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Arbeiten, wenn Andere schlafen – Bäcker auf der „Brandenburg“

In See, 14.08.2017.

Wochenlanger Dienst auf einem Schiff im Einsatz ist schon eine Herausforderung: Einzelne Manöver und Übungen gehören dazu und wiederkehrende Dienste auf den Stationen bilden den Rahmen. Wen wundert’s, dass sich da jeder auf leckeres Essen freut. Einer, der zum leiblichen Wohl der Soldaten entscheidend beiträgt, ist der Oberstabsgefreite Silvio K. Er ist der Bäcker der Fregatte „Brandenburg“. Wir begleiten ihn an einem typischen Arbeitstag auf See.

Arbeiten, wenn andere schlafen

Heute kommt leckerer Pizzateig auf`s Blech

Heute kommt leckerer Pizzateig auf`s Blech (Quelle: Bundeswehr/Florian Westphal)Größere Abbildung anzeigen

In der Heimat an Land gehören Bäcker zu den Frühaufstehern, stehen oft morgens ab drei Uhr schon in der Backstube. Hier an Bord geht Oberstabsgefreiter Silvio K. schon um 20 Uhr ans Werk. Das ist die Zeit, zu der die meisten Soldaten sich in ihren Messen entspannen oder auch schon ins Bett gegangen sind, weil sie nachts auf Wache aufziehen müssen. Silvio K führt sein Weg nun unter Deck gleich neben der Kombüse in die Bordbäckerei. Hier wird er den Großteil der Nacht Teig mengen, kneten und formen, um alle benötigten Backwaren für den nächsten Tag herzustellen.

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13 Jahre Seefahrt – Immer noch Spaß an der Arbeit

Der Pizzateig ist bereit für den Ofen

Der Pizzateig ist bereit für den Ofen (Quelle: Bundeswehr/Florian Westphal)Größere Abbildung anzeigen

Bäcker an Bord sein ist bei der Marine ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Bei Heer und Luftwaffe gibt es ihn gar nicht. Silvio K. hat den Beruf gelernt und ist seit dreizehn Jahren auf Schiffen der Marine unterwegs. Zur See fahren, das ist eine Leidenschaft für den Soldaten. „Die Seefahrt macht mir auch nach all den Jahren immer noch Spaß“, sagt Silvio K. beim Kneten des Teiges. „Sonst hätte ich mir wahrscheinlich schon einen anderen Beruf gesucht“, fügt er hinzu. An Anfragen von weiteren Schiffen herrscht wahrlich kein Mangel. Eigentlich fährt Silvio S. auf der Fregatte „Hamburg“ zur See. Ein guter Bäcker ist eben auch wichtig für die Stimmung an Bord, vor allem im Einsatz.

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Ohne Mampf kein Kampf

Keine kleine Aufgabe – 48 Brotlaibe gilt es zu Backen

Keine kleine Aufgabe – 48 Brotlaibe gilt es zu Backen (Quelle: Bundeswehr/Florian Westphal)Größere Abbildung anzeigen

Gegenwärtig sind über 200 Soldaten auf der Fregatte „Brandenburg“ im Einsatz in der Ägäis. Und die wollen versorgt werden. Der Bäcker hat damit alle Hände voll zu tun. Nachdem sein „Tag“ begonnen hat, fängt er zunächst damit an, Brote und Gebäck vorzubereiten. Täglich werden an Bord etwa 16 Laibe Brot verspeist. Diese backt er alle drei Tage, was also bedeutet, in einer Nacht 48 Laibe Brot herzustellen, zwölf Stück von jeder der vier Sorten.

Doch nicht nur Backen gehört zu Silvio`s Aufgaben. Daneben unterstützt er die Smuts, indem er die Mahlzeiten des nächsten Tages vorbereitet, zum Beispiel Gemüse schneidet und Salate wäscht. Gegen 23 Uhr stehen die ersten hungrigen Soldaten der Nachtwache vor der Kombüse. Silvio K. hat schon den sogenannten Mittelwächter bereitgestellt, eine traditionelle Zwischenmahlzeit gegen den kleinen Hunger auf Nachtwache. Heute gibt es mit Käse überbackene Ravioli, einen bei den Soldaten beliebten Klassiker.
Danach geht es mit der Arbeit weiter. Morgen ist Seemannssonntag, ein weiterer Brauch der Marine. Für ihn bedeutet das, dass er noch Streuselkuchen mit Früchten und Pudding vorbereiten und backen muss. „Der Seemannssonntag ist ein echtes Highlight für die Soldaten“, kann er bestätigen.

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Hier werden keine kleinen Brötchen gebacken

Die Brötchen für das Frühstück werden verteilt. Gleich ist es geschafft

Die Brötchen für das Frühstück werden verteilt. Gleich ist es geschafft (Quelle: Bundeswehr/Florian Westphal)Größere Abbildung anzeigen

Gegen zwei Uhr morgens bereitet Silvio S. den Teig für die Brötchen vor. Für das Frühstück werden um die 350 benötigt, natürlich verschiedene Sorten. Mit und ohne Körner, mit Sesam oder Mohn, hell und dunkel, oft auch Zwiebel- und Käsebrötchen hat er für die Besatzung gebacken. Dafür muss er rund 16 Kilo hellen Teig und sechs Kilo dunklen Teig verarbeiten.

Wenn alles vorbereitet, geschnitten, gewaschen und gebacken ist, endet gegen acht Uhr morgens der Arbeitstag. Jetzt heißt es noch Reinschiff machen, dann kann sich Oberstabsgefreiter Silvio S. endlich hinlegen; bis zur nächsten Nacht.
Hafentage bedeuten für den Bäcker in der Regel ein bisschen Erholung. Brot wird auch im Hafen gegessen, also heißt es vorarbeiten. Nur die Brötchen, die werden dann von örtlichen Bäckern geliefert. Selbstverständlich sind die aber nie so gut wie vom eigenen Bäcker, da ist sich die Besatzung einig.

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Stand vom: 21.08.17 | Autor: PAO Fregatte Brandenburg


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