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Einsatztagebuch MINURSO: „Abschied mit doppeltem Salto“

Laayoune, 14.05.2014.

Kapitänleutnant Günter D. ist einer von zwei deutschen Offizieren, die seit Mitte November 2013 bei MINURSO, der UN-Mission in der Westsahara eingesetzt sind. Von seinen Erlebnissen berichtet er hier regelmäßig in seinem Einsatztagebuch.

Nun, wo bald das Ende meiner Mission erreicht ist, gab es selbst in diesen letzten Tagen noch einige Überraschungen.

Der Wagen nach dem doppelten Salto

Der Wagen nach dem doppelten Salto (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Eine Patrouille musste in der letzten Woche schon recht früh los und verließ unser Camp bereits um 07.30 Uhr. Der Fahrer kam allerdings nur bis zur ersten Kurve. Dort musste er einem entgegenkommenden Truck ausweichen und fuhr zu weit über den rechten Seitenstreifen. Der Geländewagen schlitterte von der etwa einen Meter höher liegenden Straße und überschlug sich. Zwei Mal. Es gab zum Glück keine Verletzten, dafür war das Fahrzeug außer Gefecht gesetzt.

Hatte sich gut versteckt – ein Skorpion der giftigen Art

Hatte sich gut versteckt – ein Skorpion der giftigen Art (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Einen Tag später fand ich dann meinen ersten Skorpion. Es hatte sich gelohnt - ein ausgesprochen schönes Exemplar. Eigentlich war der Fund eher ein Zufall. Wir brauchten Steine zum Markieren eines Munitionsfundes und beim Abtragen einiger Steinplatten haben wir den Unterschlupf dieser recht giftigen Art entdeckt.

Der Abschied von den Kameraden

Der Abschied fiel nicht leicht

Der Abschied fiel nicht leicht (Quelle: Bundeswehr/n.n.)Größere Abbildung anzeigen

Zwei Tage später war es dann so weit: Mein letzter Tag in der Teamsite, wie unser Camp genannt wird. Ich war schon seit zwei Wochen damit beschäftigt, meine Funktionen an die Nachfolger zu übergeben. Insbesondere die Nebenfunktion als G6 mit dem ganzen Equipment - von Funkgeräten über die Computer bis zur Satellitenanlage - hatte es dabei in sich.

Die mehr als 6 Monate vergingen schnell

Die mehr als 6 Monate vergingen schnell (Quelle: Bundeswehr/n.n.)Größere Abbildung anzeigen

Dann die Abreise. Da lässt man beim Abschied von den Kameraden den Einsatz schon mehrmals gedanklich Revue passieren. Ich musste feststellen, dass die Zeit geradezu gerannt ist. Viele neue Eindrücke und wertvolle Erkenntnisse habe ich hinzugewonnen. Gerade die vielen Gespräche mit den Soldaten aus aller Welt, mit ihren verschiedenen Kulturen und Religionen, prägten diese neue Lebenserfahrung besonders.

Abschied aus dem Camp in Laayoune

Abschied aus dem Camp in Laayoune (Quelle: Bundeswehr/n.n.)Größere Abbildung anzeigen

Allem voran steht jedoch der tiefe Einblick in den Westsahara-Konflikt und die Mission MINURSO. Neue Kenntnisse beim Umgang mit Minen und Blindgängern sowie umfangreiche Fahrpraxis unter schwierigen Bedingungen in extremem Gelände runden diese Erkenntnisse ab. Ein Grund mehr, diese Art von Einsätzen den heranwachsenden Kameraden in Deutschland etwas schmackhaft zu machen.

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14.05.2014

So langsam geht es dem Ende zu. Wenn ich zurückblicke, war die Zeit gefüllt mit vielen gewonnenen Eindrücken und Erfahrungen, die man in so kurzer Zeit wohl nur in wenigen Berufen und eben bei der Bundeswehr gewinnen kann.

Nach der nächtlichen Patrouille

Nach der nächtlichen Patrouille (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Das zeigt sich besonders am Beispiel nach der letzten „Night Patrol“ in Gesprächen über die aktuelle Krise in der Ukraine mit meinem chinesischen und russischen Kameraden. Da wird so manches Mal auch heftig diskutiert und man ist da nicht immer einer Meinung. Interessant ist aber, welche Argumente und Informationen hervorgebracht werden, die für einen Außenstehenden so oft nicht zur Verfügung stehen.

Mauretanien

Mauretanien (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Am Tag zuvor waren wir noch gemeinsam auf Patrouille, direkt am Berm. Da war es interessant zu sehen, wie dieser Sandwall durch Teile Mauretaniens verläuft und selbst die Erfahrung zu machen, selbst einmal auf der anderen Seite der Grenze zu stehen.

