Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelle Einsätze > „Ich bin iM EINsatz: „Der Mann im Labor ist ein Einzelstück“

„Ich bin iM EINsatz: „Der Mann im Labor ist ein Einzelstück“

In See, 19.09.2014.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten deutsche Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Hauptfeldwebel Ralph B. in seinem Labor im Bauch des Einsatzgruppenversorgers
Hauptfeldwebel Ralph B. in seinem Labor im Bauch des Einsatzgruppenversorgers (Quelle: Bundeswehr/PAO EGV Berlin)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Hauptfeldwebel Ralph B., ich bin 46 Jahre alt und verrichte in Deutschland im Sanitätsregiment 32 in Weißenfels als medizinisch-technischer Laborassistent (MTA) meinen Dienst. Seit Juli 1993 bin ich Soldat der Bundeswehr. Damals begann ich als Sanitätsunteroffizier in Thüringen meinen Dienst.

Vor meinen ersten Einsatz in Bosnien (1998) habe ich mich zum Rettungssanitäter weitergebildet. Darauf folgte dann die Ausbildung zum MTA. Ab 2004 absolvierte ich dann in dieser Funktion elf weitere Einsätze. Dies ist nun mein 13. und zugleich erster Einsatz an Bord eines Schiffes.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ralph B. führt sämtliche Untersuchungen im schwimmenden Labor durch
Ralph B. führt sämtliche Untersuchungen im schwimmenden Labor durch (Quelle: Bundeswehr/PAO EGV Berlin)Größere Abbildung anzeigen

Hier an Bord des Einsatzgruppenversorgers „Berlin“ bin ich im Marineeinsatzrettungszentrum (MERZ) im klinisch-chemischen Labor tätig. Meine Aufgabe ist es, alle labortechnischen Untersuchungen für eine Operation durchzuführen oder verschiedene Tauglichkeits-untersuchungen vorzunehmen. Hierbei müssen zum Beispiel ein kleines oder großes Blutbild erstellt, oder auch Urinuntersuchungen vorgenommen werden.

Zusätzlich betreibe und verwalte ich die sogenannte „Blutbank“ an Bord. Da das MERZ ein Rettungszentrum auf See ist, müssen für Notfälle Blutkonserven bereitgehalten werden. Dies gewährleistet eine optimale medizinische Versorgung aller Soldaten auch auf See.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Es ist interessant an Bord eines Schiffes zu arbeiten. Ich habe mich recht schnell an die besonderen Arbeitsbedingungen, wie die engen Gänge, die schweren Schotten (Türen) und den Seegang, gewöhnt.

Ich bin hier auf der „Berlin“ in meinem Fachgebiet ein Einzelkämpfer. Dadurch trage ich eine außerordentliche Verantwortung, da meine ermittelten Werte die Medikation des Patienten bestimmen. Diese verantwortungsvolle Arbeit erfüllt mich und es ist schön, hier im Einsatz bei „Atalanta“ gebraucht zu werden.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ich vermisse hier eigentlich nicht viel. Natürlich fehlen mir meine Familie und meine Freunde. Die Kommunikation in die Heimat ist besonders auf See schwierig, da wir währenddessen kein Internet zur Verfügung haben. Eine dauerhafte Internetverbindung würde einige Dinge etwas leichter und unkomplizierter machen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche mir für die restliche Zeit des Einsatzes eine ruhige See und sende viele Grüße nach Thüringen, besonders an meine Heimatstadt Pößneck.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 08.01.18 | Autor: Ralph B.


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.aktuelle_einsaetze&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB174000000001%7C9P48WN684DIBR