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Die Aufklärungsmissionen über Syrien und dem Irak

Incirlik, 28.11.2016.

Nahezu täglich fliegen die deutschen Tornados über Syrien und dem Irak. Sie sammeln wertvolle Informationen für die Koalition der „Operation Inherent Resolve“ (OIR) im Kampf gegen den sogenannten „Islamischen Staat“. Hauptmann D. sitzt als Waffensystemoffizier hinter dem Piloten im Cockpit und bedient die Kamerasysteme des Flugzeugs. Wie läuft so ein Einsatzflug eigentlich ab?

Vor jedem Einsatzflug steht ein ausführliches Missionsbriefing

Vor jedem Einsatzflug steht ein ausführliches Missionsbriefing (Quelle: Bundeswehr/PAO DEU EinsKtgt Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Vor dem Flug sammeln sich die Besatzungen der zwei Tornados und fahren gemeinsam zum Briefing, der Missionsausgabe. Die Zeiten, zu denen die Missionen stattfinden, sind unterschiedlich und hängen von der Beauftragung durch das „Combined Air Operation Center“ (CAOC) in Katar ab. Im Missionsbriefing erhalten wir die Basisinformationen für den kommenden Auftrag.
Dazu gehören aktuelle Wetterdaten, Informationen über die Lage am Boden und gefährliche Zonen im Einsatzgebiet und ob eventuell auf Flugzeuge der Koalition geschossen wurde. „Auch über die Aktivitäten anderer Streitkräfte, wie die der syrischen und russischen Luftwaffe, werden wir in Kenntnis gesetzt“, sagt der Offizier, und weiter: „All diese Informationen gleichen wir mit dem Zielgebiet ab, über dem der Aufklärungsflug stattfinden soll und planen dann die Umsetzung unseres Auftrags.“

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G-Hose und zusätzliche Ausrüstung

Die Anti-G-Hose gleicht hohe Fliehkräfte aus und schütz die Besatzung vor Bewusstlosigkeit

Die Anti-G-Hose gleicht hohe Fliehkräfte aus und schütz die Besatzung vor Bewusstlosigkeit (Quelle: Bundeswehr/PAO DEU EinsKtgt Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Nach diesen Vorbereitungen legen die Soldaten ihre Ausrüstung für die Einsatzflüge an. Zur Grundausstattung gehört die sogenannte Anti-G-Hose. Sie verhindert mit Luftdruck, dass die Besatzung bei hohen Fliehkräften das Bewusstsein verliert, weil zu viel Blut in die Beine sackt.
Zu den Missionen über gefährlichem Gebiet gehören zur Sicherheit noch weitere Dinge. „Jeder von uns hat eine Pistole zur Selbstverteidigung dabei und Morphin-Autoinjektoren zur Schmerzbehandlung nach einer Verletzung. Auch Basisinformationen zu möglichen Rettungsaktionen und Kommunikationswege führen wir mit, für den Fall, das das Flugzeug aus irgendeinem Grund abstürzen würde“, sagt Hauptmann D. Ein Notfunkgerät und ein Satellitentelefon komplettierten die Schutzausrüstung.

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Letzte Startvorbereitungen

Vor dem Start überprüft die Crew noch einmal alle Systeme

Vor dem Start überprüft die Crew noch einmal alle Systeme (Quelle: Bundeswehr/PAO DEU EinsKtgt Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Jetzt sind die Besatzungen bereit – es geht aufs Flugfeld. „Am Flugzeug erwarten uns schon die Techniker und melden uns, ob die Maschine startklar ist.“
Nach einem Rundumcheck steigt die Besatzung ins Cockpit und schnallt sich an. Dann werden die Triebwerke gestartet und die Wartungstechniker nehmen abschließende Überprüfungen an den Jets vor. „Falls notwendig, könnten uns jetzt sogar noch die sogenannten ‚Schnellstörgruppen‘ helfen, am laufenden Flugzeug gewisse Fehler zu beheben“, beschreibt der Waffensystemoffizier weiter.

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Waffen zur Selbstverteidigung

Der Tornado rollt aus dem Wartungszelt

Der Tornado rollt aus dem Wartungszelt (Quelle: Bundeswehr/PAO DEU EinsKtgt Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Ist alles in Ordnung, rollen die Tornados zur Startbahn. Kurz vor der Runway und vor dem Start werden die Bordwaffen zur Selbstverteidigung scharf geschaltet. Dazu gehören Infrarot- und Radartäuschkörper, die Triebwerkshitze simulieren, sowie feindliche Radarerfassung stören sollen.

Scharfmachen der Bewaffnungsanlagen zum Selbstschutz

Scharfmachen der Bewaffnungsanlagen zum Selbstschutz (Quelle: Bundeswehr/PAO DEU EinsKtgt Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Darüber hinaus sind die Tornados mit zwei hitzesuchenden Raketen vom Typ Iris-T ausgestatten, um sich gegen eine mögliche Bedrohung aus der Luft verteidigen zu können. Die Aufklärungstornados vom Typ IDS („Interdiction Strike“) sind auch mit einer Bordkanone bewaffnet. „Sollte ein Flugzeug der Koalition abgestürzt sein und die Besatzung am Boden bedroht werden, könnten wir mit dieser Waffe Nothilfe, in Form von Luftnahunterstützung zum Schutz der verunglückten Besatzungen leisten“, führt D. aus.

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„Battle Management“ über Irak und Syrien

Fast täglich sind die deutschen Tornados über Syrien und dem Irak im Einsatz

Fast täglich sind die deutschen Tornados über Syrien und dem Irak im Einsatz (Quelle: Bundeswehr/PAO DEU EinsKtgt Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Nach dem Start befinden sich die Aufklärungs-Tornados unter der zivilen Flugverkehrskontrolle – bis sie die Grenze über dem Einsatzgebiet erreichen. Im Luftraum über Syrien und dem Irak findet ein sogenanntes „Battle Management“ statt. Kontrolliert und vor allem koordiniert wird das hohe Flugaufkommen hier über das bereits angesprochene CAOC in Katar. Die deutschen Tornados melden sich mit ihrem Auftrag und dem Einsatzraum beim CAOC im Einsatzgebiet an und können anschließend ihre Missionsziele erfliegen.
Oft befinden sie sich dazu mehrere Stunden in der Luft. Sie müssen in der Luft betankt werden, da der Treibstoff für die weiten Missionswege nicht ausreichen würde. Dazu gibt es spezielle Lufträume, die ausschließlich für diese Luftbetankungen reserviert sind. „Sobald wir genug Treibstoff aufgenommen haben, fliegen wir den ausstehenden Teil der Mission ab und dann geht’s zurück nach Incirlik.“

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Mission erfüllt

In der „GES“ werden die erflogenen Aufklärungsergebnisse ausgewertet

In der „GES“ werden die erflogenen Aufklärungsergebnisse ausgewertet (Quelle: Bundeswehr/PAO DEU EinsKtgt Counter Daesh)Größere Abbildung anzeigen

Nach der Landung wird die Mission ausgewertet und die Besatzungen erfahren in der „Ground Exploitation Station“, der Auswerteanlage für digitale Luftbilder des deutschen Kontingents, ob die Aufklärung erfolgreich war.
Die erflogenen Aufklärungsergebnisse werden dann nach der Prüfung auf Mandatskonformität an das CAOC übermittelt und der internationalen Koalition der OIR zur Verfügung gestellt. Die Soldaten in Katar bewerten die Ergebnisse und fordern darauf aufbauend neue Aufklärungen an.

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Stand vom: 28.11.16 | Autor: PAO DEU EinsKtgt Couter Daesh


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