Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelle Einsätze > Mali: Moderne Wege gegen die Malaria

Mali: Moderne Wege gegen die Malaria

Gao, 12.04.2017.

Malaria, die Tropenkrankheit die von Moskitos übertragen wird, ist ein wichtiges Thema rund um den Einsatz deutscher Soldaten in Mali. Schon in der Einsatzvorbereitung werden die Soldaten entsprechend sensibilisiert. Was tue ich, um nicht gestochen zu werden? Wie nehme ich prophylaktische Medikamente ein? Doch wie wird vor Ort festgestellt, ob ein Soldat tatsächlich erkrankt ist?

Der neue tele-mikrobiologische Arbeitsplatz im Camp Castor in

Der neue tele-mikrobiologische Arbeitsplatz im Camp Castor in (Quelle: Bundeswehr/Helmmar Schmidt)Größere Abbildung anzeigen

Bislang gibt es einen Schnelltest, mit dem schnell festgestellt werden kann, ob ein Soldat infiziert ist. Zusätzlich kann eine Untersuchung befallener Blutkörperchen per Mikroskop erfolgen.
Es gibt jedoch unterschiedliche Arten der Erreger, die sich in ihrem Verhalten im menschlichen Körper und in ihrer Darstellung in den befallenen Blutzellen unterscheiden. Das hat Auswirkungen auf die weitere Behandlung. Um schnellstmögliche Gewissheit zu erlangen welche Art vorliegt, haben die MINUSMA-Soldaten der medizinischen Versorgungseinrichtung im Camp Castor nun ein neues Hilfsmittel: Einen tele-mikrobiologischen Arbeitsplatz. Was kompliziert klingt, ist im Grunde eine Videotelefonie-Anlage über deren Rechner ein Mikroskop und eine steuer- und fokussierbare Kamera angeschlossen sind.

nach oben

Schnelle Bestimmung des Erregers möglich

Liegt bei einem Patienten ein Malaria-Verdacht vor, können innerhalb weniger Sekunden Bilder des Erregers an das Zentrale Institut des Sanitätsdienstes der Bundeswehr in Koblenz übermittelt werden. Im dortigen Labor für Parasitologie kann die Art des Erregers bestimmt werden und so mit den Kameraden im Einsatz das weitere Vorgehen bei der Behandlung abgestimmt werden. Denn von der Geschwindigkeit und der korrekten Bestimmung des Erregers hängt der Erfolg der Behandlung ab.

nach oben

Export der Expertise

Das System hilft aber nicht nur bei der Bestimmung der Malariaerreger. Es kann auch bei anderen Tropenerkrankungen und auch bei Hautproblemen zum Einsatz kommen. Über den Verbund können die Sanitätssoldaten in Mali, Afghanistan oder dem Kosovo auf die Expertise der Fachärzte anderer Fachgebiete in Koblenz, Berlin oder Hamburg zurückgreifen. Alles läuft unter dem Motto „Export der Expertise, statt Export der Experten“, wie es Oberstleutnant Dr. Scheid vom Labor für Parasitologie in Koblenz zusammenfasst.

nach oben

Echter Zugewinn

Die Experten in Deutschland stehen mit Rat und Tat zur Seite

Die Experten in Deutschland stehen mit Rat und Tat zur Seite (Quelle: Bundeswehr/Helmmar Schmidt)Größere Abbildung anzeigen

Der neue Arbeitsplatz gibt den Sanitätern und dem behandelnden Arzt vor Ort ein Mehr an Sicherheit und hilft bei den Entscheidungen zur Therapie. Oberfeldarzt F., der in Gao eingesetzt ist, sagt: „ Es ist gut, den Rückgriff auf unsere Experten in Deutschland zu haben.“ Aus Sicht der Soldaten im Camp Castor ist die Anlage also ein echter Zugewinn.

nach oben


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 12.04.17 | Autor: Helmmar Schmidt


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.aktuelle_einsaetze&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB174000000001%7CALC9FP508DIBR