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Ich bin iM EINsatz: Wellenreiter und Wegbegleiter

In See, 19.08.2015.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In allen deutschen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Obermaat Marc G. auf der Fregatte „Schleswig Holstein“
Obermaat Marc G. auf der Fregatte „Schleswig Holstein“ (Quelle: Bundeswehr/Norman Wald)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Marc G., ich bin an Bord der Fregatte „Schleswig-Holstein“ als Fernmeldebetriebsunteroffizier eingesetzt, ich bin ein Funker. Mein Dienstgrad ist Obermaat und ich leiste gerade meinen zweiten Einsatz. Soldat bin ich seit dem 1. Juli 2013 und gehöre seit Mai 2014 der Besatzung der „Schleswig-Holstein“ an. Ich habe an der Mission zur Vernichtung syrischer Chemiewaffen im Mittelmeer (MEM OPCW) , der Übung „Cougar 14“, der nationalen Seenotrettung im Mittelmeer und jetzt an EUNAVFOR MED teilgenommen.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ich vermittele Telefongespräche, die das Schiff über Satelliten erreichen, versende Fernschreiben nach Deutschland, wie zum Beispiel die Positionsmeldungen des Schiffes sowie die Ein- und Auslaufmeldungen in einen Hafen. Kurzum: Sämtliche Kommunikation des Schiffes geht über meinen Tisch.

Obermaat Marc G. unterstützt bei der Essenausgabe
Obermaat Marc G. unterstützt bei der Essenausgabe (Quelle: Bundeswehr/Norman Wald)Größere Abbildung anzeigen

Darüber hinaus bin ich eingesetzt im Team für die Seenotrettung. Meine Aufgabe ist es, die an Bord genommenen Menschen zu betreuen: Das heißt, sie auf dem Flugdeck zu begleiten, bei den Wegen von der Registratur zum Arzt, zur Essensausgabe, zu ihrem Ruheplatz oder auch in den Sanitärbereich.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Obermaat Marc G. auf der Brücke
Obermaat Marc G. auf der Brücke (Quelle: Bundeswehr/Norman Wald)Größere Abbildung anzeigen

Als Fernmelder bekommen wir alle Informationen als erstes, oft noch bevor sie der Kommandant bekommt. Von daher ist unsere Tätigkeit hier sehr sensibel. Ein Großteil unterliegt nicht nur der Geheimhaltung, sondern es ist auch besonderes Vertrauen notwendig. Dazu zählt auch der tägliche Umgang mit der Verschlüsselungstechnologie, denn das meiste von dem, was wir als Nachricht oder Fernschreiben versenden, ist, wie wir sagen „kryptiert“, also mit Verschlüsselungstechnologie versehen.

Da der Funkraum ein sehr kleiner Bereich ist, sind wir hier wie eine kleine Familie. Man merkt sofort, wenn es einem Kameraden mal gerade nicht so gut geht, oder er sprichwörtlich mit dem „falschen Fuß“ aufgestanden ist.
Auf dem Flugdeck ist es besonders bemerkenswert, wenn wir Kinder unter den Geretteten haben. Sie sind sehr neugierig, füllen den Bereich mit Leben und halten uns ganz gerne mal auf Trab.

Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten fehlen mir meine Partnerin sowie meine Familie und Freunde.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche mir, dass die Aufnahme von Migranten aus ihren vollkommen überfüllten Booten so koordiniert und ruhig verläuft wie bisher. Nach dem Einsatz freue ich mich bereits auf einen schönen Urlaub und natürlich ganz besonders auf meine Partnerin. An sie möchte ich hier meine abschließenden Worte richten und sagen: „Maus ich liebe dich über alles. Du bist das Beste, was mir passiert ist.“


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Marc G.


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