14 Tonnen erzeugen tiefe Krater

Am nächsten Tag war eine Patrouille mit Vernichtung von Minen und Restmunition geplant.

Vernichtung von Minen und Restmunition

Vernichtung von Minen und Restmunition (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Insgesamt 14 Tonnen wurden an diesem Tag vernichtet. Beeindruckend war dabei, mit welch einfachen Mitteln die Marokkaner die Entsorgung umsetzen und welche Art von Mondlandschaften durch die Vernichtung entstehen.

Kraterlandschaften – es sieht aus, wie auf dem Mond.

Kraterlandschaften – es sieht aus, wie auf dem Mond. (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Spontanes Treffen mit dem zweiten deutschen MINURSO-Soldaten

Spontanes Treffen mit dem zweiten deutschen MINURSO-Soldaten (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Wichtige Nebenfunktionen

Heute wollte es dann der Zufall, dass ich in der Funktion des ATO (Air Terminal Officer, verantwortlich für die Sicherheit am Landeplatz während Abfertigung und bei Start und Landung des Hubschraubers) mit meinem deutschen Kameraden zusammentraf, der von seinem Camp in Bir Lahlou in Richtung Hauptquartier unterwegs war.

Wie wichtig übrigens diese Funktion als ATO ist, zeigt ein Vorfall, der noch nicht allzu lang zurück liegt. Auf einem Landeplatz im östlichen Teil des Einsatzgebietes meldete der ATO dem Piloten während des Starts erhöhte Rauchentwicklung, wobei dieser mit dem Kommentar, das sei völlig normal, erst einmal abwinkte. Als der Sicherheitsoffizier dann wiederholte, dass es sich um sehr starke Rauchentwicklung handele, brach der Pilot den Start ab. Nach erster Überprüfung stellte man dann einen Kabelbrand fest. Also nicht ganz so unwichtig, dieser Job. Bis zum nächsten Beitrag.

Bei der Abfertigung des Hubschraubers – „Bis zum nächsten Mal“

Bei der Abfertigung des Hubschraubers – „Bis zum nächsten Mal“ (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

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06.05.2014

Sandsturm über unserem Camp

Sandsturm über unserem Camp (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Heut sollte ich erfahren, wie tückisch richtige Sandstürme werden können. Am frühen Morgen herrschte noch klarer Himmel vor, einige Stunden später färbte sich unter kräftigen Windböen alles sandfarben.

Die Farbenspiele waren ja noch interessant, aber der feine Sand in Augen, Mund und Ohren wurde dann doch lästig. Besonders das mahlende Gefühl zwischen den Zähnen macht einem zu schaffen.

Um 11:00 Uhr ging es auf Patrouille. Vorher hatte ich noch einige kleine Spalten in meinem Wohncontainer abgeklebt. Im Auto war der unangenehme Level von Sandstaub trotz Filter und Umluft schnell erreicht und die Sicht auf den Straßen war teilweise stark eingeschränkt.

Nichts als Sand

Ob drinnen oder draußen: überall Sand

Ob drinnen oder draußen: überall Sand (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Wir waren froh, nur eine kurze Patrouille erwischt zu haben. Nach Rückkehr ins Camp traute ich meinen Augen nicht. Wo man auch hinsah, ob in die Büros oder in die Unterkünfte, in allen Containern befanden sich Massen von Sand. Da half auch das morgendliche Abkleben nichts.

Bevor wir anfingen, unsere Wohncontainer vom Sand zu befreien, reinigten wir die Fahrzeuge sowie das komplette IT- und Kommunikationsequipment, besonders die Drucker in den Bürocontainern hatten arg gelitten. Am Ende tobte der Sturm ganze zwei Tage lang über Smara.

Schnell kehrte die gewohnte Routine zurück und so erwartete ich einige Tage später eine ruhige Patrouille. Einzig die ungewöhnliche Personalzusammenstellung der Patrouille war besonders, da dieses Mal der hauptamtliche MTO (Military Transport Officer) und seine beiden Vertreter dabei waren. Der MTO ist nebenbei für die Einteilung und Wartung der Fahrzeuge sowie der Überwachung der Wartungsintervalle und Abrechnungen bei Betankungen verantwortlich. Fast ein Vollzeitjob.

Die weltgrößte Lagerstätte von Phosphat

Die weltgrößte Lagerstätte von Phosphat (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Eine Panne und ihre Folgen

Wir fuhren früh los, ganze 380 Kilometer und eine Übernachtung lagen vor uns. Es ging nach Boukraa, der weltgrößten Lagerstätte von Phosphat. Dort galt es den Fortschritt einiger Bauten zu überprüfen.

Mit einfachen Mitteln errichtete Bauwerke

Mit einfachen Mitteln errichtete Bauwerke (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Beeindruckend war, mit welch einfachen Mitteln diese konstruiert werden.

