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Ich bin iM EINsatz: Die rechte Hand vom Spieß

Erbil, 10.03.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Von Bischofswiesen nach Erbil: Hauptgefreiter Julius D. ist in seinem ersten Einsatz
Von Bischofswiesen nach Erbil: Hauptgefreiter Julius D. ist in seinem ersten Einsatz (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Hauptgefreiter Julius D. (23) und meine Heimatdienststelle ist das Gebirgsjägerbataillon 232 in Bischofswiesen. Dort bin ich seit Januar 2015 tätig, zuerst als Stabsdienstsoldat und nun als Fahrer des Kommandeurs. Seit Anfang Januar 2017 bin ich in Erbil und unterstütze in meinem ersten Auslandseinsatz den Kompaniefeldwebel des 7. Deutschen Einsatzkontingents im Nordirak.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Im deutschen Einsatzkontingent im Nordirak ist Julius D. die rechte Hand des Kompaniefeldwebels
Im deutschen Einsatzkontingent im Nordirak ist Julius D. die rechte Hand des Kompaniefeldwebels (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Zu meinen Aufgaben als „Allzweckwaffe“ meines Spießes, wie der Kompaniefeldwebel fast überall in der Bundeswehr genannt wird, gehört vor allem die Arbeit im Geschäftszimmer im Stab des Kontingents. Dort fungiere ich als Ansprechpartner für alle deutschen Soldaten. Gerade wenn der Spieß unterwegs ist, wie etwa bei der Abholung oder der Verabschiedung von Kontingentangehörigen auf dem Flughafen, vertrete ich ihn im Camp.

Schlüsselfunktion: Ist der Spieß nicht anwesend, kümmert sich sein Soldat – auch um die Materialausgabe
Schlüsselfunktion: Ist der Spieß nicht anwesend, kümmert sich sein Soldat – auch um die Materialausgabe (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Als sein Gehilfe bin ich auch für die Ausgabe des in unserem Container gelagerten Materials sowie für die Containerverwaltung und -vorbereitung für Soldaten, die uns im Rahmen von Dienstreisen besuchen, verantwortlich. Aber auch die Bereitstellung von Getränken und Snacks in der sogenannten „G-Erbil Bar“, einer kleinen Betreuungseinrichtung im Camp fällt in meinen Bereich. Darüber hinaus kümmere ich um die Beschaffung von Verpflegung für die in Bnslawa ausbildenden Soldaten.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Mich motiviert vor allem, dass ich die Soldaten, die hier die kurdischen Sicherheitskräfte ausbilden, durch meine Hilfeleistungen und meinen Service unterstütze und ihnen so den Einsatz etwas einfacher und angenehmer machen kann. Ich möchte bei allen Kameraden einfach als hilfsbereiter, freundlicher und engagierter Soldat in Erinnerung bleiben. Besondere Momente gab es auch schon: ich hatte vor einiger Zeit die Gelegenheit, den kurdischen Präsidenten Masoud Barzani kennenzulernen. Bei einer Besprechung im Deutschen Konsulat in Erbil traf ich zudem den hiesigen Finanzminister Hoshyar Zebari und bekam dabei einen Eindruck vom Zusammenspiel der Akteure und den hier engagierten Nationen.

Das vermisse ich hier am meisten.

In der Feldpoststelle gibt er regelmäßig die Dienstpost nach Deutschland auf
In der Feldpoststelle gibt er regelmäßig die Dienstpost nach Deutschland auf (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Am meisten fehlt mir die Möglichkeit mal komplett abzuschalten. Das ist zwar manchmal machbar, wenn ich zum Beispiel die Kopfhörer aufsetze und die Augen schließe, es ist aber einfach anders als zu Hause. Noch vermisse ich Familie, Freundin, Freunde und die Kameraden aus dem Standort noch nicht „so sehr“. Das wird sich aber sicher mit der Zeit steigern. Jeden Morgen, wenn ich aus meinem Container ins Freie trete, merke ich, dass ich mir die wunderschöne und idyllische Landschaft des Berchtesgadener Lands herbeisehne.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Für die Zeit nach dem Einsatz habe ich noch keinen endgültigen Plan, da es im Anschluss auf einen Truppenübungsplatz in der Seetaler Alpe geht. Jedoch habe ich mir schon einige Sachen herausgesucht, die ich mit meiner Familie danach gern unternehmen würde. Außerdem werde ich die von der Bundeswehr bereitgestellte Präventiv-Kur auf der Insel Rügen in Anspruch nehmen.

Längerfristig gesehen, werde ich mich wieder freiwillig für einen zweiten Einsatz melden. Ich möchte dieses, doch immer wieder andere und einzigartige Erlebnis einfach nochmal mitnehmen.

Die allerliebsten Grüße gehen natürlich an meine Freundin, die trotz der doch langen Zeit, in der wir uns nicht sehen können, zu mir steht. Dazu grüße ich noch meine Familie, die mich vor und auch während der Zeit im Irak enorm unterstützt und motiviert. Grüße gehen auch an meine Freunde in Hennef und im Berchtesgadener Land, die schon jetzt mit einer Sektflasche sehnsüchtig auf meine Rückkehr warten. Nicht zu vergessen: Meine Kameraden vom Gebirgsjägerbataillon 232, die mir diesen Einsatz ermöglicht haben und sich auch immer wieder nach meinem Wohlbefinden erkundigen.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Julius D.


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