist, dass ich der einzige vollausgebildete DSE-Administrator bin und ich diese Stelle hier über vier Monate allein besetzt habe. Mein Kamerad, der den zweiten Dienstposten bekleidet, kam sechs Wochen nach mir und hat diese Ausbildung noch nicht durchlaufen.

In diesem Einsatz konnte ich bereits viel lernen. Ein Team des „BITS“ aus Rheinbach hat hier die Hardware- und Software-Regeneration ausgeführt und ich konnte dabei für mich persönlich sehr viel Fachwissen mitnehmen. Ich bin mit dem neuen System, „groß geworden“ und finde mich, auch dank der Unterstützung des Teams, fabelhaft zurecht.
Bei der Regeneration musste ich mich – neben meinen anderen Tätigkeiten – immer mit einbringen und wollte das auch. Es gibt nur drei Einsatzgebiete, in denen das bisher passiert ist – und dort waren mehrere Administratoren vor Ort. So musste ich hier wahrlich eine „Herkules-Aufgabe“ meistern.

Das vermisse ich hier am meisten.

Natürlich vermisse ich, nach inzwischen mehr als drei Monaten hier, die Heimat, die Freunde und die Kameraden zu Hause. Sie haben mich jedoch immer spüren lassen, dass sie da sind, sei es durch kleine Geburtstagsgeschenke oder auch an Weihnachten. Durch sowas leben Kameradschaft und Familie.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche mir für die restliche Zeit des Einsatzes einfach noch ein paar schöne Tage im Irak. Das Wetter ist hier mittags – auch im Januar – sehr angenehm. Nach dem Einsatz werde ich erstmal zu Hause richtig ankommen und mich wieder einleben. Nach dem Einsatz hat man sich ja das „Abschalten“ verdient und kann erstmal all die Dinge nachholen, die man versäumt hat.
Ich grüße meine Familie, meine Freundin Jana und auch die neugeborene Tochter meines kleinen Bruders.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Fabian Z.


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