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Ich bin iM EINsatz: Personalmanager und Betreuer in einer Person

Koulikoro, 22.08.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Als Soldat und Offizier gehört es für Martin zum Selbstverständnis, sich den Einsatzverpflichtungen der Bundeswehr zu stellen
Als Soldat und Offizier gehört es für Martin zum Selbstverständnis, sich den Einsatzverpflichtungen der Bundeswehr zu stellen (Quelle: Bundeswehr/Thomas Erken)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Martin Paul L., ich bin 37 Jahre alt und im 20. Dienstjahr Soldat. Ich bin Offizier des Militärfachlichen Dienstes und versehe meinen Dienst in Deutschland im Marinekommando. Der Einsatz im deutschen Einsatzkontingent EUTM Mali ist insgesamt mein fünfter Einsatz. Im vergangenen Jahr war ich als Personaloffizier in Afghanistan sowie im Kosovo eingesetzt. In den Jahren 2010 und 2014 war ich im deutschen Einsatzkontingent UNIFIL.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Kapitänleutnant Martin L. ist für das Personalmanagement im Deutschen Einsatzkontingent EUTM Mali zuständig
Kapitänleutnant Martin L. ist für das Personalmanagement im Deutschen Einsatzkontingent EUTM Mali zuständig (Quelle: Bundeswehr/Thomas Erken)Größere Abbildung anzeigen

In meiner Aufgabe als Personaloffizier im Einsatz berate ich den Kontingentführer sowie alle Soldaten in Fragen des Personalmanagements. Diese Funktion ist vergleichbar mit den Tätigkeiten eines Personaloffiziers im Heimatbetrieb und umfasst beispielsweise das Beurteilungswesen, personelle Antragsbearbeitung, Beschwerde- und Eingabeangelegenheiten und vieles mehr. Meine Abteilung und ich planen den Transport des Personals in und aus dem Einsatzland. Dafür arbeiten wir eng mit den Leitverbänden und dem Einsatzführungskommando in Potsdam zusammen.

Ein besonders wichtiger Aspekt meiner Tätigkeit ist die Betreuung und Fürsorge im Einsatz. Dafür untersteht mir eine eigene Teileinheit, die beispielsweise eine kleine Kantine betreibt oder auch mal eine Feier organisiert. Besonders wichtig ist mir, dass meine Abteilung und ich uns als Dienstleister verstehen. Darüber hinaus bin ich als Stellvertreter des Kompaniechefs der Unterstützungskompanie eingesetzt. Da eine Stellvertretung im Einsatz bisweilen doch eher selten notwendig ist, ist diese Aufgabe eher mit der eines Kompanieeinsatzoffiziers vergleichbar. Als solcher unterstütze ich den Kompaniechef im täglichen Dienstbetrieb.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Auch Empfänge wie hier zum Besuch der Verteidigungsministerin in Bamako,  nutzt Kapitänleutnant Martin L. für den Austausch über das Personalgeschäft
Auch Empfänge wie hier zum Besuch der Verteidigungsministerin in Bamako, nutzt Kapitänleutnant Martin L. für den Austausch über das Personalgeschäft (Quelle: Bundeswehr/Thomas Erken)Größere Abbildung anzeigen

Als Soldat und Offizier gehört es für mich zum Selbstverständnis, mich den Einsatzverpflichtungen der Bundeswehr zu stellen. Bisher habe ich jeden Einsatz als Bereicherung erfahren. Denn stets galt es, fremde Länder und Kulturen kennenzulernen und neue Herausforderungen zu meistern. Für mich ist es interessant und ebenso spannend, im Einsatz auf neue Kameraden zu treffen, die aus den verschiedensten Teilstreitkräften und Truppengattungen der Bundeswehr stammen. Insgesamt betrachte ich jeden Einsatz als sprichwörtliche „Horizonterweiterung“. Die im Einsatz gelebte und erfahrene Kameradschaft ist einzigartig. Das darf ich auch in diesem Kontingent einmal mehr erleben. Der nahezu tägliche persönliche Kontakt zu jedem einzelnen Soldaten des Kontingentes, sowie die Zusammenarbeit mit dem multinationalen Stab der Europäischen Trainingsmission, machen diesen Einsatz besonders.

Das vermisse ich hier am meisten.

Die Trennung von meiner Frau und meiner Tochter ist jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung und ich vermisse die beiden sehr. Umso größer ist dann aber die Freude auf das Wiedersehen und den sich an den Einsatz anschließenden gemeinsamen Urlaub. Darüber hinaus kann man die klimatischen Bedingungen hier in Mali als durchaus anspruchsvoll bezeichnen und ich bin ehrlich, dass mir das mitteleuropäische Klima deutlich lieber ist.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Allen Kameraden, egal in welchem Einsatz wünsche ich eine gute Zeit, eine unversehrte Rückkehr in die Heimat sowie Gottes Segen. Einen besonderen Gruß richte ich an meine Tochter, meine beiden Söhne sowie meine Frau Christin, die ich liebe und ohne deren Rückhalt und Zustimmung dieser erneute Einsatz innerhalb kürzester Zeit nicht möglich gewesen wäre. Die oft unbeachtete Seite des Einsatzes findet Zuhause statt: Bei den Familien, die die Last der Trennung ebenso zu tragen haben und deren täglicher Alltag dennoch weitergeht und funktionieren muss. Daher an dieser Stelle mein ganz persönlicher Dank an meine Frau, aber auch an alle anderen Familien zu Hause in der Heimat, ohne deren Unterstützung und Rückhalt unser Einsatz nicht möglich wäre. Diesbezüglich würde ich mir wünschen, dass der eben genannte Rückhalt und das Verständnis ebenso bei allen Dienststellen und Vorgesetzten in Deutschland „Einzug“ halten. Denn die Bundeswehr ist eine Einsatzarmee.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Martin L.


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