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Schießbahn innerhalb Camp Marmal eröffnet

Mazar-e Sharif, 01.02.2018.

Zum Schießen fahren, hieß im Camp Marmal bislang: Fahrzeuge bereitstellen und für den erforderlichen Schutz sorgen. Das geht jetzt schneller. Das multinationale Feldlager im Rahmen der Operation Resolute Support und zugleich die Basis des deutschen Kontingents des "Train Advise and Assist Command (TAAC) North" verfügt jetzt über eine integrierte Schießbahn.

Die Baumaßnahme setzte einiges an Organisationstalent voraus. So gab es etwa kein astfreies Bauholz in Afghanistan, was für die so genannte Geschossfangkammer am Ende der Schießbahnen aber aus Sicherheitsgründen erforderlich ist. Doch Fachfrau Stabsfeldwebel Marita B. konnte nicht nur dieses Problem am Ende erfolgreich lösen. Der Sachverständige für Schießstände folgte ihren pragmatischen Vorschlägen bei der Bauabnahme. Da es vor Ort kein astfreies Holz gibt, durfte ortsübliches Bauholz verwendet werden und der Geschossfang wurde zusätzlich mit Kautschuk-Matten verkleidet. „Wir sind stolz, das Bauprojekt nach deutschen Standards hier vor Ort so schnell umgesetzt zu haben“, sagt Stabsfeldwebel B., „alle haben super mitgearbeitet.“ Es geht auch ohne astfreies Holz.

Die Seitenwälle werden aufgeschüttet, dann befestigt
Die Seitenwälle werden aufgeschüttet, dann befestigt (Quelle: Bundeswehr/Mandy Herold)

In der Heimat arbeitet sie in der Bauverwaltung Rheinland-Pfalz. Ihr Tagesgeschäft dort: Bauvorhaben planen und ausführen. Das stellte sie nun auch hier in Afghanistan unter Beweis. Ihr aktuelles Bauvorhaben ist abgeschlossen. Der Tag der Einweihung ist da und sie steht stolz auf dem neuen Schießstand im Camp Marmal in Mazar-e Sharif. Die Bauleiterin in Uniform ist aufgeregt. „Die letzten Tage vor der Bauabnahme waren sehr spannend. Jetzt ist endlich alles geschafft“, darf sie mit Stolz verkünden.

General Stahl und Oberstleutnant Heymer, Leiter der Einsatzwehrverwaltung Mazar-e Sharif, eröffnen den Schießstand
General Stahl und Oberstleutnant Heymer, Leiter der Einsatzwehrverwaltung Mazar-e Sharif, eröffnen den Schießstand (Quelle: Bundeswehr/Mandy Herold)Größere Abbildung anzeigen

Der Kommandeur des Train, Advise & Assist Command North (TAAC N), General Wolf-Jürgen Stahl, ist anwesend, um die Anlage offiziell in Betrieb zu nehmen. Stabsfeldwebel Marita B. führt den General über die beiden Schießbahnen und geht auf bauliche Besonderheiten ein. „Die Wälle sollen stabil bleiben und sind deshalb eigentlich als Erosionsschutz mit Gras zu befestigen“, geht sie ins Detail.

Lokale afghanische Arbeiter schütten die Wälle auf
Lokale afghanische Arbeiter schütten die Wälle auf (Quelle: Bundeswehr/Mandy Herold)Größere Abbildung anzeigen

Soweit die Anforderung. Doch besondere Umstände – im nordafghanischen Klima      wächst kein Gras – forderten auch besondere Lösungen. Eine hieß hier: Statt Befestigung der Wälle durch Bewuchs musste eine Wabenkonstruktion aus Kunststoff her. Unterm Strich dauerte der Bau der Anlage nur ein halbes Jahr und bringt den Soldaten bei Resolute Support echte Erleichterungen. “Wir können ein gutes Viertel der bisherigen Schießvorhaben nun innerhalb des Camp Marmal durchführen. Das reduziert die Fahrtzeit und insbesondere den Schutzaufwand. Wir sparen Kosten und Personal“, bringt es Oberstleutnant Fey auf den Punkt. Er ist der Chef des multinationalen Unterstützungsverbandes Mazar-e Sharif. Bisher schossen die Soldaten die Schießübungen mit Pistole und Gewehr auf einer Schießbahn außerhalb des Camps. Dies bedeutete einen höheren Koordinierungsaufwand für den Transport, zusätzliches Personal für den Schutz und eine höhere Gefahr, Ziel eines Anschlages zu sein. Jetzt ist die Schießbahn im gesicherten Camp in unmittelbarer Nähe.

Das Häuschen der Munitionsausgabe
Das Häuschen der Munitionsausgabe (Quelle: Bundeswehr/Mandy Herold)Größere Abbildung anzeigen

Jeder neu ankommende Soldat wird mit G36 und P8 ausgestattet und muss zu Beginn seiner Einsatzzeit den Haltepunkt beider Waffen ermitteln. . Auch Schießen zum Erhalt der individuellen Grundfertigkeiten können auf der Bahn absolviert werden. Ein afghanischer Angestellter wurde extra als Schießstandwart eingestellt. Er pflegt die Anlage künftig und freut sich auf viel Betrieb auf seinem Schießstand.

Am Tag der Eröffnung schießt General Stahl gemeinsam mit der Bauleiterin die Bahn mit der Pistole P8 ein. Die gelernte Tiefbautechnikerin beweist, dass sie nicht nur das Projekt erfolgreich umgesetzt hat, sondern auch mit der Pistole treffen kann.


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Stand vom: 02.02.18 | Autor: PAO Resolute Support


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