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Die deutsche Beratung der afghanischen Luftstreitkräfte im Norden

Mazar-e Sharif, 14.09.2017.

Träumt nicht jeder davon, frei zu sein und wie ein Vogel durch die Lüfte zu fliegen? Für viele wird es aber nie übers Drachen steigen hinaus kommen. Den Traum vom Fliegen erfüllen sich nun einige afghanische Soldaten. Mit Beratung und Unterstützung durch Soldaten des deutschen Einsatzkontingents bei Resolute Support werden sie jetzt als Piloten eingesetzt.

Die afghanischen Soldaten beobachten den Flug eines Transporthubschraubers vom Typ MI 17

Die afghanischen Soldaten beobachten den Flug eines Transporthubschraubers vom Typ MI 17 (Quelle: Bundeswehr/PAO NCO TAAC N)Größere Abbildung anzeigen

Für einige afghanische Soldaten ist mittlerweile der Traum vom Fliegen Realität geworden und sie stehen ständig im Kampf gegen die regierungsfeindlichen Kräfte am Boden. Seit 2015 befindet sich im Norden Afghanistans eine Außenstelle der Afghanischen Luftstreitkräfte Kabul – das Air Operations Detachment (AOD) Balkh.

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Wertschätzung der afghanischen Streitkräfte

Brigadegeneral Ashraf ist stolz auf das was schon erreicht wurde

Brigadegeneral Ashraf ist stolz auf das was schon erreicht wurde (Quelle: Bundeswehr/PAO NCO TAAC N)Größere Abbildung anzeigen

Die Dienststelle liegt am Rande des Flugplatzes von Mazar-e Sharif in der Provinz Balkh, wo auch der Großteil des Deutschen Einsatzkontingentes Resolute Support stationiert ist. Major Christian W. ist der Verbindungsoffizier zu dieser Außenstelle und fährt mehrmals pro Woche zu seinen afghanischen Partnern, dem Kommandeur der AOD Balkh und Angehörigen seines Stabes, um diese zu beraten. Brigadegeneral Ashraf, der afghanische Kommandeur, schätzt diese ständige Beratung sehr und beschreibt mit Stolz das bisher Erreichte. "Vor zwei Jahren gab es noch gar keine afghanische Luftstreitkraft, die die Bodentruppen unterstützt haben“, erklärt er und führt weiter fort: „seit Januar 2015 haben wir Afghanen die Sicherheitsverantwortung für unser Land übernommen. Mit unseren Kampfhubschraubern und Kampfflugzeugen werden wir die regierungsfeindlichen Kräfte besiegen, so Gott will".

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Neue Luftfahrzeuge sind im „Anflug“

Der Kampfhubschrauber der afghanischen Luftstreitkräfte vom Typ MD530F sowie im Hintergrund die „Super Tucano“

Der Kampfhubschrauber der afghanischen Luftstreitkräfte vom Typ MD530F sowie im Hintergrund die „Super Tucano“ (Quelle: Bundeswehr/PAO NCO TAAC N)Größere Abbildung anzeigen

Die Hubschrauber vom Typ MI-24 (schwerer Kampfhubschrauber) und Mi-17 (Transporthubschrauber) russischer Bauart sind mittlerweile am Ende ihrer Lebensdauer angelangt. Sie werden nach und nach durch moderne US -amerikanische Systeme ausgetauscht.

Das leichte Kampf – und Unterstützungsflugzeug „Super Tucano“ wird mit Waffen bestückt

Das leichte Kampf – und Unterstützungsflugzeug „Super Tucano“ wird mit Waffen bestückt (Quelle: Bundeswehr/PAO NCO TAAC N)Größere Abbildung anzeigen

Bereits jetzt werden die leichten Kampfhubschrauber MD 530F auch „Cayuse Warrior“ genannt und die leichten Unterstützungs- und Angriffsflugzeuge A-29 „Super Tucanos“ in den laufenden Operationen der Afghanischen Sicherheitskräfte eingesetzt. Auch die kleine Außenstelle Balkh verfügt mittlerweile über einige der leichten Kampfhubschrauber mit jeweils zwei Mann Besatzung. Sie können mit ungelenkten Raketen oder einem schweren Maschinengewehr bewaffnet werden.
Die Beratung und Ausbildung der Piloten übernehmen Fluglehrer der US -Air Force

Die Ausbildung der Piloten obliegt der US -Air Force

Die Ausbildung der Piloten obliegt der US -Air Force (Quelle: Bundeswehr/PAO NCO TAAC N)Größere Abbildung anzeigen

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Die Aufgaben sind vielfältig

Der deutsche Verbindungsoffizier berät die Angehörigen der afghanischen Luftstreitkräfte bei Themen wie Umgang mit der Ressource Pilot und Flugzeug, Ruhezeiten und Unterbringung. Die Beratungen umfassen ebenfalls die Aufgaben des Kommandeurs, der Flugplatz-Feuerwehr sowie der Personalführung. Auch moderne Organisations- und Führungsgrundsätze werden vermittelt. Dies geschieht nicht nur durch den Kontakt zum kommandierenden afghanischen General der Luftstreitkräfte, sondern auch zu den einzelnen ‚Chiefs‘ der jeweiligen Stabsabteilungen. Die besondere Herausforderung liegt in der Aufwuchs- und Strukturberatung einer Luftwaffe, die täglich im Gefecht steht. Dies ist vergleichbar mit einer Operation am offenen Herzen, während der Chirurg gleichzeitig das Personal im Operationssaal ausbildet und Nachwuchs vor dem Krankenhaus rekrutiert.

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Wie sieht die Zukunft aus?

Noch Zukunftsmusik, bald dürfen ihn auch die Afghanischen Luftstreitkräfte fliegen – Den Blackhawk

Noch Zukunftsmusik, bald dürfen ihn auch die Afghanischen Luftstreitkräfte fliegen – Den Blackhawk (Quelle: Bundeswehr/PAO NCO TAAC N)Größere Abbildung anzeigen

Wie aus den Medien zu entnehmen war, finanzieren die USA die erhebliche Vergrößerung der Afghan Air Force. Die ersten Blackhawks als Nachfolgemodell für den ausgedienten afghanischen Kampfhubschrauber sollen im Jahr 2018 nach Mazar-e Sharif kommen. Sie werden schon mit großer Spannung erwartet. Aus der noch kleinen Außenstelle wird dann ein großes Geschwader mit im Vergleich zu heute, sechsmal so viel Personal und Material. Hoffentlich werden dann weitere NATO-Berater das kleine Team beim AOD Balkh verstärken, um allen anstehenden Aufgaben und Herausforderungen gerecht werden zu können.

Video: Die Ausbildung afghanischer Piloten

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Stand vom: 18.09.17 | Autor: Christian W.


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