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Ich bin iM EINsatz: Als Sprengstoffsucher mit Herz in Mali

Koulikoro, 04.10.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Für Hauptgefreitem Daniel M. ist es aufregende Zeit in Mali
Für Hauptgefreitem Daniel M. ist es aufregende Zeit in Mali (Quelle: Bundeswehr/PAO EUTM)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Daniel M. Ich bin 24 Jahre alt und komme aus dem schönen Bayern. Für mich ist das der erste Auslandseinsatz. In Deutschland diene ich im Gebirgspionierbataillon 8 in Ingolstadt. Hier bei der Mission EUTM in Mali gehöre ich dem Kampfmittelabwehrzug an.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Absuchen der Stellplätze auf Kampfmittel
Absuchen der Stellplätze auf Kampfmittel (Quelle: Bundeswehr/PAO EUTM)Größere Abbildung anzeigen

Als Kampfmittelaufklärer im Rahmen der Kampfmittelbeseitigung sind meine Kameraden und ich für die Sicherheit unserer eigenen Kräfte zuständig. Wir durchsuchen Fahrzeuge, die als Zulieferer ins Koulikoro Training Camp einfahren wollen, nach Waffen und Sprengstoff. Dafür fahren wir mit unserem „Eagle“, einem geschützten militärischen Einsatzfahrzeug, an ausgewählte Plätze, die einen ausreichenden Abstand zum Camp haben. Wir untersuchen sie vorher auf Belastungen durch Kampfmittel mit Metalldetektoren. Zusätzlich bin ich als Kraftfahrer eingesetzt und rundum für unsere „Mila“ verantwortlich. (Ja, unser „Eagle“ hat einen Kosenamen.) Die Zusammenarbeit mit der Zivilbevölkerung finde ich schon sehr interessant aber teils auch ganz schön anstrengend. Das hat was mit dem Verständnis von Pünktlichkeit zu tun. Lange nicht alle halten sich an vereinbarte Termine und können sehr unpünktlich sein. Wirklich sauer kann man aber deshalb nicht werden. Die Menschen hier haben auch einen großen Charme und Verspätungen machen sie kurzerhand durch ihr allgegenwärtiges freundliches Lächeln und viele nette Gespräche wieder wett.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Hauptgefreiter Daniel M. ist der Kraftfahrer eines „Eagle“
Hauptgefreiter Daniel M. ist der Kraftfahrer eines „Eagle“ (Quelle: Bundeswehr/PAO EUTM)Größere Abbildung anzeigen

Ich habe das Glück, sehr viel mit den Menschen hier in Kontakt treten zu können und die Lebensweise und Kultur kennen zu lernen. Anfangs war alles ziemlich befremdlich: Es ist einfach eine komplett andere Welt als bei uns in Deutschland. Wenn man in den Einsatz geht, weiß man ja schon Monate vorher Bescheid, wohin es geht. Man informiert sich über Fernsehen und Internet über die Umstände vor Ort. Aber wirklich hier zu sein und die Eindrücke zu fühlen, darauf kann einen keiner vorbereiten. Es ist anders als im Fernsehen. Besonders stolz macht mich, dass die Bundeswehr und damit ja auch ich, hier in Mali ein sehr gutes Ansehen haben. Immer, wenn wir durch Dörfer und Städte fahren, freuen sich die Menschen sehr, dass wir da sind, besonders die Kinder sind von uns begeistert. Eine Übersetzerin sagte mal zu mir, die Leute nennen uns „die weißen Engel“, weil wir Arbeit, Leben und Schutz in das „kleine Dörfchen“ Koulikoro gebracht haben. Das ist für uns eine große Motivation, wir fühlen uns hier sehr willkommen.

Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten vermisse ich hier – ganz klar – Familie und Freunde. Ich bin sehr froh, dass alle hinter mir stehen und wir auch ständig in Kontakt sein können. Ich freue mich immer sehr, wenn ein Paket von Zuhause ankommt und Freundin oder Mama mal wieder Süßigkeiten eingepackt haben. Das ist hier nämlich echte Mangelware.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich hoffe, der Rest des Einsatzes verläuft genauso reibungslos wie bisher. Ich freue mich darauf, dass wir alle bald unsere Lieben wiedersehen und dann in unseren wohlverdienten Urlaub gehen können. Zum Schluss noch ein Gruß an meine Kameraden in Ingolstadt: HORRIDO.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Daniel M.


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