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Ich bin iM EINsatz: ABC-Abwehr und Ausbildungsberater im Nordirak

Erbil, 09.10.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Hauptfeldwebel Alexander O. ist ABC-Abwehr- und Auswertefeldwebel
Hauptfeldwebel Alexander O. ist ABC-Abwehr- und Auswertefeldwebel (Quelle: Bundeswehr/Beate Schöne)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Hauptfeldwebel Alexander O. und seit Ende Mai im Irak im Einsatz. In Deutschland bin ich in Bruchsal, beim ABC-Abwehrbataillon 750 eingesetzt. Als stellvertretender Gruppenführer in der ABC-Aufklärungsgruppe bin ich hauptsächlich für die Planung und Koordination der Ausbildung verantwortlich. Bei der Bundeswehr bin ich seit Juli 2008. Dies ist mein erster Einsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Der ABC-Spezialist  öffnet eine Probe, welche durch den Koalitionspartner Kanada übergeben wurde
Der ABC-Spezialist öffnet eine Probe, welche durch den Koalitionspartner Kanada übergeben wurde (Quelle: Bundeswehr/André Klimke)Größere Abbildung anzeigen

Hier im Irak bin ich auf dem Posten des ABC-Abwehr- und Auswertefeldwebels eingesetzt. Zu meinen Aufgaben gehört das tägliche Online-Stellen der Wettervorhersage. Darüber hinaus nehme ich bei den Soldaten die individuellen Grundfertigkeiten ab und führe die ABC-Ausbildung durch, die jeder einmal im Kontingent ablegen muss. Wichtige Themen dabei sind beispielsweise die Auswahl des zweckdienlichen Filters und auch das vorschriftsmäßige und effektive An- und Ablegen der persönlichen ABC-Schutzbekleidung. Bei Temperaturen über 40 Grad eine schweißtreibende Aufgabe, die trotz der Belastung gewissenhaft abgearbeitet werden muss. Meine weitere Einsatzaufgabe besteht darin, die ABC-Ausbildung für die Peschmerga zu planen, sowie den ABC-Abwehrstabsoffizier bei der Beratung zu unterstützen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Die gezogene Probe wird mit dem LCD, einem Nachweisgerät für chemische Kampfstoffe überprüft
Die gezogene Probe wird mit dem LCD, einem Nachweisgerät für chemische Kampfstoffe überprüft (Quelle: Bundeswehr/André Klimke)Größere Abbildung anzeigen

Die Ausbildungsunterstützung Nordirak ist ein Einsatz, bei dem die ABC-Bedrohung durchaus realistisch ist. Die Sensibilisierung der Menschen hier ist also unbedingt geboten. Wir analysieren Proben, die wir hier im Einsatzland genommen haben. Das ist im Vergleich zu anderen Einsätzen schon etwas Besonderes. Auch die Analyse von Proben, welche uns gegebenenfalls durch unsere Koalitionspartner übergeben werden, gehört zu meinem Aufgabenfeld. Wir nehmen auch vorläufige Identifikationen von Stoffen vor, um mit diesen Ergebnissen dazu beizutragen, das ABC-Lagebild zu verdichten. Dabei schätze ich die multinationale Zusammenarbeit sehr.

Das vermisse ich hier am meisten.

Mit einem sogenannten Massenspektrometer werden die Ergebnisse der Probe angezeigt und ausgewertet
Mit einem sogenannten Massenspektrometer werden die Ergebnisse der Probe angezeigt und ausgewertet (Quelle: Bundeswehr/André Klimke)Größere Abbildung anzeigen

Im Laufe der vier Monate hier, stelle ich fest, was mir wirklich wichtig und was dann doch eher zweitrangig ist. So vermisse ich zum Beispiel wiederkehrende Wochenenden sehr: Einfach mal einen ganzen Tag wieder das tun, was ich möchte, ganz ohne Auftrag. Natürlich vermisse ich auch meine Freunde und meine Familie.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich hoffe, dass die geplante Ausbildung gut umgesetzt wird, und die ABC-Abwehrkompanie der Peschmerga das erlernte Wissen auch entsprechend nutzen kann. Außerdem wünsche ich allen Kameraden des alten und des neuen Kontingentes alles Gute, einen erfolgreichen Auslandseinsatz und dass alle wohlbehalten nach Hause zurückkehren. Wenn ich wieder in Deutschland bin, freue ich mich insbesondere darauf, meine Tochter endlich wieder in die Arme schließen und schlichtwegmeinen Urlaub genießen zu können.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Alexander O.


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