Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelle Einsätze > Einsatztagebuch Operation Sophia (4): Ereignisreiche erste Tage

Einsatztagebuch Operation „Sophia“ (4): Ereignisreiche erste Tage

In See, 19.07.2016, Bundeswehr.

Seit Anfang Juli sind der Tender „Werra“ und das Minenjagdboot „Datteln“ Teil der EUNAVFOR MED Operation „Sophia“ im Mittelmeer. Schon in diesen ersten Tagen haben die beiden Besatzungen bewiesen, dass sie den Einsatzaufgaben vor der libyschen Küste mehr als gewachsen sind.

Gemeinsam mit dem Tender „Werra“ ist das Minenjagdboot „Datteln“ (vorn) im Einsatz

Gemeinsam mit dem Tender „Werra“ ist das Minenjagdboot „Datteln“ (vorn) im Einsatz (Quelle: Bundeswehr/Bastian Fischborn)Größere Abbildung anzeigen

Als der Tender „Werra“ und das Minenjagdboot „Datteln“ am 3. Juli in Augusta (Sizilien) ausliefen, hieß der Plan: Zwölf Tage Patrouille im Einsatzgebiet vor der libyschen Küste. Im Seegebiet zwischen Italien und Nordafrika sind derzeit zahlreiche Schiffe und Boote im Einsatz. Dazu gehören die fünf Schiffe der Operation „Sophia“, sowie ihre Seefernaufklärungsflugzeuge und Bordhubschrauber.

Im Seegebiet vor Libyen sind auch Schiffe der italienischen Operation „Mare Sicuro“ und von Nichtregierungsorganisationen im Einsatz

Im Seegebiet vor Libyen sind auch Schiffe der italienischen Operation „Mare Sicuro“ und von Nichtregierungsorganisationen im Einsatz (Quelle: Bundeswehr/Bastian Fischborn)Größere Abbildung anzeigen

Die Operation „TRITON“ der Grenzschutzagentur FRONTEX patrouilliert genauso auf der rund 220 Seemeilen langen Strecke zwischen Libyen und Sizilien wie Schiffe der italienischen Operation „Mare Sicuro“. Hinzu kommen noch zahlreiche Schiffe, Boote und Flugzeuge von Nichtregierungsorganisationen.

nach oben

Es geht nur gemeinsam

Sie alle gehören zwar unterschiedlichen Organisationen an, arbeiten aber regelmäßig im Rahmen von Seenotrettungen zusammen. Das kann bedeuten, dass der Tender „Werra“ – wie am 5. Juli geschehen – 146 aus Seenot gerettete Menschen von einem Boot der Organisation „Pro Activa Open Arms“ übernimmt und sie in einem italienischen Hafen übergibt. Es kann genauso bedeuten, dass ein Hubschrauber in einem Notfall einen Patienten von einem anderen Schiff ausfliegen und schnellstmöglich in ein Krankenhaus bringen muss. Koordiniert werden die Maßnahmen von der Seenotleitstelle, dem „Maritime Rescue Coordination Centre“ (MRCC) in Rom.

Der italienische Flugzeugträger „Giuseppe Garibaldi“ ist das Flaggschiff der Operation „Sophia“. Von hier führt ein italienischer Flottillenadmiral den Verband

Der italienische Flugzeugträger „Giuseppe Garibaldi“ ist das Flaggschiff der Operation „Sophia“. Von hier führt ein italienischer Flottillenadmiral den Verband (Quelle: Bundeswehr/Bastian Fischborn)Größere Abbildung anzeigen

Die Position der militärischen Schiffe ist zwar geheim und wird über das Schiffskennungssystem AIS („Automatic Identification System“) nicht nach außen übermittelt. Das Verbandshauptquartier der Operation „Sophia“ an Bord des italienischen Flugzeugträgers „Giuseppe Garibaldi“ steht aber in enger Verbindung zum MRCC.

nach oben

Übungen sind das „A und O“

Ein finnischer Boarding-Soldat bei Schießübungen auf der Back des Tenders

Ein finnischer Boarding-Soldat bei Schießübungen auf der Back des Tenders (Quelle: Bundeswehr/Bastian Fischborn)Größere Abbildung anzeigen

Zwölf Tage Patrouille bedeuten auch: Zwölf unvorhersehbare Tage, in denen die Besatzungen der „Werra“ und der „Datteln“ ständig auf potenzielle Bedrohungen oder Seenotrettungen vorbereitet sein müssen.

