Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelle Einsätze > Ich bin iM EINsatz: Schrauben, fahren, dokumentieren – als Unterstützung des Schirrmeisters

Ich bin iM EINsatz: Schrauben, fahren, dokumentieren – als Unterstützung des Schirrmeisters

Koulikoro, 28.11.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Der erste Einsatz auf dem afrikanischen Kontinent
Der erste Einsatz auf dem afrikanischen Kontinent (Quelle: Bundeswehr/Simon Hofmann)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Oberstabsgefreiter Ivonne K. und 23 Jahre alt. Zuhause, in Ulm, bin ich seit vier Jahren Sachbearbeiter im Personalbereich einer Panzerfahrschule. Vorher habe ich drei Jahre in der Betriebsorganisation der Instandsetzungskompanie gearbeitet. Mein erster Tag bei der Bundeswehr liegt nun schon knapp sieben Jahre zurück. Dies ist mein dritter Einsatz und der erste in Mali.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Hier unterstütze ich meinen Vorgesetzten in der Schirrmeisterei. Wir halten die Fahrzeuge, die Waffen und das Material der Kompanie instand. Hier ist auch meine Qualifikation als Kraftfahrer gefragt. Ich dokumentiere, lege Datenblätter über Fahrzeuge an und kontrolliere Verschleiß- oder Ablaufdaten verschiedener Bauteile.

Die Wartung der Fahrzeugtechnik ist bei diesen Temperaturen extrem wichtig
Die Wartung der Fahrzeugtechnik ist bei diesen Temperaturen extrem wichtig (Quelle: Bundeswehr/Simon Hofmann)Größere Abbildung anzeigen

Kleine Mängel beheben wir selbst, größere lassen wir beheben. Ersatzteile fordern wir an und weisen nicht zuletzt Kameraden auf die hier vorhandenen Fahrzeuge ein. So werden die Fahrzeuge von erfahrenen Kraftfahrern handlungssicher bewegt und die bestmögliche Sicherheit der Fahrzeugbesatzungen gewährleistet. Das ist hier im malischen Verkehr auch dringend notwendig.

Besonderen Spaß bereiten mir die Tage, an denen ich außerhalb des Camps unterwegs bin. Entweder zur Einweisungsfahrt, zum Transport oder zu einem beschädigten Fahrzeug, das wieder fahrbereit gemacht wird. Das Land, die Kultur und die Menschen hier zu sehen, ist besonders spannend für mich. Die Einwohner sind freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit. Besonders ihre Dankbarkeit und ihr Respekt gegenüber uns Soldaten beeindrucken mich.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Wenn die Hände sauber sind, muss alles dokumentiert werden
Wenn die Hände sauber sind, muss alles dokumentiert werden (Quelle: Bundeswehr/Simon Hofmann)Größere Abbildung anzeigen

An meiner Tätigkeit gefällt mir besonders, dass alles etwas anders als zuhause ist. Dafür habe ich mich bei meiner freiwilligen Bewerbung für den Einsatz bewusst entschieden. Die Personalarbeit daheim bereitet mir Spaß, jedoch sind mir die vier Monate Abwechslung hier wichtig und sehr willkommen. Mit meinen ersten Jahren in der Instandsetzung verbinde ich persönlich die vielfältigsten und tollsten Erfahrungen bei der Bundeswehr. Dieses Wissen kann ich hier nicht nur auffrischen, sondern effektiv einbringen. Wenn ich außerhalb des Camps unterwegs bin, trete ich meistens mit Maliern in Kontakt. Man unterhält sich mit Gestik und Mimik. Das funktioniert und macht Spaß. Von den Kindern versuche ich ab und an ein paar neue Worte des hier gesprochenen „Bambara“ zu lernen. Das wichtigste Wort hier ist „Vallih“: der Esel. Wenn wir ausnahmsweise mal Wasser oder eine Tüte Haribo ausgeben, freuen sich gerade die Kinder wie verrückt. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie man hier mit Kleinigkeiten ein Lächeln in die Gesichter zaubern kann.

Das vermisse ich hier am meisten.

Mit Freunden treffen, gemeinsame Unternehmungen und einfach mal abschalten – das vermisse ich am meisten. Und den großen Kraftraum an meinem Heimatstandort. Ganz besonders freue ich mich schon auf meine Familie, Freunde, meinen Partner und meine Kameraden zuhause.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Nachdem ich zuhause angekommen bin, werde ich mir erstmal das Tattoo leisten, das schon so lange geplant ist. Im Frühling gibt es dann ein neues Motorrad. Längerfristig gesehen bin ich gespannt auf meine neue Einheit. Ich werde erstmal circa zweieinhalb Jahre auf Lehrgängen verbringen. Danach freue ich mich auf meine neue Verwendung in Niederstetten als Personalfeldwebel.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 12.12.17 | Autor: Ivonne K.


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.aktuelle_einsaetze&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB174000000001%7CATJBD7957DIBR