Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelle Einsätze > Allemannsmanöver - Nach Einlaufen die große Wäsche

Allemannsmanöver - Nach Einlaufen die große Wäsche

Catania, 04.10.2017.

Wer meint, die Besatzung der Fregatte „Mecklenburg Vorpommern“ könne nach dem Festmachen im Hafen von Catania erstmal die Beine hoch legen, täuscht sich gründlich. Denn mit der Vorbereitung an Bord ist es wie beim Fußball: Nach dem Einlaufen ist immer auch vor dem Auslaufen. Also heißt es Anpacken und die Fregatte wieder auf Vordermann bringen.

Die Schiffsglocke wird wieder auf Hochglanz gebracht

Die Schiffsglocke wird wieder auf Hochglanz gebracht (Quelle: Bundeswehr/PAO Fregatte Mecklenburg-Vorpommern)Größere Abbildung anzeigen

Mit dem Einlaufen in einen Hafen ist die Arbeit auf einem Kriegsschiff noch lange nicht getan. Neben dem allgemeinen „Seeklarzurück-Machen“ ist es gerade in einem Einsatz wichtig, das Schiff wieder klar zum Auslaufen zu machen. Auftanken, Müllabgabe, die Übernahme von aus Deutschland angelieferten Versorgungsgütern und die Proviantübernahme füllen den Einlauftag schon recht gut aus.

Allemannsmanöver – jetzt müssen alle mit anpacken damit das Proviant schnellstmöglich an Bord gebracht und verstaut wird

Allemannsmanöver – jetzt müssen alle mit anpacken damit das Proviant schnellstmöglich an Bord gebracht und verstaut wird (Quelle: Bundeswehr/PAO Fregatte Mecklenburg-Vorpommern)Größere Abbildung anzeigen

In Catania hat die Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ nach 19 Tagen Seefahrt 32 Paletten Proviant und acht Paletten Wasser mit einem Gesamtgewicht von 19 Tonnen mit einem „Allemannsmanöver“ an Bord gebracht und da wird es schon mal eng im Schiff. Bis in die letzte Stauung wird der Proviant gebracht.

Runter mit dem Salz und dem Staub, Antennenputzen ist angesagt

Runter mit dem Salz und dem Staub, Antennenputzen ist angesagt (Quelle: Bundeswehr/PAO Fregatte Mecklenburg-Vorpommern)Größere Abbildung anzeigen

Aber auch das große Saubermachen beschäftigt die gesamte Besatzung. Gehören Reinschiff und das „Abspulen“ des Oberdecks mit dem Schlauch schon im Seebetrieb zu den alltäglichen Arbeiten, geht das „Große Waschen“ im Hafen weiter. Bettdecken und Kojenzeug werden gebindeweise zur Reinigung an eine Wäscherei abgegeben. Aber hat man schon einmal etwas von Antennenwaschen und Gasturbinenwaschen gehört? Der äußere Zustand der Antennen an Bord ist für deren Übertragungsfunktion unbedingt wichtig. Werden diese nicht regelmäßig gereinigt, kann das durchaus zu Leistungseinschränken führen.

Was es mit dem Gasturbinenwaschen auf sich hat, erklärt uns Obermaat Martin R. Er ist seit zwei Jahren als Antriebsmaat an Bord und für die beiden Gasturbinen zuständig. Diese haben zusammen 50.000 PS und bringen das Schiff mit 5.500 Tonnen Verdrängung innerhalb von 90 Sekunden auf eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 30 Knoten. Das entspricht ungefähr 55 Stundenkilometern. Mit seinem Fachwissen erläutert er, warum auch eine Gasturbine unbedingt gewaschen werden muss und wie so ein „Waschvorgang“ aussieht.

Obermaat Martin R. beim Reinigen der Gasturbine

Obermaat Martin R. beim Reinigen der Gasturbine (Quelle: Bundeswehr/PAO Fregatte Mecklenburg-Vorpommern)Größere Abbildung anzeigen

„Die Gasturbine ist aufgebaut wie ein Flugzeugtriebwerk und besteht aus Hunderten von Schaufelrädern. Über die Luftansaugschächte zieht die Gasturbine Luft an, die sie zur Verbrennung benötigt. Seeluft enthält aber zu einem nicht unerheblichen Teil Salz und das lagert sich in der Gasturbine auf den Schaufelrädern ab. Dabei können Unwuchten entstehen und bei einer Drehzahl von bis zu 10.000 Umdrehungen in der Minute kann die Gasturbine beschädigt werden. Um das zu verhindern, wird die Turbine alle hundert Betriebsstunden gewaschen. Dabei wird ein spezielles Turbinenwaschmittel vor die Schaufelräder gespritzt. Durch das Drehen saugt die Turbine sich das Waschmittel rein und entfernt die Salzablagerungen.“
Dieser Vorgang wird mehrmals wiederholt, danach wird mit klarem Wasser gespült, und dann die Maschine gestartet und trocken gefahren. Also wie im richtigen Leben: Hauptwaschgang, Spülen, Trocknen.

Auch die kleinkalibrigen Waffen müssen nach einer Seefahrt gereinigt werden

Auch die kleinkalibrigen Waffen müssen nach einer Seefahrt gereinigt werden (Quelle: Bundeswehr/PAO Fregatte Mecklenburg-Vorpommern)Größere Abbildung anzeigen

Nach jedem Einlaufen ist es zwingend erforderlich, die kleinkalibrigen Oberdeckswaffen abzubauen und zu reinigen, da das Seewasser Salz auf den Waffen hinterlässt und es hierdurch zu einer vermehrten Rostbildung kommen kann. Die Waffen werden zwar auch im Seebetrieb täglich eingefettet, aber spätestens im Hafen werden sie komplett zerlegt und neu konserviert

nach oben


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 04.10.17 | Autor: PAO Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.aktuelle_einsaetze&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB174000000001%7CARTC3Y819DIBR