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Ich bin iM EINsatz: „Von Hamburg nach Augsburg in zwei Minuten.“

In See, 11.01.2016.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was wären sie ohne die Technik, die sie dabei unterstützt. Heute meldet sich „Lukas“, einer der beiden Bordhubschrauber der Fregatte „Augsburg“ im Persischen Golf, einmal zu Wort. Er operierte vorher von der Fregatte „Hamburg“ aus und gehört seit Anfang Dezember zur Besatzung der „Augsburg“.

Bordhubschrauber „Lukas auf der „Augsburg“
Bordhubschrauber „Lukas auf der „Augsburg“ (Quelle: Bundeswehr/Sandra Hoffmann)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin „Lukas“ und derzeit einer der beiden Bordhubschrauber auf der Fregatte „Augsburg“. Mir wurden schon viele Namen auf den unterschiedlichsten Schiffen gegeben. Vom Sternzeichen bin ich Luchs (auch LYNX), mein Zuhause ist das Marinefliegergeschwader 5 in Nordholz.

Ich habe schon an vielen Auslandseinsätzen teilgenommen, unter anderem an der „Operation Enduring Freedom“ sowie an der Operation „Atalanta“ vorm Horn von Afrika. Zuletzt war ich auf der Fregatte „Hamburg“ während der „Standing NATO Maritime Group 2“ (SNMG 2) eingeschifft.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Der Sea Lynx zum ersten Mal an Bord des Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“
Der Sea Lynx zum ersten Mal an Bord des Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“ (Quelle: Bundeswehr/Sandra Hoffmann)Größere Abbildung anzeigen

Gemeinsam mit meinem Bruder „Jim“, dem zweiten Hubschrauber an Bord, überwache ich den Seeraum rund um den französischen Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ und unsere „Mutter“, die „Augsburg“. Wir nennen sie dabei liebevoll „Emma“ in Anlehnung an ihren Spitznamen „Die Wilde 13“, wie sie nach der Geschichte von Jim Knopf aus der „Augsburger Puppenkiste“ und aufgrund ihrer Rumpfnummer „F213“ genannt wird.

Da „Jim“ und ich jedoch nicht alleine operieren können, kümmert sich der Hauptabschnitt 500 der „Augsburg“ um uns. Da sind zum einen die Besatzungen – sie brausen mit uns durch die Luft. Gemeinsam beobachten wir Schiffe und andere Kontakte in unserer Umgebung und melden diese an „Emma“ weiter.

Beim Winchen werden Personen oder Gegenstände per Seilwinde transportiert
Beim Winchen werden Personen oder Gegenstände per Seilwinde transportiert (Quelle: Bundeswehr/Sandra Hoffmann)Größere Abbildung anzeigen

Manchmal winchen wir aber auch Personen oder Material mit unserer Rettungswinde. Der Hubschrauberortungsmeister beobachtet dann das Geschehen genau aus der Kabine heraus und unterstützt uns dabei.

Lukas“ und „Jim“ mit eingeklappten Rotorblättern – anders passen sie nicht in den Hangar der „Augsburg“
Lukas“ und „Jim“ mit eingeklappten Rotorblättern – anders passen sie nicht in den Hangar der „Augsburg“ (Quelle: Bundeswehr/Sandra Hoffmann )Größere Abbildung anzeigen

Zum anderen sind da noch die Frauen und Männer von der Bordtechnikergruppe, unsere Techniker. Sie arbeiten emsig, damit es uns beiden technisch an nichts fehlt. Bei so viel Pflege bekommen wir auch hin und wieder eine Streicheleinheit, wenn sie unsere Rotorblätter falten. Denn nur so passen wir in den Hangar der Fregatte.

Auch „Search and Rescue“ (SAR) wird uns manchmal abverlangt, wenn beispielsweise die Hubschrauber der „Charles de Gaulle“ gerade anderweitig unterwegs sind. Dann werde ich als SAR-Einheit neben dem Flugzeugträger eingesetzt. Sollte dann einer der Jets ins Wasser stürzen, bin ich schnell vor Ort und kann die Piloten direkt aus dem Wasser retten. Auch wenn ein Schiff in der Nähe in Seenot gerät, kann ich mich so nützlich machen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Souda auf Kreta, 3. Dezember : Von „Hamburg“ nach „Augsburg“ in zwei Minuten
Souda auf Kreta, 3. Dezember : Von „Hamburg“ nach „Augsburg“ in zwei Minuten (Quelle: Bundeswehr/Alyssa Bier)Größere Abbildung anzeigen

Ich wurde Anfang Dezember kurzfristig aus dem NATO-Verband herausgelöst und zog innerhalb eines Tages von der „Hamburg“ auf die „Augsburg“ um. Hier wurde ich von allen herzlich empfangen und schnell in das Team der Besatzung integriert.

Es ist für mich recht ungewohnt, dass „Jim“ und ich uns ständig sehen. Auf der „Augsburg“ teilen wir uns einen großen Hangar, während wir auf der „Hamburg“, auf der wir vorher für die NATO unterwegs waren, jeder einen eigene Kammer hatten.

Unsere Aufklärungsergebnisse helfen dem ganzen Verband um den Flugzeugträger beim Aufbau seines Lagebildes. Ich fliege schnell und wendig und kann so präzise Aussagen zur Identität von Kontakten machen.

Besonders an mir ist aber, dass ich auf einem Schiff starten und landen kann – dafür wurde ich gebaut. Ich mag die Seefahrt. Besonders schön ist es jedes Mal für mich, wenn ich abgehoben habe, eine Ehrenrunde um das Schiff drehe, und mir die Besatzungsmitglieder freudig zuwinken.

Das vermisse ich hier am meisten.

Unsere 20 Geschwister, die in Nordholz auf uns warten, fehlen mir schon sehr. Eigentlich vermisse ich auch mein Heimatrevier, die Nordsee, ein wenig. Unter der Sonne im Persischen Golf fühle ich mich jedoch mit „Jim“ und Emma“ an meiner Seite ausgesprochen wohl.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche mir, dass ich dem Verband noch viele Aufklärungsergebnisse liefern und so dazu beitragen kann, dass die französischen Kameraden auf der „Charles de Gaulle“ hier auch weiterhin sicher operieren können. Ich wünsche mir noch viele Pizzaessen und Sonnenuntergänge, die ich mit den Soldaten vom Hauptabschnitt 500 auf dem Flugdeck erleben darf. Und noch ganz viele unfallfreie Flugstunden.

„Jim“ und ich grüßen ganz herzlich die Soldaten des Marinefliegergeschwaders 5 und alle, die wie wir im Einsatz sind. Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen in der Heimat.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Sandra Hoffmann


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