Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelle Einsätze > Ich bin iM EINsatz: Als Logistik-Ausbilder und Infanterie-Trainer

Ich bin iM EINsatz: Als Logistik-Ausbilder und Infanterie-Trainer

Koulikoro, 15.12.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Stabsfeldwebel Jerome J. bildet die malischen Soldaten im Bereich Logistik aus
Stabsfeldwebel Jerome J. bildet die malischen Soldaten im Bereich Logistik aus (Quelle: Bundeswehr/Johannes Müller)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Stabsfeldwebel Jerome J. und 43 Jahre alt. Ich bin seit 1995 Soldat, geschieden und Vater eines Sohnes. Seit 2013 leiste ich meinen Dienst in der Gruppe der Infanterie beim Amt für Heeresentwicklung. Das ist mein erster Einsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Der Ausbilder unterstützt bei der Ausbildung zum Schieß-Instructor
Der Ausbilder unterstützt bei der Ausbildung zum Schieß-Instructor (Quelle: Bundeswehr/Simon Hofmann)Größere Abbildung anzeigen

Im Combat Service Support Training Team (CSSTT), bin ich als Nachschubfeldwebel eingesetzt. Es ist meine Aufgabe die malischen Soldaten im Bereich Logistik auszubilden. Zusätzlich unterstütze ich die Infanterie Trainer bei der Ausbildung. Diese Teams sind international besetzt. Mein CSSTT setzt sich aus Belgiern, Schweden, Esten und Deutschen zusammen. Die Ausbildungstage ähneln sich: Waffenempfang, Marsch zum Ausbildungsort, Vermittlung theoretischer Grundlagen, praktische Umsetzung und wieder Waffenabgabe. Von Patrouille zu Fuß bis zum Kampf im urbanen Gelände, vom Training kleiner Gruppen bis zu ganzen Kompanien, für mich auffällig war die durchweg hohe Motivation, die die Malier durchweg an den Tag legten. Wissbegierig, neugierig und offen für Neues machte die Ausbildung immer wieder Spaß. Hier gab es kein Jammern, hier wurde angepackt und umgesetzt.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Am Ende der Kurse bekommen die „Students“ ihre Zertifikate
Am Ende der Kurse bekommen die „Students“ ihre Zertifikate (Quelle: Bundeswehr/Simon Hofmann)Größere Abbildung anzeigen

Ich habe in meiner ganzen Laufbahn immer gerne Soldaten ausgebildet. Hier in Mali ist das nochmal eine ganz besondere Herausforderung. Das Klima, die Ausrüstung und die Sprachbarriere sind anspruchsvoll. Da es für einige der malischen Soldaten zeitnah in den Norden geht, ist zusätzlich eine Motivation. Wenn dann am Ende des Kurses die Closing Ceremony (Abschlusszeremonie) mit der Zertifikatübergabe stattfindet, sieht und spürt man die Dankbarkeit, Herzlichkeit und den Stolz der malischen Soldaten.

Beim „Rememberance Day“ wird den Toten gedacht, ein ergreifender Moment für alle
Beim „Rememberance Day“ wird den Toten gedacht, ein ergreifender Moment für alle (Quelle: Bundeswehr/Simon Hofmann)Größere Abbildung anzeigen

Besonders hervorheben möchte ich die internationale Zusammenarbeit. Das macht Spaß und war beispielgebend. Mein persönliches Highlight war der Tag des Erinnerns, der „Rememberance Day“. Da stand ich neben meinen englischen Kameraden und wir gedachten der gefallenen Soldaten beider Weltkriege. Das war für uns alle beeindruckend, es werden Vorbehalte abgebaut und Brücken geschlagen.

Natürlich vermisse ich am meisten meine Freundin und unsere Kinder. Obwohl sie alles alleine stemmen musste, war sie die ganze Zeit über ein toller und starker Rückhalt. Selbst die vorhandene, gute Internetverbindung ersetzt eben nicht die helfende Hand im Haushalt oder bei den Pferden. Ich vermisse Ruhe und Privatsphäre und freue mich darauf, mal nicht ständig das Geräusch von laufenden Generatoren zu hören.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich hoffe auch die letzten Tage im Einsatz gut über die Bühne bringen zu können. Wenn ich dann nach Hause komme, werden wir erstmal ruhig und im kleinen Kreise meine Heimkehr feiern. Ich freue mich auf Familie und Pferde und darauf, im neuen Jahr mit meiner Freundin Urlaub und Ruhe zu genießen. Grüße und mein Dank gehen an meine Kameraden, hier vor allem Stabsfeldwebel Torsten N., die für mich meine Aufgaben übernommen und mir den Einsatz erst ermöglicht haben.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 08.01.18 | Autor: Jerome J.


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.aktuelle_einsaetze&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB174000000001%7CAU3AVG651DIBR