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Einsatztagebuch Operation „Sophia“ (1): „Werra“ und „Datteln“ auf dem Weg

In See, 28.06.2016.


Der Tender „Werra“ und das Minenjagdboot „Datteln“ übernehmen in dieser Woche die Aufgaben bei EUNAVFOR MED im Mittelmeer. Auftrag des Verbands: Vorgehen gegen die Aktivitäten von Schleusern auf der zentralen Mittelmeerroute von Nordafrika nach Europa. Korvettenkapitän Bastian Fischborn berichtet von Bord der „Werra“ in regelmäßigen Abständen von seinen Eindrücken und Erlebnissen in der Operation „Sophia“.

24. Juni 2016

Die „Werra“ betankt die „Datteln“ per Schwimmschlauch auf dem Weg ins zentrale Mittelmeer
Die „Werra“ betankt die „Datteln“ per Schwimmschlauch auf dem Weg ins zentrale Mittelmeer (Quelle: Bundeswehr/Bastian Fischborn)Größere Abbildung anzeigen

Auf dem Weg ins Einsatzgebiet erhalten der Tender „Werra“ und das Minenjagdboot „Datteln“ die ersten Meldungen und Berichte aus dem Einsatzgebiet. In den vergangenen Tagen haben Schiffe der Operation „Sophia“, des italienischen Verbands „Mare Sicuro“, Boote von FRONTEX und von Nichtregierungsorganisationen vor der libyschen Küste annähernd 6.000 Menschen aus Seenot gerettet. Auch der deutsche Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ war daran beteiligt. Es dürfte die größte Seenotrettung an einem Tag gewesen sein, seit die Schiffe im Frühjahr 2015 vor der libyschen Küste patrouillieren.

Insgesamt 1.286 Menschen nahm die „Frankfurt am Main“ am 25. Juni an Bord – im Hintergrund die spanische Fregatte „Reina Sofia“, ebenfalls Teil von EUNAVFOR MED
Insgesamt 1.286 Menschen nahm die „Frankfurt am Main“ am 25. Juni an Bord – im Hintergrund die spanische Fregatte „Reina Sofia“, ebenfalls Teil von EUNAVFOR MED (Quelle: Bundeswehr/Janine Pirrwitz)Größere Abbildung anzeigen

Schleuser haben diese Menschen auf seeuntauglichen und überladenen Schlauch- und Holzbooten auf das offene Mittelmeer geschickt. Bis nach Italien hätten sie eine Strecke von rund 240 Seemeilen zurücklegen müssen – so weit ist es bis zur Südspitze Siziliens, umgerechnet etwa 440 Kilometer. Es ist unwahrscheinlich, dass sie es hätten schaffen können. Die Schlepperorganisationen nutzen Gutwetterphasen, um Boote in großer Zahl aufs Meer zu schicken. Die libyschen Behörden können derzeit wenig dagegen unternehmen. Im Land konkurrieren Milizen und Regierungen um Einfluss, staatlicher Ordnungsanspruch existiert kaum.

Das Schleuserunwesen ist ein krimineller Geschäftszweig ohne Rücksicht auf Leben oder Gesundheit. Auch Schwangere und Kinder werden auf die seeuntauglichen Boote getrieben, die in der Nacht die Strände in Libyen verlassen. Kriminell organisierte Netzwerke beherrschen die Routen von der Subsahara bis an die Mittelmeerküste.

25. Juni 2016

Der „Affenfelsen“ liegt backbord querab – er markiert auf Seiten Gibraltars die Meerenge zwischen Afrika und Europa
Der „Affenfelsen“ liegt backbord querab – er markiert auf Seiten Gibraltars die Meerenge zwischen Afrika und Europa (Quelle: Bundeswehr/Bastian Fischborn)Größere Abbildung anzeigen

Nach fünf Tagen Transit ist zum ersten Mal der afrikanische Kontinent in Sicht. Die beiden Schiffe passieren die Meerenge von Gibraltar mit Kurs auf Italien, wo sie im Hafen auf den Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ treffen werden. Dessen Besatzung war in den vergangenen Monaten in der Operation „Sophia“ im Einsatz und wird die Einsatzaufgaben am 30. Juni an die „Werra“ und die „Datteln“ übergeben. Deren Crews treffen die letzten Vorbereitungen für den bevorstehenden Einsatz bei EUNAVFOR MED.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Bastian Fischborn


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