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Ich bin iM EINsatz: Als Rettungsassistent und San-Ausbilder im Nordirak

Erbil, 26.09.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Auch die stabile Seitenlage gehört zur Ausbildung der Peschmerga
Auch die stabile Seitenlage gehört zur Ausbildung der Peschmerga (Quelle: Bundeswehr/PAO Nordirak)Größere Abbildung anzeigen

„Moin, moin“, ich bin Oberfeldwebel Tim S. und seit Anfang Mai für meinen ersten Auslandseinsatz im Irak. In Deutschland bin ich beim Sanitätsunterstützungszug in Oldenburg eingesetzt und seit 2011 Soldat. Als Rettungsassistent bilde ich Soldaten in Erster Hilfe aus und weiter.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Tim S. erklärt das technische Gerät
Tim S. erklärt das technische Gerät (Quelle: Bundeswehr/Andre Klimke)Größere Abbildung anzeigen

Hier im Irak habe ich zwei Hauptaufgaben. Zum einen bin ich Kommandant auf einem „Eagle“, einem geschützten Führungs- und Funktionsfahrzeug. Er ist als Rettungswagen ausgestattet. Zusammen mit dem Kraftfahrer und dem Arzt bilden wir den beweglichen Arzttrupp, kurz BAT. Immer wenn sich deutsche Soldaten außerhalb eines bestimmten Umkreises vom Feldlager aufhalten, sind wir dabei. Im Notfall koordiniere ich dann die Zuordnung der Verletzten und unterstütze den Rettungsarzt. Meine zweite Aufgabe liegt in der Ausbildung der Peschmerga. Da geht es vor allem um die Weiterbildung in der Ersten Hilfe. Verbandsmaterial anlegen, Verwundete aus dem Gefahrenbereich retten und vorführen, wie Patienten in die stabile Seitenlage gebracht werden. Das sind nur einige der Ausbildungsbereiche.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Der Rettungsassistent erklärt den Kameraden gern, was Erste Hilfe alles beinhaltet
Der Rettungsassistent erklärt den Kameraden gern, was Erste Hilfe alles beinhaltet (Quelle: Bundeswehr/Andre Klimke)Größere Abbildung anzeigen

Für mich persönlich ist dieser Einsatz etwas Besonderes, weil wir viel im Land unterwegs sind und somit das Land und die Menschen kennenlernen. Auch die multinationale Zusammenarbeit schätze ich sehr. Durch die enge Kooperation mit den Niederländern, Kanadiern und Italienern habe ich einen Einblick in deren militärische und Rettungskonzepte bekommen. So lerne ich auch noch etwas dazu.

Das vermisse ich hier am meisten.

Natürlich vermisse ich meine Freundin und meine Familie am meisten. Mir fehlt aber auch tatsächlich der gewohnte Alltag, die gewohnte Umgebung. Zu Hause bin ich zum Beispiel der Koch. In den letzten vier Monaten konnte ich nicht kochen, das fehlt mir doch sehr.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Auffinden einer verletzen Person: Was jetzt? Oberfeldwebel Tim S. erklärt was man jetzt macht
Auffinden einer verletzen Person: Was jetzt? Oberfeldwebel Tim S. erklärt was man jetzt macht (Quelle: Bundeswehr/PAO Nordirak)Größere Abbildung anzeigen

Wie jeder, der einmal Verantwortung in der Aus- und Weiterbildung getragen hat, wünsche auch ich mir, dass den kurdischen Soldaten das Erlernte weiterhilft. Und dass sie in Zukunft selbstständig für ihre Ausbildung und Sicherheit sorgen können. Für meine Kameraden und mittlerweile neugewonnenen Freunde wünsche ich mir, dass sie ihren Einsatz erfolgreich zu Ende bringen und alle wohlbehalten nach Hause zurückkehren. In Deutschland freue ich mich auf den bevorstehenden Urlaub mit meiner Freundin.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Tim S.


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