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Ich bin iM EINsatz: „Schön, den Menschen helfen zu können“

In See, 18.03.2016.


Von Afrika bis nach Afghanistan, auf zwei Weltmeeren und über Syrien: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Für Obermaat Alexander P. ist es nicht der erste Einsatz
Für Obermaat Alexander P. ist es nicht der erste Einsatz (Quelle: Bundeswehr/PAO Korvette Ludwigshafen am Rhein)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Alexander P. und ich bin Navigationsunteroffizier auf der Korvette „Ludwigshafen am Rhein“. Von den zweieinhalb Jahren, die ich bei der Bundeswehr bin, habe ich rund sechs Monate auf See verbracht. Vor unserer Teilnahme an der Operation „Sophia“ war ich unter anderem im UNIFIL-Einsatz und habe am NATO-Manöver „Joint Warrior 2015“ teilgenommen.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Gerettete Schiffbrüchige an Bord der Korvette „Ludwigshafen am Rhein“
Gerettete Schiffbrüchige an Bord der Korvette „Ludwigshafen am Rhein“ (Quelle: Bundeswehr/Archiv )Größere Abbildung anzeigen

Wenn wir Menschen aus Seenot retten, bin ich für ihre Betreuung an Bord verantwortlich. Das umfasst in erster Linie den Empfang und die Begleitung der Menschen. Von dem Deck, wo sie registriert und medizinisch versorgt werden, hole ich sie ab und führe sie zu ihrem Aufenthaltsort. Dabei sorge ich dafür, dass jeder von ihnen unter anderem eine Decke und eine Flasche Wasser erhält.
Es ist ein schönes Gefühl, den Menschen zumindest kurzzeitig helfen zu können, die während ihrer Reise durch halb Afrika großem Elend ausgesetzt waren. Wenn sie sich nach vermutlich langer Zeit bei uns an Bord einigermaßen in Sicherheit fühlen, fällt ein großer Teil der Aufregung von ihnen ab. Gerade auf meiner Station wird das immer wieder sehr deutlich.

Die navigatorische Beratung und das Führen des Schiffstagebuchs zählen zu seinen Aufgaben
Die navigatorische Beratung und das Führen des Schiffstagebuchs zählen zu seinen Aufgaben (Quelle: Bundeswehr/PAO Korvette Ludwigshafen am Rhein)Größere Abbildung anzeigen

Meine eigentliche Aufgabe im Seebetrieb besteht darin, auf der Brücke mit navigatorischer Beratung zu unterstützen. Ich führe das Schiffstagebuch, beobachte und protokolliere das Wetter und führe auch Sprechfunkverkehr durch. Vor dem Einsatz habe ich mein GMDSS -Funkzeugnis erhalten, so dass mein Aufgabenspektrum noch gewachsen ist. Auch wenn sich mein Tagesablauf wiederholt und auch einseitig sein kann, macht es mir Spaß, meinen Teil zur sicheren Schifffahrt an Bord eines Kriegsschiffs zu übernehmen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Alexander P. auf der Brücke
Alexander P. auf der Brücke (Quelle: Bundeswehr/PAO Korvette Ludwigshafen am Rhein)Größere Abbildung anzeigen

Meine persönliche Motivation ist, dass ich einen Teil dazu beitragen kann, dass die auf hoher See in Not geratenen Menschen sicher an Land gelangen. Ich frage mich, was ihre Motive gewesen sein können, einen so langen und beschwerlichen Weg auf sich zu nehmen und was die Zukunft ihnen bringen mag.

Es macht mich stolz zu sehen, was unsere Gemeinschaft an Bord in kurzer Zeit erreicht hat, um hier die Voraussetzungen für die Aufnahme von hunderten Menschen zu schaffen. Im vergangenen Dezember hätte ich daran nicht geglaubt – schließlich ist ein Kriegsschiff wie unsere Korvette eigentlich nicht für einen solchen Einsatz gebaut und ausgerüstet. Doch wo ein Wille ist, ist eben auch ein Weg.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ich vermisse meine Familie und meine Freunde, die zu Hause auf mich warten. Sie unterstützen mich seit meiner Berufswahl vom ersten Tage an.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche mir, dass die restliche Zeit schnell vergeht und alle Kameraden an Bord sowie meine Verwandten zu Hause allesamt gesund bleiben. Im Anschluss an den Einsatz möchte ich im Familienkreis in den Urlaub fliegen.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Alexander P.


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