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Ich bin iM EINsatz: „100 Prozent für den Lufttransport. Immer.“

Dakar, 12.05.2014.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In sechzehn Einsatzgebieten leisten deutsche Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Der Luftumschlagfeldwebel des Deutschen MINUSMA Kontingents:  Oberfeldwebel Jörn E.
Der Luftumschlagfeldwebel des Deutschen MINUSMA Kontingents: Oberfeldwebel Jörn E. (Quelle: Bundeswehr/Peter Breuer)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Oberfeldwebel Jörn E. und 30 Jahre alt. Ich habe zwei Kinder und bin verheiratet. Dies ist bereits mein fünfter Einsatz, seit ich im Januar 2004 in die Bundeswehr eintrat. Eingesetzt war ich bei EUFOR RD Congo, EUFOR in Bosnien und in Afghanistan.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ich bin der Luftumschlagfeldwebel des Deutschen Einsatzkontingentes MINUSMA in Dakar. Dabei bin ich für die Zusammenstellung der Ladungen aller Bundeswehrflüge verantwortlich. Das gilt sowohl für die Fracht von und nach Deutschland, als auch für den Transport von und nach Bamako in Mali.

Mein Tagesablauf wird vom Flugplan bestimmt. Ich muss sicherstellen, dass die Fracht pünktlich in die Flugzeuge verladen wird. Wichtig ist dabei, dass die Gewichtsgrenze und die Gewichtsverteilung auf den Frachtpaletten stimmen.

Oberfeldwebel Jörn E. in seinem "Büro" beim Erstellen der Frachtpapiere
Oberfeldwebel Jörn E. in seinem "Büro" beim Erstellen der Frachtpapiere (Quelle: Bundeswehr/Peter Breuer)Größere Abbildung anzeigen

Neben der praktischen Arbeit bin ich aber auch für das Erstellen der Frachtpapiere zuständig. Im Flugzeug selbst hat der Ladungsmeister das Sagen, ich unterstütze ihn aber dabei, dass alles dort hinkommt, wo es im Flugzeug seinen Platz hat. Jedes Frachtgut muss entsprechend verzurrt werden, sei es eine Palette, ein Fahrzeug oder seien es Kisten. Als ausgebildete „Beauftragte Person für Gefahrgut“ (BPG) und „Beauftragte Person für Luftfrachtsicherheit“ (BLS) muss ich auf die Einhaltung gefahrgutrechtlicher Bestimmungen und der Luftfrachtsicherheit achten. Gefahrgut muss besonders verpackt und auch gekennzeichnet werden.

Sie bewegen viel: Oberfeldwebel Jörn E. (li.) und Hauptfeldwebel Oliver R.
Sie bewegen viel: Oberfeldwebel Jörn E. (li.) und Hauptfeldwebel Oliver R. (Quelle: Bundeswehr/Peter Breuer)Größere Abbildung anzeigen

Einen kompletten Luftumschlagzug (LUZg), wie beispielsweise in Afghanistan gibt es hier nicht. Somit arbeite ich hier bei MINUSMA eigenverantwortlich. Ich arbeite aber eng mit dem Annahme- und Versandfeldwebel, Hauptfeldwebel Oliver R., zusammen. Wir ergänzen und unterstützen uns gegenseitig und haben in kurzer Zeit eine gute Arbeitsgemeinschaft gebildet. So konnten wir sicherstellen, dass bisher jedes Transportflugzeug pünktlich beladen und auch entladen wurde.

Nach getaner Arbeit sitzen wir noch oft im Kameradenkreis zusammen und lassen jeden Einsatztag Revue passieren. Das reibungslose "Abfertigen" der Flugzeuge macht unsere Zufriedenheit hier in Dakar aus.
In den ersten vier Monaten des Jahres 2014 haben wir etwa 60 Tonnen von und nach Deutschland abgefertigt. Davon sind 27 Tonnen innerhalb Afrikas weiter verschickt worden.

Eine Frachtpalette mit Gefahrgut (hier: Munition),  wird in eine Transall verladen
Eine Frachtpalette mit Gefahrgut (hier: Munition), wird in eine Transall verladen (Quelle: Bundeswehr/Peter Breuer)Größere Abbildung anzeigen

Durch den Umstand, dass wir momentan über keine eigenen Umschlaggeräte (Gabelstapler, Palettenwagen) verfügen, sind wir auf die Unterstützung des Bodenpersonals der französischen Kameraden angewiesen. Da sie nicht 24 Stunden im Dienst sind, kann es bei Änderung der Flugpläne oder kurzfristigen Flügen zu Verzögerungen kommen. In diesen Fällen versuchen wir sie telefonisch um Unterstützung zu bitten.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

"Kundschaft" ist da - Ein Airbus aus Deutschland muss entladen werden.
"Kundschaft" ist da - Ein Airbus aus Deutschland muss entladen werden. (Quelle: Bundeswehr/Peter Breuer)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin eines der vielen Zahnräder dieses Einsatzes. Ein wichtiges Zahnrad. Das ist meine Motivation, meine Arbeit hundertprozentig zu erfüllen. Immer.

Wir "LUZ`er" wollen unseren Teil dazu beitragen, dass die benötigte Fracht sicher und pünktlich an ihren Bestimmungsort gelangt. Sei es in Afghanistan, in Mali, im Senegal oder in all den anderen Einsatzgebieten. Ich bin schon ein wenig stolz, wenn ein Flugzeug, das ich "abgefertigt" habe, pünktlich abhebt und ich noch ein wenig hinterher schaue.

Das vermisse ich hier am meisten.

Die Trennung von meiner Familie ist schon hart. Ich vermisse den geregelten Tagesablauf mit meiner Frau und meinen Kindern. Ich verpasse viel vom Familienleben. Meine kleine Tochter hat in der Zwischenzeit einen enormen Entwicklungsschub gemacht und mein kleiner Neffe ist während meines jetzigen Einsatzes zur Welt gekommen. All das sind Wermutstropfen, die ich hinnehmen muss. Aber die freudigen Gesichter meiner Frau und meiner Kinder bei meiner Heimkehr sind Entschädigung für diese Belastung.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche mir, dass ich auch diesen Einsatz gesund überstehe. Ich freue mich auf das Wiedersehen mit meiner Familie, meinen Freunden und meinen Kameraden. Ich grüße alle Kameraden, die sich im Einsatz befinden. Ich wünsche ihnen alles erdenkliche Soldatenglück, und dass sie ebenfalls unbeschadet nach Hause kommen.


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Stand vom: 08.01.18 | Autor: Jörn E.


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