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Ich bin iM EINsatz: Akkurat, auf Zeit und mit Akzent - als spanischer Marineoffizier im Austausch.

In See, 30.07.2015.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Oberleutnant José Antonio P.
Oberleutnant José Antonio P. (Quelle: Bundeswehr/PAO EUNAVFOR MED)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin José Antonio P., Offizier der „Armada Espanola“, also der Spanischen Marine. Meine fünfjährige Ausbildung begann 2007 an der Marine-Offiziersschule der Naval Academy of Spain in Marin, (Marin ist eine galizische Kleinstadt in der Provinz Pontevedra, am Südufer des gleichnamigen Flusses.) Dann erhielt ich eine Verwendung auf der Fregatte „Numancia“. Die Teilnahme am spanisch-deutschen Offizier-Austauschprogramm führte mich im Juli vergangenen Jahres nach Deutschland. Und nach einer halbjährigen Sprachausbildung trat ich auch schon meinen Dienst als Navigationsoffizier an Bord der Fregatte „Schleswig-Holstein” an. EUNAVFOR MED ist mein dritter Einsatz. 2012 und 2013 war ich bereits im Rahmen der EU-Mission EU NAVFOR Atalanta eingesetzt.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

José Antonio P. prüft auf der Seekarte die Position der Fregatte.
José Antonio P. prüft auf der Seekarte die Position der Fregatte. (Quelle: Bundeswehr/PAO EUNAVFOR MED)Größere Abbildung anzeigen

Hier an Bord bin ich als dritter Navigationsoffizier (III NO) eingesetzt. Als III NO stehe ich als Wachhabender Offizier auf der Brücke. Das heißt, während meiner Fahrwache bin ich verantwortlich für das Schiff und die Besatzung. Aber ich darf nicht nur das Schiff fahren, sondern auch operative Aufgaben erledigen, wie zum Beispiel die so genannten „Hailings“. Darunter versteht man das Anrufen und Abfragen passierender Handelsschiffe. Aber auch die Ausbildung kommt nicht zu kurz, sie läuft während des Einsatzes kontinuierlich weiter.

Mein Dienst wird natürlich von der Einteilung in Wachen geprägt. So ist die Besatzung in drei Seewachen eingeteilt. Ich gehöre derzeit der dritten Seewache an. So eine Wache dauert sechs Stunden. Zwischen den Wachen erledige ich meinen regulären Dienst oder hab‘ zum Beispiel auch mal Zeit, um Sport zu machen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Wichtige Informationen werden an die Operationszentrale weitergegeben
Wichtige Informationen werden an die Operationszentrale weitergegeben (Quelle: Bundeswehr/PAO EUNAVFOR MED)Größere Abbildung anzeigen

Es ist vor allem die Abwechslung: Den Dienst an Bord als III NO empfinde ich als sehr interessant, weil jeder Tag die Chance bietet, etwas Neues zu lernen.
Ebenfalls besonders: Die kleinen Unterschiede im Dienstbetrieb. Ich kannte bisher natürlich nur die Abläufe und Organisation des Schiffsbetriebes in der Spanischen Marine. Und auch wenn sich diese nicht stark vom deutschen Muster unterscheiden, so musste ich mir eben die deutschen Feinheiten einprägen. Und das erweitert wiederum meinen Erfahrungsschatz.

Jetzt ist es meine Motivation, die Fregatte alleine als Wachoffizier zu fahren und anschließend nach zwei Jahren in Deutschland mit vielen neuen Eindrücken und den gemachten Erfahrungen nach Spanien zurückzukehren. Natürlich nutze ich auch immer die Möglichkeit, die deutsche Sprache zu lernen. Das ist nicht immer einfach, aber jeden Tag lerne ich etwas dazu, gerade bei der Marine, wo es zahlreiche spezielle Begriffe und Formulierungen gibt.

Das vermisse ich hier am meisten.

Wenn ich im Einsatz bin, muss ich die Heimat für eine gewisse Zeit verlassen und auch meine Frau, meine Familie und meine Freunde. Diese vermisse ich natürlich sehr hier an Bord. Weiterhin fehlen mir so Kleinigkeiten wie spanisches Fernsehen und Nachrichten und das Mountainbiking, mein Lieblingssport.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Für die restliche Zeit des Einsatzes wünsche ich mir, weiterhin viel zu lernen und für die Zukunft mitzunehmen. Auch hoffe ich, meine deutsche Sprache noch zu verbessern. Als Teil der Besatzung wünsche ich uns viel Erfolg im Einsatz und eine gute Rückkehr nach Wilhelmshaven.
Grüßen möchte ich meine Lieben daheim, die schon auf mich warten. Wir werden uns bald wiedersehen! Als zweites grüße ich die Abteilung „Deutsch als Fremdsprache“ im Bundessprachenamt in Hürth. Vielen Dank für die Ausbildung! Ich grüße auch meine Kameraden an Bord, die mir beim Lernen helfen. Danke für die Geduld und eure Hilfe!


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: José Antonio P.


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