Nachdem wir einige weitere Stationen abgefahren hatten und uns auch einige Wüstenbewohner begegneten, erlebten wir den „worst case“ in Sachen Auto. Das zweite Fahrzeug hatte den Geist aufgegeben. Ein erster Check ergab, dass die Kraftstoffpumpe außer Gefecht ist. Hier half auch das geballte Wissen der drei MTO´s nicht weiter und wir mussten fachmännische Hilfe anfordern.

Panne im „Nirgendwo“

Panne im „Nirgendwo“ (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Nach vier Stunden konnten wir, nachdem ein UN-Mechanikerteam den Fehler vor Ort beheben konnte, unsere Fahrt fortsetzen. Allerdings ging es nun zurück ins Camp. Der Sonnuntergang hatte uns bereits eingeholt.

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21.03.2014

Der Regen verwandelte die Straßen in kleine Seen

Der Regen verwandelte die Straßen in kleine Seen (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Es ist 06:30 Uhr und meine innere Uhr treibt mich bereits zur Kaffeetränke. Vorher noch kurz Duschen, Anziehen und ab zum Essen. Auf dem Weg hol ich mir noch ein kurzes Update im „Duty Room“. Da es die ganze Nacht geregnet hat, könnte es durchaus sein, dass bestimmte Patrouillen nicht durchgeführt werden können. Das betrifft uns aber nicht. Also bereite ich mich während des Frühstücks innerlich schon mal auf meine Tour vor und bin gespannt, wie die Landschaft nach starken Regenfällen aussieht.

Fahrerisches Können ist gefragt

Fahrerisches Können ist gefragt (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Bereits nach zwei Kilometern wird das Ausmaß der Regenfälle deutlich: Große Wasserlachen links und rechts von der Hauptstraße, einige hundert Meter weiter der erste überflutete Straßenabschnitt.
Hier dachte ich bereits an den Abbruch der Patrouille, aber so früh wollte ich nun doch nicht aufgeben. Es war zwar hart am Limit, aber so ein Geländewagen ist schon ein recht robustes Arbeitstier.

Noch sind die Beine trocken

Noch sind die Beine trocken (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Abseits der Hauptstraße bot sich dann ein komplett neues Landschaftsbild. Weite Flächen waren total überflutet und nur auf den etwas höher gelegenen Tracks sieht das Areal noch befahrbar aus.

Am Übernachtungspunkt

Am Übernachtungspunkt (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

So konnten wir doch mit einigen Umfahrungen bis an den Berm heranfahren und entlang des Sandwalls die Observer Points checken. An einem Streckenpunkt musste ich doch einmal aussteigen, um nach einem anderen Weg zu schauen. Dies wurde mir dann zum Verhängnis, da der Sand an dieser Stelle so durchgeweicht war, dass ich sehr schnell fast bis zu den Knien versank. Ich war froh, dass wir es bis zum Übernachtungspunkt nicht mehr allzu weit hatten.

Eindrücke wie in keinem anderem Beruf

Die Gedanken wandern nach Hause

Die Gedanken wandern nach Hause (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Wir haben dann doch noch ein recht trockenes Plätzchen erwischt und ich konnte mich in Ruhe auf eine weitere UN-Campingnacht in der Wüste einstimmen. In diesen Momenten bin ich dann mit meinen Gedanken oft auch bei meiner Frau und meinen Kindern.

Sonnenaufgang

Sonnenaufgang (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Trotz aller Entbehrungen, die dieser Job nun mal abverlangt, sind die vielseitigen Erlebnisse, die man in einer solchen Mission als Militärbeobachter bekommt, einfach mit keinem anderen Beruf zu vergleichen. Diese Erfahrungen entschädigen für vieles.

Am nächsten Morgen konnte ich den Sonnenaufgang kaum abwarten. In der Nacht war es recht kühl geworden. Meine Kleidung war dementsprechend noch ein wenig klamm. So hatte ich nur das Bedürfnis einen heißen Kaffee zu trinken und die restlichen Einheiten zum Observieren abzufahren, um anschließend einen möglichst sicheren Weg zur Teamsite zurückzufinden.

Zwischenstopp auf der Fahrt zurück ins Camp

Zwischenstopp auf der Fahrt zurück ins Camp (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Das Regenwasser floss auch an diesem Tag sehr schlecht ab und die Straßen waren weiterhin völlig durchweicht.
Im ersten Anlaufpunkt erwartete uns dann eine Einladung zum typischen marokkanischen Tee, die wir, nach all den Strapazen natürlich nicht ausschlagen konnten.

Ohne größere Probleme erreichten wir am Ende, wenn auch etwas verspätet, unser Camp.

