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Ich bin iM EINsatz: „Bitte bleiben Sie gesund“

Prizren, 07.09.2015, Bundeswehr.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Hauptfeldwebel Torsten W. sorgt dafür, dass die Soldaten möglichst gesund bleiben
Hauptfeldwebel Torsten W. sorgt dafür, dass die Soldaten möglichst gesund bleiben (Quelle: Bundeswehr/Dritan Hoti)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Hauptfeldwebel Torsten W., 36 Jahre alt und seit 1999 bei der Bundeswehr. Im 41. Einsatzkontingent KFOR bin ich derzeit als Gesundheitsaufseher tätig. Diese Aufgabe habe ich auch als Zugführer bei meinem Heimatverband, dem Gebirgssanitätsregiment 42 in Kempten. Dies ist mein dritter Einsatz. 2008 war ich bei ISAF in Afghanistan und 2014 auf dem Einsatzgruppenversorger „Berlin“ bei Atalanta am Horn von Afrika.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Gemeinsam mit dem Leitenden Veterinär und dem Leitenden Apotheker bildet der Gesundheitsaufseher den Anteil der Zelle „Öffentlich-Rechtliche Aufgaben“ (ÖRA), der stets vor Ort ist.

Mein Aufgabengebiet ist sehr vielfältig und beinhaltet in erster Linie Überwachungsaufgaben. Wir sind in den Einsatzländern sozusagen das Gesundheitsamt und koordinieren alle Angelegenheiten der Hygiene-Überwachung, der Seuchenabwehr und des vorbeugenden Gesundheitsschutzes.

Ich überwache die Hygiene im Feldlager sowie in den sanitätsdienstlichen Einrichtungen, wie beispielsweise unserem Einsatzlazarett (ELAZ). Dabei bin ich Mitglied der Hygienekommission, die in jedem Kontingent einberufen wird und die diesbezüglichen Herausforderungen im ELAZ anspricht und Mängel abstellt.

Die Hygiene in den Unterkünften und in allen anderen Gebäuden sowie in den deutschen Außenlagern bei KFOR fällt ebenfalls in meine Zuständigkeit. Sollten hier bauliche Maßnahmen anstehen, bin ich immer einer von mehreren Ansprechpartnern und Beratern. Ab und zu unterstütze ich auch unsere Kameraden aus den anderen NATO-Staaten.

Eine sehr wichtige Aufgabe ist die Überwachung der Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung von Trink- und Brauchwasser. In Zusammenarbeit mit unseren Laboren achten wir dabei auf die Einhaltung der gültigen Normen. Sollten die Grenzwerte einmal nicht eingehalten werden, reagieren wir sofort und leiten Gegenmaßnahmen ein.

Dasselbe gilt beim Auftreten übertragbarer Krankheiten. Kommt es zu einer Häufung von erkrankten Soldaten, tue ich alles, um eine Weiterverbreitung der Krankheitserreger schnellstmöglich einzudämmen. Ein Beispiel dafür sind die phasenweise zusätzlich aufgestellten Desinfektionsmittelspender in der Truppenküche. Ihre Benutzung ist sinnvoll, da sich viele Erreger über die Hände und über Lebensmittel verbreiten.

Nach ihrer Arbeit müssen die Soldaten des Sanitäts-Hygiene-Trupps selbst äußerlich desinfiziert werden, bevor sie den Schutzanzug ablegen können.
Nach ihrer Arbeit müssen die Soldaten des Sanitäts-Hygiene-Trupps selbst äußerlich desinfiziert werden, bevor sie den Schutzanzug ablegen können. (Quelle: Bundeswehr/Dritan Hoti)Größere Abbildung anzeigen

Fachlich unterstellt sind mir die Soldaten des Sanitäts- Hygiene-Trupps. Im Falle der Seuchenabwehr desinfizieren sie zum Beispiel die Zimmer erkrankter Soldaten im ELAZ nach deren Genesung.

Torsten W. setzt eine im Camp gefangene Schlange aus
Torsten W. setzt eine im Camp gefangene Schlange aus (Quelle: Bundeswehr/Dritan Hoti)Größere Abbildung anzeigen

Gemeinsam mit dem Leitenden Veterinär bringen wir ab und an auch das eine oder andere gefangene Tier aus dem Feldlager zurück in die freie Natur. Problem hier ist die durchaus verständliche Tierliebe einiger Kameraden, die bei einer zugelaufenen Katze schon gerne mal etwas „fallen“ lassen. Das Anfüttern ist aber absolut unangebracht, da sich die Tiere schnell dran gewöhnen und nach dem Aussetzen oft auch mehrere Kilometer auf sich nehmen, um zurück zu ihrer „Futterstelle“ zu kommen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Fachlich kann ich mein Wissen im Einsatz anwenden, verbessern und erweitern, was ich für meine persönliche Entwicklung sehr schätze. Ich trage dazu bei, dass viele oder besser alle Kameraden unbeschadet in die Heimat zurückkehren. Ich berate den Leitenden Sanitätsoffizier und den Kommandeur direkt beim präventiven Gesundheitsschutz und bin bei Gefahr im Verzug weisungsbefugt. Dazu kommt, dass ich nicht nur im Feldlager Prizren gebunden bin und neben den anderen Feldlagern auch Städte, Einrichtungen und andere Landesteile erkunde.

Das vermisse ich hier am meisten.

Regen. Da ich in Ostfriesland lebe, vermisse ich das „Schietwetter“ schon sehr. Und davon gibt´s im Sommerkontingent KFOR halt nicht viel. Und natürlich vermisse ich meine Partnerin, meine Familie, die Freunde, meine Katzen, meinen Sportverein und meinen Garten.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Nach diesem Einsatz genieße ich erst meinen Urlaub und dann meine heimatnahe Versetzung, da ich in den vergangenen zwei Jahren als „Freistaatpendler“ zwischen Ostfriesland und Bayern unterwegs war. Nach meiner Rückkehr freue ich mich auf die gemeinsame Zeit mit meiner Partnerin.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Torsten W.


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