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Ich bin iM EINsatz: Aus Hamburg auf die „Lübeck“ – Als Krankenschwester auf hoher See

In See, 27.01.2015.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In zahlreichen Einsatzgebieten leisten deutsche Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Oberfeldwebel Undine K. prüft täglich das Beatmungsgerät
Oberfeldwebel Undine K. prüft täglich das Beatmungsgerät (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Oberfeldwebel Undine K. und 30 Jahre alt. Seit 2006 arbeite ich bei der Bundeswehr und bin mittlerweile Berufssoldat. Zuhause in Deutschland arbeite ich im Bundeswehrkrankenhaus Hamburg als Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivmedizin. Dieser Einsatz bei Atalanta ist mein erster Einsatz. Ich war sehr gespannt, was mich hier erwarten würde.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Oberfeldwebel Undine K. assistiert auch der Zahnärztin an Bord
Oberfeldwebel Undine K. assistiert auch der Zahnärztin an Bord (Quelle: Bundeswehr/PAO Atalanta)Größere Abbildung anzeigen

Meine Aufgabe ist es, die Patienten auf eine Narkose vorzubereiten. Ich unterstütze dabei den Anästhesisten beim Ein- und Ausleiten der Betäubung. Wenn nötig, nehme ich die intensivmedizinische Überwachung nach einer Operation beziehungsweise einer schwer erkrankten Person vor.

Im Einsatz beginne ich täglich um acht Uhr meinen Dienst und teste das Beatmungsgerät sowie das Intubationsbesteck auf einwandfreie Funktion. Tagsüber unterstütze ich meine Kameraden im Schiffslazarett. Das kann auch mal ein Verbandswechsel oder die Unterstützung bei kleinen, lokal zu betäubenden Operationen sein.
Wenn ich mal Pause habe, lese ich oder knote Ankeranhänger, was ich hier von meinen Kameraden an Bord gelernt habe. Ab zehn Uhr und am Nachmittag assistiere ich meist bei zahnärztlichen Behandlungen. Nach dem letzten Termin reinige ich zum Abschluss nochmal alle Instrumente und Geräte.

Oberfeldwebel Undine K. hält sich auf dem Flugdeck fit
Oberfeldwebel Undine K. hält sich auf dem Flugdeck fit (Quelle: Bundeswehr/PAO Atalanta)Größere Abbildung anzeigen

Abends, falls ich Freizeit habe, treibe ich Sport im Hangar oder auf dem Flugdeck. Wenn Zeit ist, schaue ich mit meinen Kameraden einen Film an, oder wir spielen Karten. Anfangs ist es mir etwas schwer gefallen, meinen Tagesplan zu gestalten. Schließlich bin ich das erste Mal im Einsatz und auf einem Schiff. Das war eine komplett neue Welt für mich.

Mit meinem Team veranstalten wir ab und zu ein kleines Kaffeetrinken, was gerade während der Advents- und Weihnachtszeit sehr schön und gemütlich war. Eine Zeit, bei der man entspannt über „Gott und die Welt“ reden kann und Erfahrungen austauscht, was gerade für mich als Neuling sehr interessant ist.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Besonders ist für mich, hier auf engstem Raum zu arbeiten und lediglich mit dem Material auszukommen, das man in solch einem kleinen Lazarett eben hat. Hinzu kommt, dass die Ausstattung nicht so umfangreich wie in einem Bundeswehrkrankenhaus ist. Äußere Umstände, wie beispielsweise die ständige Bewegung des Schiffes, machen die Arbeit einzigartig.
Täglich lerne ich hier Neues kennen, sammle viele Erfahrungen und lerne verschiedene Länder, Städte und Kulturen kennen. Ich konnte mich von Beginn an gut in ein bereits bestehendes Team eingliedern. Wir alle verfolgen ein gemeinsames Ziel: die bestmögliche Versorgung unserer Patienten. Meine persönliche Herausforderung war und ist, der Zahnärztin zu assistieren. Ich hatte mir das einfacher vorgestellt, wurde jedoch eines Besseren belehrt und habe viel dazu gelernt.

Das vermisse ich hier am meisten.

Heimweh kam insbesondere an den Feiertagen auf. Gerade während der Weihnachtszeit habe ich meine Familie und Freunde ganz besonders vermisst, sowie die spezielle Weihnachtsstimmung in Deutschland, zum Beispiel durch all die Weihnachtsmärkte. Auch während ich Neujahrs-Mails an meine Familie, Freunde und an Vereins- und Arbeitskollegen geschrieben habe, habe ich viel nachgedacht und gemerkt, wie sehr ich die Heimat vermisse.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Nach dem Einsatz fahre ich zu meiner Familie in den Urlaub und treffe mich erstmal wieder mit meinen Freunden, um mit ihnen zu feiern. Danach möchte ich vor allem für den „Tough Mudder“-Crosslauf im Juni 2015 trainieren.

Ich wünsche mir, dass wir alle wieder gesund und munter in den Heimathafen einlaufen. Kameraden, die die Bundeswehr nach dem Einsatz verlassen, wünsche ich eine gute und erfolgreiche Zukunft. Ich grüße ganz lieb mein Bundeswehr-Drachenboot-Team „Alsterdrachen“ und die „Sun Dragons“ sowie meine Kollegen, Freunde, Bekannte und meine Familie.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Undine K.


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