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Wir sind iM EINsatz: Militärpolizisten auf der Fregatte

In See, 29.11.2016.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Das Feldjäger-Team auf der „Mecklenburg-Vorpommern“
Das Feldjäger-Team auf der „Mecklenburg-Vorpommern“ (Quelle: Bundeswehr/Jähnig)Größere Abbildung anzeigen

Wir sind das Feldjäger-Team auf der „Mecklenburg-Vorpommern“ in der EU-Operation „Sophia“. Wir sind sechs Kameraden – ein Offizier und fünf Portepee-Unteroffiziere. Die Einsatzerfahrungen in unserer Gruppe sind durchaus unterschiedlich. Drei von uns waren bereits in Afghanistan und im Kosovo. Die Oberfeldwebel Elena R., Marco H. und Bastian M. sammeln hier gerade ihre ersten Einsatzerfahrungen.

Das ist unsere Aufgabe im Einsatz.

Wir sind Hauptansprechpartner in sämtlichen militärpolizeilichen Belangen an Bord. Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass für die Besatzung und das Schiff die größtmögliche Sicherheit im Einsatzgebiet – auf See und an Land herrscht.

Sicherheit von Besatzung und Schiff haben für die Militärpolizisten höchste Priorität
Sicherheit von Besatzung und Schiff haben für die Militärpolizisten höchste Priorität (Quelle: Bundeswehr/Jähnig)Größere Abbildung anzeigen

So koordinieren wir bei der Aufnahme von in Seenot geratenen Personen deren Übernahme an Bord beziehungsweise ihre spätere Übergabe an die italienische Küstenwache. Vorher führen wir Personenkontrollen durch. Außerdem übergeben wir Personen, die des Menschenschmuggels verdächtig sind, an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden.

Liegt die Fregatte im Hafen, führen wir Vorerkundungen durch. Außerdem nehmen wir, wenn erforderlich, Kontakt zur örtlichen Polizei, zu Krankenhäusern oder örtlichen Rettungskräften auf. Auch Personen- und Materialtransporte, zum Beispiel zu Flughäfen, wenn Kameraden später in das Einsatzgebiet kommen oder zurück in die Heimat fliegen, gehören zu unserer Arbeit.

In ruhigeren Seefahrtsphasen führen wir auch Weiterbildungen für die Besatzung in verschiedenen Bereichen durch. Dazu gehören zum Beispiel politische Bildung, Befehlsrecht, Vernehmungen oder Personenkontrollen.

Am meisten Freude bereitet uns jedoch, dass wir auf dem Schiff über unseren eigenen Tellerrand hinaus gucken können. Da wir ja eigentlich zur Streitkräftebasis und nicht zur Marine gehören, bieten sich hier an Bord neue Einblicke für uns alle. Außerdem ist es gut zu wissen, dass wir in dieser Mission Menschen das Leben retten können.

Das macht unsere Tätigkeit hier besonders.

Die Zusammenarbeit mit den Marinesoldaten auf See ist für uns eine ganz neue und außergewöhnliche Erfahrung. Wir haben hier die Möglichkeit, vieles zu entdecken, was für uns wohl sonst im Verborgenen geblieben wäre.

Bei der Rettung von in Seenot geratenen Menschen unterstützen die Feldjäger die Besatzung
Bei der Rettung von in Seenot geratenen Menschen unterstützen die Feldjäger die Besatzung (Quelle: Bundeswehr/Jähnig)Größere Abbildung anzeigen

Im Falle einer Seenotrettung sind auch wir Feldjäger direkt mit der Not und dem Elend der Menschen, die wie an Bord nehmen, konfrontiert. Man sieht sich oft kranken, schwachen und traumatisierten Menschen gegenüber.

Das Aufnehmen der Flüchtlinge ist unter Umständen ein mehrere Stunden dauernder Prozess. Bis zur späteren Übergabe in Italien können Tage vergehen. Die Schwierigkeit besteht darin, die Konzentration dauerhaft hoch zu halten. Die Sicherheit von Schiff und Besatzung stehen für uns an erster Stelle. Auch die Hitze in der wir arbeiten, stellt nicht nur eine physische, sondern auch psychische Belastung dar.
Aufgrund der gesamten Lage sind nach den Rettungen Gruppengespräche ganz wichtig, um das Erlebte richtig verarbeiten zu können. Individuelle Fehler, die aufgrund der Belastung entstehen, sind nur durch die gute Zusammenarbeit im Team auf ein Minimum zu reduzieren.

„Ich bin stolz auf die Leistungen meiner Soldaten. Gerade bei den Seenotrettungen haben sie gezeigt, welche Bedeutung sie für das Schiff und seine Besatzung haben, und dass sie den Anforderungen körperlich und geistig voll und ganz gewachsen sind“, sagt Leutnant Marcel R., der Leiter des Feldjäger-Teams an Bord.

Das vermissen wir hier am meisten.

Hier im Einsatz vermissen wir natürlich alle unsere Familien, Partner und Freunde, sowie die Heimat insgesamt. Außerdem fehlt an Bord die grüne Natur und die Möglichkeit, einfach mal spazieren zu gehen.

Das sind unsere Pläne, unsere Wünsche und Grüße.

In erster Linie wollen wir alle wohlbehalten und gesund nach Hause zurückkehren. Trotzdem möchten wir natürlich weiterhin Erfahrungen sammeln, die uns persönlich und dienstlich wachsen lassen.

Wir möchten zu allererst Grüße an unsere Familien und Partner in der Heimat richten, aber auch an unsere Kameraden in der Heimat und in den anderen Einsätzen. Es geht uns allen gut, und wir hoffen auf eine rechtzeitige Heimkunft zu Weihnachten.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Feldjäger-Team „Mecklenburg-Vorpommern“


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