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Einsatztagebuch AF TUR Teil 2: „Mehr als nur gut eingelebt“

Kahramanmaras, 20.07.2015.

Oberleutnant David H. ist seit gut zwei Wochen bei „Active Fence Turkey“ im Einsatz. Mittlerweile sind all die Dinge, die für ihn anfangs noch neu und ungewohnt waren, fast schon zur Routine geworden. Heute beschreibt er einen Teil der Rahmenbedingungen des Einsatzes für die Soldaten und wirft einen Blick ins Herzstück des PATRIOT-Systems – den Feuerleitstand.

Die Feldpost funktioniert tadellos

Die Feldpost funktioniert tadellos (Quelle: Bundeswehr/PAO AFTUR)Größere Abbildung anzeigen

Meine erste Zeit in Kahramanmaras ist vorbei und so langsam lebe ich mich ein. Vieles, was anfangs fremd oder ungewohnt war, ist mittlerweile Routine für mich. Dazu gehört zum Beispiel die Abgabe der Wäsche. Täglich kann ich zu drei festen Zeiten entweder Wäsche zur Reinigung abgeben oder meine gewaschene Wäsche empfangen. Total unkompliziert. Auch das System mit der Feldpost läuft im Prinzip genauso wie Zuhause. Es gibt einen postgelben Briefkasten, in den ich einfach meine Postkarten einwerfe, und etwa eine Woche später ist sie in Deutschland.

Wäschewaschen – auch kein Problem

Wäschewaschen – auch kein Problem (Quelle: Bundeswehr/PAO AFTUR)Größere Abbildung anzeigen

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Gute Küche erfordert Sport

Das Essen ist ebenfalls lecker

Das Essen ist ebenfalls lecker (Quelle: Bundeswehr/PAO AFTUR)Größere Abbildung anzeigen

Besonders gut gefällt mir die Küche. Ein türkischer Caterer und ein türkisch-deutsches Kochteam bereiten die Mahlzeiten zu. Das Essen ist sehr lecker – ein Grund mehr für mich, den Sport hier nicht zu kurz kommen zu lassen. In unserem Kraftraum ist dies auch problemlos möglich.

Alle diese Dinge erleichtern meinen Alltag enorm. Der besteht in erster Linie darin, Büroarbeit zu erledigen. Mails verfassen, Absprachen treffen, das kenne ich aus Deutschland. Spannend ist es, dieser Arbeit hier im Rahmen eines Stabes im Einsatz nachzukommen.

In der Morgenlage, täglich um acht Uhr, trägt jeder Sachgebietsleiter seine wichtigsten Punkte vor. Das ist notwendig, damit alle den gleichen Kenntnisstand haben. Im Einsatz sieht diese Morgenlage ein wenig anders aus als in Deutschland, weil der Einsatz durch mehr Bewegung gekennzeichnet ist. Es gibt mehr Besucher und mehr feste Termine und Veranstaltungen. Dies betrifft auch mich, wenn beispielsweise ein Vorgesetzter aus Deutschland kommt und etwas über die Betreuung im Einsatz erfahren möchte.

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Zum Schutz von Kahramanmaras

Die wöchentliche Chefrunde – oberhalb der PATRIOT-Stellungen

Die wöchentliche Chefrunde – oberhalb der PATRIOT-Stellungen (Quelle: Bundeswehr/PAO AFTUR)Größere Abbildung anzeigen

Zusätzlich zu den Morgenlagen führen die Chefs aller Einheiten wöchentlich eine Chefrunde durch. Auch hier werden wichtige Punkte besprochen, die aber nicht für jeden Angehörigen des Stabes relevant sind. Meine erste Chefrunde findet in der Einsatzstaffel statt. Der Blick auf unseren Stellungsbereich erinnert mich daran, weshalb wir hier sind.

Die Soldaten der Einsatzstaffel bilden den Kern unseres Auftrags hier in der Türkei. Sie sind diejenigen, die das Waffensystem PATRIOT unmittelbar bedienen. Das System kann eine anfliegende Rakete noch in der Luft zerstören und so die Bewohner von Kahramanmaras vor möglichem Beschuss schützen. Möglich wäre dies, wenn in Syrien eine taktisch-ballistische Rakete in unsere Richtung abgeschossen wird. Den Soldaten der Einsatzstaffel bliebe dann nur wenig Zeit zum Handeln.

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Der Feuerleitstand

Im Herzstück des PATRIOT-Systems - dem Feuerleitstand

Im Herzstück des PATRIOT-Systems - dem Feuerleitstand (Quelle: Bundeswehr/PAO AFTUR)Größere Abbildung anzeigen

Einige von Ihnen sind rund um die Uhr eingesetzt, zum Beispiel im Feuerleitstand. Auf ihren Monitoren sehen die Teams ein radargestütztes Bild. Eine Rakete würde durch das Radar erfasst und auf den Bildschirmen dargestellt werden. Die Feuerleitcrew wäre dann für die Einleitung der erforderlichen Schritte verantwortlich, die letztlich zur Zerstörung der anfliegenden Rakete führen würden. Ich nutze die Zeit in der Einsatzstaffel, um mir nochmal den Feuerleitstand genau erklären zu lassen.

So gehen die ersten Tage im Einsatz für mich schnell vorbei. Als ich nach zwei Wochen feststelle, dass schon meine ersten 14 Tage vorbei sind, bin ich echt überrascht. Im nächsten Teil berichte ich Ihnen weiter von meinen Erfahrungen.

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Stand vom: 20.07.15 | Autor: David H.


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