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Ich bin iM EINsatz: Als Überwasserwaffenmechaniker bei Atalanta

In See, 02.04.2015.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In zahlreichen Einsatzgebieten leisten deutsche Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Obermaat Toni W. steht vor dem Munitionsring des 76mm-Geschützturmes
Obermaat Toni W. steht vor dem Munitionsring des 76mm-Geschützturmes (Quelle: Bundeswehr/Lydia Knaak)Größere Abbildung anzeigen

Obermaat Toni W. ist derzeit bei Atalanta als Überwasserwaffenmechaniker im Einsatz. Er sorgt an Bord der Fregatte „Bayern“ dafür, dass die Munition und Waffen immer einsatzbereit sind.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Nach dem Schuss – Das Einsammeln der Munitionsreste ist Teamarbeit
Nach dem Schuss – Das Einsammeln der Munitionsreste ist Teamarbeit (Quelle: Bundeswehr/Lydia Knaak)Größere Abbildung anzeigen

Derzeit bin ich als Obermaat für die Überwasserwaffenmechanik an Bord der Fregatte „Bayern“ zuständig. Zu den Überwasserwaffen zählen zum Beispiel der 76mm-Geschützturm oder das System zur Abwehr anfliegender Flugkörper „Rolling Airframe Missile“ (RAM). Damit deren Mechanik einwandfrei funktioniert, überprüfe ich täglich die Waffentechnik. Damit stelle ich sicher, dass mögliche Fehler einer Anlage oder ein Schaden am Schiff schnell sichtbar werden. Gleichzeitig bin ich der erste Ansprechpartner bei Störungen und Ausfällen von Waffenanlagen sowie Schnittstellen zu Sensoren. Wenn möglich, wird das Problem dann direkt von mir behoben.

Zu unserem Team gehören ein Waffentechnikoffizier (WTO), ein Artilleriewaffenmeister (AFM), zwei Unteroffiziere und vier Mannschaftsdienstgrade. Wir sind verantwortlich für gesamte Munition und die Rohrwaffen an Bord. Die Munition an Bord besteht aus Handwaffenmunition, Handgranaten und einer Vielzahl pyrotechnischer Munition, bis hin zu den Lenkflugkörpern und Torpedos. Ich muss alle Munitionsarten genau kennen deren Kennzahlen im Kopf haben, die richtige Lagerung beachten und die Munition regelmäßig auf Vollzähligkeit überprüfen.

Obermaat Toni W. bereitet die Bola-Waffe für den Schuss vor
Obermaat Toni W. bereitet die Bola-Waffe für den Schuss vor (Quelle: Bundeswehr/Lydia Knaak)Größere Abbildung anzeigen

Zusätzlich bin ich auch „Bola-Schütze“ an Bord. Diese kommt zum Einsatz bei starkem Wind oder zu großer Entfernung, um schnell eine Verbindung zu einem anderen Schiff oder der Pier herzustellen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Das besondere an meinen Job ist der Umgang mit Waffen und Munition. Diese Tatsache setzt viel Vertrauen und gute Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und den unterstellten Soldaten voraus. Meine persönliche Motivation ist es, dafür zu sorgen, dass der Umgang mit Waffen und Munition für alle Beteiligten kein Sicherheitsrisiko darstellt. Keine Störung an der Waffe beim Übungsschießen ist für mich die Bestätigung alles richtig gemacht zu haben.

Das vermisse ich hier am meisten.

Natürlich vermisse ich meine Familie und Freunde, meine Thüringer Berge und den Thüringer Wald. Mir fehlt aber auch mein Hobby: Mein Opel Kadett c Coupé Baujahr 1976 und mein Lada Niva. Ich freue mich darauf, bald wieder in der Garage zu schrauben und dabei mit meinem Nachbarn fachsimpeln zu können.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich möchte noch so viele Eindrücke wie möglich sammeln und eine möglichst schöne Zeit hier an Bord haben. Viele Kameraden an Bord sind mehr als nur Arbeitskollegen geworden. Deswegen genieße ich die Zeit mit ihnen bevor ich sie nach dem Einsatz vorerst nicht wiedersehe. Ich grüße meine Freunde und Verwandten in der Heimat. Ein großes Dankeschön an Herrn Winkel und seine Frau, die sich um meinen Garten während meiner Abwesenheit kümmern. Ohne euch hätten meine Goldfische im Teich nichts mehr zu lachen und würden schon mit dem Bauch nach oben schwimmen.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Toni W.


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