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Ich bin iM EINsatz: Operation mit Bits und Bytes – Als Netzwerkadministrator in Al-Asrak

Al-Asrak, 31.08.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Oberfeldwebel Daniel A. ist der Netzwerkadministrator in Al-Asrak
Oberfeldwebel Daniel A. ist der Netzwerkadministrator in Al-Asrak (Quelle: Bundeswehr/PAO CD JOR)Größere Abbildung anzeigen

Servus, mein Name ist Daniel A., und daheim bin ich im Führungsunterstützungssektor 1 in Fürstenfeldbruck eingesetzt. Seit 2010 diene ich in der Bundeswehr. Dies ist mein dritter Auslandseinsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Die Konfiguration der Funk-, Internet- und Telefonleitungen erfolgt per Tablet
Die Konfiguration der Funk-, Internet- und Telefonleitungen erfolgt per Tablet (Quelle: Bundeswehr/PAO CD JOR)Größere Abbildung anzeigen

Als Netzwerkadministrator betreue ich hier in Al Asrak das „Gehirn“ des mobilen Gefechtsstandes. Damit habe ich die Verantwortung über unsere Netzwerke. Ich sorge dafür, dass meine Kameraden, egal wo wir gerade auf der Welt sind, vernetzt bleiben und ihren Auftrag reibungslos durchführen können. Ich bin dafür zuständig das jeder Soldat die Zugänge bekommt die er für seinen Arbeitsbereich benötigt. Vereinfacht gesagt, ist es meine Aufgabe sicherzustellen, dass jeder Soldat im mobilen Gefechtsstand über die von ihm benötigten Telefon-, Funk-, und Internetanbindungen verfügt und diese auch jeder Zeit nutzen kann.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Für jeden Gefechtsstand muss ein individueller Netzwerkplan erstellt werden
Für jeden Gefechtsstand muss ein individueller Netzwerkplan erstellt werden (Quelle: Bundeswehr/PAO CD JOR)Größere Abbildung anzeigen

In meinem Job gibt es grundsätzlich keine Routine, ich kann nicht einfach in die Schublade greifen und eine fertige Lösung hervorzaubern. Da wir von einer Zweidrahtleitung bis hin zu verschiedenen Boden- und Flugfunkanlagen und Satellitentelefon alles anbinden können, muss für die Mission Counter Daesh ein individuell auf die Nutzer abgestimmter Netzwerkplan erstellt werden. Damit in Al Asrak alles reibungslos funktioniert, ist es notwendig, auch technische Details zu definieren und festzulegen. Das sind so grundlegende Dinge, wie die Frage nach der Anzahl der Ports oder auch, wie lang etwa die Netzwerkkabel sein müssen. Beim Aufbau des Netzwerkes muss ich im Vorwege auch die Menge der Informationsflüsse kalkulieren, um spätere Engpässe in der Netzwerkkapazität zu verhindern.

Der mobile Gefechtsstand in seiner gesamten Größe
Der mobile Gefechtsstand in seiner gesamten Größe (Quelle: Bundeswehr/PAO CD JOR)Größere Abbildung anzeigen

Natürlich sind die klimatischen Bedingungen in Jordanien eine Herausforderung. Trotzdem macht es mir sehr viel Spaß. Ich vergleiche meine Arbeit hier gerne mit Ausdauersport. Während des „Trainings“ über den Tag ist es teilweise schon sehr anstrengend. Danach, am Abend, fühlt man sich zwar erschöpft, aber zufrieden.

Das vermisse ich hier am meisten.

Auch wenn das System, an dem ich arbeite und die Kameraden, die ich sehe, die gleichen sind, wie in Fürstenfeldbruck, so ist es schon schwer, nicht zu Hause bei meiner Freundin und Familie sein zu können. Die sprichwörtlichen fünf Minuten Privatsphäre pro Tag, die man braucht, vermisse ich genauso, wie die alltäglichen Dinge des Lebens: Kaltes Wasser, welches mit ausreichend Druck aus der Leitung kommt zum Beispiel. Was die Entbehrungen aber schnell vergessen macht, sind die Erfahrungen, die ich hier sammle und die Kontakte mit Kameraden aus anderen Nationen. Solche Eindrücke und Erlebnisse kann man für Geld nicht kaufen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Mir ist es wichtig alle Soldaten zu grüßen, nicht nur die, die sich gerade im Auslandseinsatz befinden. Besondere Grüße gehen natürlich an meine Familie und meine Freundin, die ich sehr vermisse, und auf die ich mich sehr freue.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Daniel L.


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