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Ich bin iM EINsatz: Meine erste Seefahrt als Zahnärztin

In See, 25.07.2016.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In allen deutschen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Oberstabsarzt Katrin B. ist als Zahnärztin auf der Fregatte „Karlsruhe“
Oberstabsarzt Katrin B. ist als Zahnärztin auf der Fregatte „Karlsruhe“ (Quelle: Bundeswehr/Tobias Luckau)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Oberstabsarzt Katrin B. und Zahnärztin an Bord der Fregatte „Karlsruhe“, dem Flaggschiff der SNMG 2 und damit auch des NATO-Verbands in der Ägäis. Dies ist meine erste Fahrt auf einem Schiff der Deutschen Marine.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Katrin B. im Behandlungsraum
Katrin B. im Behandlungsraum (Quelle: Bundeswehr/Tobias Luckau)Größere Abbildung anzeigen

Meine Aufgabe an Bord ist die zahnmedizinische Versorgung der Schiffsbesatzung sowie des multinationalen Stabes. An Bord der Fregatte befinden sich neben der Besatzung auch noch Offiziere aus sieben verschiedenen Nationen sowie ein Verbindungselement der Grenzschutzagentur Frontex. Ziel der NATO-Unterstützung in der Ägäis ist es, zu einem Lagebild in den Gewässern der Ägäis beizutragen, damit die Anrainerstaaten besser gegen Schleuserkriminalität vorgehen können. In Deutschland bin ich im Einsatzführungskommando der Bundeswehr als medizinischer Planer für das Einsatzland Afghanistan tätig.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Oberstabsarzt B. bei der Arbeit
Oberstabsarzt B. bei der Arbeit (Quelle: Bundeswehr/Tobias Luckau)Größere Abbildung anzeigen

In diesem Verband bin ich die einzige Zahnärztin. Gleichzeitig ist die zahnmedizinische Behandlung an Bord eines Schiffes etwas völlig neues für mich. Bei Seegang kann eine einfache Behandlung eine echte Herausforderung sein. Zusätzlich ist der Stauraum im Behandlungszimmer natürlich nicht mit einer Praxis an Land vergleichbar. Außerdem ist kein Behandlungsstuhl vorhanden, sondern nur eine OP-Liege, an die die zahnärztlichen Elemente wie die Behandlungseinheit mit zugehörigem Kompressor und die Absauganlage angebaut werden können. Auf Grund des geringen Platzes kann ich keine Röntgenuntersuchungen an Bord durchführen. Im Bedarfsfall kann dies jedoch im Hafen in einer normalen Praxis erfolgen. Alle diese Besonderheiten sind absolut ungewohnt für mich, dennoch machen gerade sie den Reiz für mich aus. Wir sind super ausgestattet und können grundsätzlich fast alle Patienten behandeln, so dass es für mich immer ein großes Erfolgserlebnis ist, auch auf See einem Patienten schnell zu helfen. Die Möglichkeit, als Zahnärztin zur See zu fahren, ist daher eine einmalige Erfahrung.

Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten vermisse ich meinen Sohn und die Möglichkeit, einfach mal in meinem Wohnzimmer zu entspannen. Außerdem vermisse ich es, mal auszuschlafen und in Ruhe lange und ausgiebig zu frühstücken. Ansonsten vermisse ich aber nichts, weil mir die Arbeit an Bord Spaß macht. Dies sorgt außerdem dafür, dass die Tage schnell vorbei gehen. Zusätzlich habe ich hier auch endlich mal die Zeit, viel Sport zu treiben.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich möchte auf jeden Fall gerne nochmal zur See fahren. Auf die Rückkehr ins Einsatzführungskommando freue ich mich, weil ich dann meine hier im Einsatz gewonnenen Erfahrungen im täglichen Dienst nutzen kann.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Katrin B.


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