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Ich bin iM EINsatz: Die „rechte Hand“ des Kommandanten

Djibouti, 06.11.2014.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten deutsche Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Oberleutnant Matthias Z. ist Brückenwachoffizier auf der „Lübeck“
Oberleutnant Matthias Z. ist Brückenwachoffizier auf der „Lübeck“ (Quelle: Bundeswehr/Julian Fuchs)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Oberleutnant zur See Matthias Z. und 29 Jahre alt. Seit 2004 bin ich in der Bundeswehr. Zunächst war ich bei der Fernmeldeaufklärung in Daun (Rheinland-Pfalz) eingesetzt, bevor ich 2005 in die Laufbahn der Offiziere wechselte. An der EU-Mission Atalanta beteilige ich mich, nach 2011, bereits zum zweiten Mal.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Sichere Navigation
Sichere Navigation (Quelle: Bundeswehr/Julian Fuchs)Größere Abbildung anzeigen

Als Wachoffizier auf der Brücke bin ich Leiter einer Seewache. An Bord gibt es einen Seewachrhythmus, der sich alle drei Tage wiederholt. So wird gewährleistet, dass die Brücke immer rund um die Uhr besetzt ist. Wir genießen als Brückenwachoffiziere das Vertrauen des Kommandanten und agieren als seine rechte Hand.

Die Hauptaufgabe besteht darin, pflichtbewusst und permanent für die Sicherheit des Schiffes zu sorgen. Während der Wache trage ich als wachhabender Offizier die Verantwortung für das gesamte Schiff und die fast 200-köpfige Besatzung. Daher ist es gerade im Einsatz unerlässlich, regelmäßig Notmanöver wie zum Beispiel die Speedbootabwehr zu üben, um im Ernstfall richtig und schnell reagieren zu können. Denn dann zählt jede Sekunde.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Im Einsatz vor der somalischen Küste kommt hinzu, dass wir auch für die Sicherheit anderer Schiffe sorgen und diese vor möglichen Überfällen durch Piraten schützen. Das machen wir durch Begleitfahrten oder indem wir auf Notrufe reagieren. Falls ein Notruf wegen eines gewaltsamen Piratenvorfalls eingeht, müssen wir als Brückenoffiziere schnell reagieren und die entsprechenden Maßnahmen einleiten. Dazu zählen: den Kommandanten sofort informieren, ihm die Lage kurz und präzise darlegen und gemäß seiner Befehle anschließend an den Ort des Geschehens zu fahren.

Während der Fahrt versuchen wir, den Kontakt mit dem bedrängten Schiff zu halten und in Zusammenarbeit mit der Operationszentrale das Lagebild um zusätzliche Details zu erweitern. Gleichzeitig laufen auch auf unserem Schiff die Vorbereitungen. So muss der Bereitschaftszustand erhöht werden. Dazu müssen alle Besatzungsmitglieder auf ihre festgelegten Gefechtspositionen. Vor Ort ist dann zu entscheiden, wie weiter vorzugehen ist.

Stolz macht mich vor allem, dass durch die stetige Präsenz von Kriegsschiffen im Seegebiet vor der somalischen Küste, die Piraterievorfälle deutlich abgenommen haben. Die Seefahrt in der Region ist somit sicherer geworden. Momentan beteilige ich mich selbst daran und kann so einen Teil zu dieser Sicherheit und zu ihrem Erhalt beitragen.

Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten vermisse ich meine Frau. Wir hatten kürzlich unseren ersten Hochzeitstag und an einem solch besonderen Tag denke ich natürlich verstärkt an Zuhause. Darüber hinaus vermisse ich meine Freunde und Familie sowie die Möglichkeit, einfach mal kurz jemanden anrufen zu können. An Bord besteht jedoch die Möglichkeit, über E-Mails und Telefon den Kontakt in die Heimat aufrechtzuerhalten.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Da ich bereits zur Weihnachtszeit die „Lübeck“ verlassen werde, wünsche ich der gesamten Besatzung eine gesunde und pünktliche Rückkehr nach Wilhelmshaven. Ich selbst werde dann im nächsten Jahr auf der Pier stehen und meine Kameraden herzlich wieder in der Heimat begrüßen.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Matthias Z.


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