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Ich bin iM EINsatz: Ich bin „der Alte“ – als Kommandant bei UNIFIL

In See, 03.02.2015.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In zahlreichen Einsatzgebieten leisten deutsche Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Der Kommandant der „Braunschweig“, Korvettenkapitän Stefan Böhlicke
Der Kommandant der „Braunschweig“, Korvettenkapitän Stefan Böhlicke (Quelle: Bundeswehr/Bastian Fischborn)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Korvettenkapitän Stefan Böhlicke, ich bin Kommandant der Korvette „Braunschweig“. Ich bin 1996 in die Deutsche Marine eingetreten und dies war mein erster UNIFIL-Einsatz vor der Küste des Libanon.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Alles im Blick: der Kommandant auf seiner Brücke
Alles im Blick: der Kommandant auf seiner Brücke (Quelle: Bundeswehr/Bastian Fischborn)Größere Abbildung anzeigen

Als Kommandant bin ich für meine Besatzung und mein Boot verantwortlich. Ich trage Sorge dafür, dass wir gemeinsam als Team funktionieren und unseren Auftrag erfüllen können. Das ist das Spannende an meiner Position. Jedes Besatzungsmitglied ist ein Spezialist und spielt auf seinem „Instrument“ problemlos. Meine Aufgabe ist es, diese Instrumente zu einem Konzert zu orchestrieren, das gut klingt. Ich muss mit den Menschen gemeinsam arbeiten, muss sie verstehen, auf sie zugehen und zu einem Team formen.

Es gibt dabei auch schwere Momente. Gerade im Einsatz wird einem immer wieder bewusst, dass man die unteilbare Verantwortung für 62 Männer und Frauen trägt. Ihre Kinder, Partner, Eltern und Freunde erwarten selbstverständlich von mir, dass ich alle Soldaten gesund und wohlauf aus dem Einsatz zurückbringe.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

„Unteilbare Verantwortung“ - Der Kommandant und seine Besatzung
„Unteilbare Verantwortung“ - Der Kommandant und seine Besatzung (Quelle: Bundeswehr/Bastian Fischborn)Größere Abbildung anzeigen

Eine Verwendung als Kommandant ist für einen Seeoffizier der Höhepunkt der Fahrenszeit an Bord. Deshalb ist es für mich eine Ehre, den UNIFIL-Einsatz mit einer so motivierten und professionellen Besatzung bestreiten zu dürfen.

Wir können heute stolz darauf sein, mit welcher Leistungsfähigkeit sich die Korvetten im internationalen Umfeld präsentieren können. Gerade im UNIFIL-Einsatz haben sie sich bewährt. Sie können relativ lange autark in See bleiben und dabei hat die Besatzung wesentlich mehr Freiraum als auf den Schnellbooten, die noch bis vor kurzem hier im Einsatz waren. Mit den guten Möglichkeiten in der Aufklärung und Kommunikation sind die Korvetten wie gemacht für einen stabilisierenden Einsatz wie diesen hier.

Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten vermisse ich natürlich meine Tochter und meine liebe Ehefrau. Es ist nicht leicht, einem kleinen Mädchen zu erzählen, dass Papa für die nächsten vier Monate nicht zu Hause, sondern mit seiner Besatzung auf See im Einsatz sein wird. Für solche Zeiträume hat ein kleines Kind natürlich kein Gespür. Und mir ist bewusst, dass es meiner Besatzung genauso geht, wenn meine Männer und Frauen ihren anspruchsvollen Dienst zu Hause erklären wollen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Mein Ziel ist es, Schiff und Besatzung Mitte Februar wohlbehalten zurück in unseren Heimathafen Warnemünde zu bringen.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Stefan Böhlicke


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