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Ich bin iM EINsatz: „Nach vier Jahren kenne ich jeden Winkel an Bord“

Fregatte Brandenburg, 05.06.2014.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In sechzehn Einsatzgebieten leisten deutsche Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Sprechfunk gehört auch zu den Aufgaben
Sprechfunk gehört auch zu den Aufgaben (Quelle: Bundeswehr/PAO Atalanta)Größere Abbildung anzeigen

Ich heiße Christoph R. und bin Signalbetriebsmaat auf der Fregatte „Brandenburg“. Seit 2009 bin ich Angehöriger der Bundeswehr. Dies ist mein erster Auslandseinsatz und ich bin gespannt, was mich auf dieser Fahrt noch erwartet.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Obermaat  R. hisst die Flagge des namensgebenden Bundeslandes
Obermaat R. hisst die Flagge des namensgebenden Bundeslandes (Quelle: Bundeswehr/PAO Atalanta)Größere Abbildung anzeigen

Meine Aufgabe als Signäler ist die Führung der Task Force mittels Flaggen,- Morse,- Winkersignalen, sowie per Sprechfunk. Da wir oft alleine im Seegebiet patrouillieren, passiert für uns Signäler eher selten etwas Spannendes im engeren Sinne. Beim Zusammentreffen mit anderen Schiffen, wie beispielsweise bei einem Seeversorgungsmanöver, kann ich jedoch mein erlerntes Wissen anwenden und meiner eigentlichen Aufgabe nachkommen. Dafür sind wir oben auf der Brücke immer sehr eng in alle Geschehen, beispielsweise bei der Abfrage von Handelsschiffen und bei der Durchführung von Boardings, eingebunden.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Es gibt für mich viele schöne Erlebnisse, die ich gemeinsam mit meinen Kameraden auf vergangenen Fahrten erlebt habe. Mein persönliches Highlight war der Einsatzausbildungsverband 2010 mit der „Brandenburg“ am Kap der Guten Hoffnung. Dort waren wir zum Flugkörperschießen und wenn ich die Silhouette des Tafelberges in Zeitschriften oder Magazinen sehe, kommen mir die Bilder von damals wieder in den Sinn.

Dennoch gute Laune beim täglichen Reinschiff
Dennoch gute Laune beim täglichen Reinschiff (Quelle: Bundeswehr/PAO Atalanta)Größere Abbildung anzeigen

Was ich nach über vier Jahren an Bord reichlich satt habe, ist das tägliche Reinschiff, auch wenn es natürlich erledigt werden muss. Ich kenne mittlerweile sämtliche Ecken und Winkel auf diesem Schiff, in denen sich Staub und Unrat ansammeln könnten, auswendig.

Besonders stolz machen mich seemännische Manöver, wie das Gefechtsversorgungsmanöver bei unserem letzten „German Operational Seatraining“ in England, das auch mit meinem Beitrag gut gelang. Dies zeigte mir, dass ich mein Handwerk beherrsche. Das Vertrauen, dass mir dadurch entgegen gebracht wurde und wird, bestätigt meine Entscheidung immer wieder aufs Neue, Signäler geworden zu sein.

Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten vermisse ich es einfach einmal abzuschalten und den Stress eines Seetages hinter mir zu lassen. Darüber hinaus fahre ich leidenschaftlich gerne Motorrad und mich schmerzt es, mein Motorrad alleine in der Garage stehen zu wissen. Das Erste, was ich machen werde, wenn ich wieder daheim bin, ist ein Besuch bei meinem Stamm-Döner-Imbiss.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich hoffe, dass ich braungebrannt und, aufgrund des Sportangebotes an Bord, durchtrainiert wieder nach Hause kommen werde. Darüber würde sich bestimmt auch meine Freundin freuen, die ich an dieser Stelle herzlichst grüßen möchte. Ich wünsche mir, dass wir hier alle den Einsatz heil überstehen und wohlbehalten im August wieder in Wilhelmshaven einlaufen werden.


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Stand vom: 08.01.18 | Autor: Christoph R.


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