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Ich bin iM EINsatz: Sicher ist sicher

Erbil, 27.02.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Christian O. ist als Schirrmeister und Kraftfahrfeldwebel im Nordirak
Christian O. ist als Schirrmeister und Kraftfahrfeldwebel im Nordirak (Quelle: Bundeswehr/Wilhelm Blank)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Hauptfeldwebel Christian O (34). An meinem Heimatstandort Bischofswiesen bin ich als Schirrmeister im Gebirgsjägerbataillon 232 eingesetzt. Seit 14 Jahren bin ich Soldat, seit sechs Jahren jetzt schon Berufssoldat. Als gelernter Kfz-Technikmeister habe ich bei der Bundeswehr verschiedenste Ausbildungen zum Schirrmeister und Kraftfahrfeldwebel durchlaufen. „Nebenbei“ bin ich sowohl zu Hause als auch hier im Camp in Erbil als Fachkraft für Arbeitssicherheit (FAS) eingesetzt. Einsatzerfahrungen konnte ich bereits in Mali und im Kosovo sammeln. In Erbil bin ich seit Mitte Januar genau in dieser Kombination eingesetzt: Schirrmeister, Kraftfahrfeldwebel und FAS.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Als Schirrmeister habe ich die Einsatzbereitschaft des hier befindlichen Materials zu erhalten. Dazu zählen unter anderem unsere Fahrzeuge, die Waffen oder auch die Fernmeldesysteme. Entsprechend steuere ich die Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten bei auftretenden Problemen oder Schäden.

In der Funktion des Kraftfahrfeldwebels bilde ich unsere Kraftfahrer aus beziehungsweise weiter. Dies geschieht durch Einweisungen und Überprüfungen auf unbekannten Fahrzeugtypen, aber auch durch die Unterstützung bei auftretenden Wartungs- und Pflegemängeln.

Alles an seinem Platz: Als Fachkraft für Arbeitssicherheit liegt ihm die Gesundheit seiner Kameraden am Herzen
Alles an seinem Platz: Als Fachkraft für Arbeitssicherheit liegt ihm die Gesundheit seiner Kameraden am Herzen (Quelle: Bundeswehr/Wilhelm Blank)Größere Abbildung anzeigen

Als Fachkraft für Arbeitssicherheit berate ich – wie der Name es schon vermuten lässt – das Kontingent in allen Belangen des Arbeitsschutzes. Das beinhaltet das Erkennen und Beseitigen von Gefahrenstellen insbesondere im Camp oder eine Gefährdungsbeurteilung für gewisse Arbeitsabläufe. So sorge ich für die Gesundheit und die Dienstfähigkeit unserer Soldaten. Gerade als Arbeitsschützer zeigt sich immer wieder, dass wir uns in jedem Einsatzland auf andere Gegebenheiten einstellen müssen. Flexibilität ist dabei gefragt.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Neues Feld: Der Hauptfeldwebel ist auch in die Kraftfahrausbildung der Peschmerga eingebunden
Neues Feld: Der Hauptfeldwebel ist auch in die Kraftfahrausbildung der Peschmerga eingebunden (Quelle: Bundeswehr/Wilhelm Blank)Größere Abbildung anzeigen

Besonders und neu für mich ist, dass ich hier im Nordirak auch in die Ausbildung der Peschmerga eingebunden bin. In einem dreiwöchigen „Drivers Course“ bilde ich derzeit rund 30 Kurden zu Kraftfahrern aus. Sechs italienische und vier deutsche Ausbilder unterstützen mich bei dieser anspruchsvollen Aufgabe. Gerade die Sprachbarriere ist für uns eine wiederkehrende Herausforderung, kein Wunder bei all den technischen Begriffen und Tätigkeiten. Doch dafür stehen uns mehrere Dolmetscher zur Verfügung.

In einem dreiwöchigen Kurs lernen die Peschmerga, dass Fahren nicht gleich Fahren ist
In einem dreiwöchigen Kurs lernen die Peschmerga, dass Fahren nicht gleich Fahren ist (Quelle: Bundeswehr/Wilhelm Blank)Größere Abbildung anzeigen

Die Ausbildung der Kurden auf amerikanischen Fahrzeugen der Typen „Humvee“ und „MaxxPro“ umfasst alle Themen, die wir auch in Deutschland ausbilden: Einweisung in die Fahrzeugbedienung, in die Fahrzeugtechnik, die Fahrzeugpflege sowie das Fahren auf der Straße und im Gelände. Hinzu kommen die Nachtausbildung sowie verschiedene Regeln für das Verhalten bei Beschuss, bei einem Hinterhalt oder bei einem improvisierten Sprengsatz.

Das vermisse ich hier am meisten.

In den Monaten des Einsatzes vermisse ich vor allem meine Frau und die Kinder. Zum Glück können wir beinahe täglich skypen und telefonieren. So kann ich trotz der Entfernung und der Dauer des Einsatzes zumindest ein Stück weit die Ereignisse des Tages mit meinen Lieben teilen. Ich freue mich immer wieder, wenn mir meine Kinder berichten, was sie daheim alles erleben konnten. Ich bin stolz auf die starke Frau an meiner Seite, die mittlerweile auch auf drei Einsätze zurückblickt und auf die ich mich immer voll verlassen kann.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Für meine Kameraden und mich wünsche ich mir als erstes einen erfolgreichen Einsatz hier in Erbil und dass wir alle wieder gesund nach Hause kommen. Nach der Rückkehr nach Deutschland werde ich erstmal ganz viel Zeit mit meiner Familie aufholen. Die Vorfreude auf den gemeinsamen Urlaub in Kroatien ist jetzt schon sehr groß. Ich grüße meine Familie, meine Freunde und die Kameraden in der Heimat und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Christian O.


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