Am Auslauftag war bereits klar: Das Wetter vor der libyschen Küste würde es Schleusern in den kommenden Tagen erlauben, erneut die überladenen Schlauchboote von den Stränden westlich und östlich von Tripolis (Libyen) loszuschicken. Hochdruckeinfluss, umlaufende Winde, kaum Dünung, die auf die libysche Küste steht.

Am 5. Juli retteten die beiden deutschen Schiffe 701 Menschen aus Seenot; nachmittags kontrollierte das Boarding-Team der „Werra“-Besatzung ein Skiff, das sich in auffälliger Nähe zum Ort der Seenotrettungen aufhielt, und bei dem die Soldaten davon ausgehen mussten, dass es sich um einen „Schakal “ handelt.

nach oben

Von Geburt eines Kindes bis zur Festsetzung von Schleusern

Bei den Seenotrettungen vom 5. Juli wurden 656 Menschen an Bord des Tenders genommen. Die Schleuser setzen auch Kleinkinder und Säuglinge in die seeuntauglichen Schlauchboote

Bei den Seenotrettungen vom 5. Juli wurden 656 Menschen an Bord des Tenders genommen. Die Schleuser setzen auch Kleinkinder und Säuglinge in die seeuntauglichen Schlauchboote (Quelle: Bundeswehr/Bastian Fischborn)Größere Abbildung anzeigen

Einen Tag später brachte eine 22-jährige Nigerianerin an Bord des Tenders einen Jungen zur Welt, es war die zweite Geburt an Bord eines Kriegsschiffs der Bundeswehr. Mutter und Kind wurden am 7. Juli in Trapani (Sizilien) an das italienische Rote Kreuz übergeben, zusammen mit den anderen Menschen, die am 5. Juli gerettet worden waren.

Am 9. Juli hat der Tender „Werra“ ein schleusereiverdächtiges Skiff beschlagnahmt. Finnische Boardingsoldaten bei der Übergabe eines der Insassen an die italienischen Behörden

Am 9. Juli hat der Tender „Werra“ ein schleusereiverdächtiges Skiff beschlagnahmt. Finnische Boardingsoldaten bei der Übergabe eines der Insassen an die italienischen Behörden (Quelle: Bundeswehr/Bastian Fischborn)Größere Abbildung anzeigen

Kaum hatte die „Werra“ den Hafen dann am 8. Juli wieder verlassen, gelang der Besatzung am Folgetag die Beschlagnahme eines schleusereiverdächtigen Skiffs und die Anbordnahme der Insassen, welche am 10. Juli in Catania (Sizilien) an die zuständigen italienische Behörden übergeben wurden.

Flaggenwechsel im Hafen. Ein Soldat nimmt die „Gösch“ vor, so heißt die Bundesdienstflagge der Seestreitkräfte, die im Hafen auf der Back gesetzt ist

Flaggenwechsel im Hafen. Ein Soldat nimmt die „Gösch“ vor, so heißt die Bundesdienstflagge der Seestreitkräfte, die im Hafen auf der Back gesetzt ist (Quelle: Bundeswehr/Bastian Fischborn)Größere Abbildung anzeigen

Seit dem Auslaufen am 3. Juli waren erst sieben Tage vergangen, in denen die Besatzungen gezeigt haben, dass sie dem Spektrum der „Sophia“-Einsatzaufgaben mehr als gewachsen sind, bevor es wieder nach Süden ins Einsatzgebiet ging. Diesmal herrschte aber drei Tage lang schlechtes Wetter, östliche Winde schaufelten die Wellen in die Große Sirte .

Nach einem kurzen Hafenaufenthalt in Palermo geht es für die „Werra“-Besatzung nun wieder auf See, wo die „Datteln“ zwischenzeitlich mit anderen Schiffen des Verbands die Stellung gehalten hat.

nach oben


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 19.07.16 | Autor: Bastian Fischborn


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.aktuelle_einsaetze&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB174000000001%7CABZ9Y8544DIBR