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25.02.2014

Als Personaloffizier verabschiede ich zwei Kameraden (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Die Hälfte meines Einsatzes hier in der Westsahara ist nun rum. Dennoch habe ich in den letzten Tagen noch zusätzliche Aufgaben übernommen. So bin ich jetzt als Personaloffizier (G1) und Kommunikationsoffizier (G6) bestellt. Als G1 bearbeite ich nun die Personalangelegenheiten der Kameraden. Von Auszeichnungen bis zur Urlaubsplanung liegt alles in meinen Händen.

Letztere ist besonders wichtig, da hierzu Anträge für die internen UN-Flüge nach Laayoune und für die Zwischenübernachtungen in Laayoune gestellt werden müssen. In diesem UN-Dschungel muss ich mich immer noch zurechtfinden.

Abschied von zwei liebgewonnen Kameraden

Übergabe der Dankesurkunden (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Mein erster offizieller Auftrag als G1 war allerdings die Einleitung einer Parade und die Übergabe von Urkunden zur Verabschiedung zweier Kameraden. Meine Stimmung sank da doch ein wenig und ich war mal wieder überrascht, wie schnell man sich an Personen gewöhnt, die nicht die gleiche Sprache sprechen, aus einer anderen Welt kommen und die man lieb gewonnen hat.

„Meine“ Satellitenanlage und ich (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

In der G6 Tätigkeit fühl ich mich dagegen wohler, da dies schon eher meiner eigentlichen Tätigkeit in der Heimat entspricht. Hier bin ich nun auch für die Verwaltung und Wartung aller Kommunikationssysteme verantwortlich. Mit den neuen Aufgaben, wird es auch in der zweiten Hälfte nicht langweilig.

Zum Abschluss gab`s ein Zertifikat (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Die Erfahrungen, die ich bis jetzt in dieser Mission hinzugewonnen habe, sind auch gut in anderen Missionen übertragbar. Die „Patrol-Leader-Qualifikation“ ist solch ein Beispiel. Ein Training, in dem neben dem Durchführen der Patrouillen auch alle Ereignisse wie ein Autounfall mit Verletztenversorgung, das Markieren von Minen, oder das Identifizieren eines Landeplatzes für Notfälle während der Patrouille durchgespielt werden. Dafür gibt es am Ende auch ein Zertifikat.

Gespräche über Fußball werden intensiver

Fußball wird ein immer wichtigeres Thema – gerade mit den südamerikanischen Kameraden (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Die Patrouillen werden zwar zur Routine, aber ich achte mittlerweile auf ganz andere Dinge. Ich genieße immer mehr die Gespräche über kulturelle, politische aber auch aktuelle Themen wie auch über die näher rückende Fußball-WM. Hier gibt besonders unser Captain Andre aus Brasilien den Ton an. Er hat natürlich seinen Freund Captain Leonardo aus Uruguay und auch Captain Douglas aus Honduras an seiner Seite.
Aber davon lass ich mich bei unserer starken Nationalelf gar nicht beeindrucken. Außerdem bekomme ich Rückendeckung von meinen Kameraden aus Ungarn und während unserer Patrouillen sogar von marokkanischen Offizieren. Die schwärmen nicht nur vom deutschen Fußball, die tragen sogar Trainingsanzüge des FC Bayern München.

Außenposten – „Made in Marokko"

Ein herkömmlicher Beobachtungspunkt der marokkanischen Armee (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Eine andere Sache, die mir auf den Patrouillen immer wieder auffällt, sind die meist gut getarnten OP`s, (kleine Observation Points) der marokkanischen Armee. Diese meist sehr tief in der Erde angelegten Behausungen haben den Vorteil, dass es sich selbst bei sehr hohen Temperaturen sehr gut darin aushalten lässt.

Geschlafen wird im Zelt (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Manchmal meinte man es auch gut mit den Soldaten und stellte einen Wohncontainer in die Wüste. Da wird sich dann auch drin aufgehalten und gegessen. Geschlafen wird aber weiter im Zelt.

Kurzbesuch des deutschen Missionsleiters

Der deutsche Missionsleiter, Herr Wolfgang Weisbrod-Weber (5.v.r.), mit meinem Team (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Zu einem spontanen Besuch kam zuletzt der Leiter der Mission, Herr Wolfgang Weisbrod-Weber in unser Camp. Eigentlich war er nur auf der Durchreise, doch der Helikopter musste auftanken. Der Missionsleiter hatte etwas Zeit mitgebracht, was mir die Gelegenheit gab, aktuelle Dinge in kurzen Worten zusammenzufassen. Und selbst für ein Gruppenbild nahm er sich noch Zeit.

Zarte Pflanzen in knochenharter Wüste (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Ein schönes Bild noch zum Schluss des heutigen Beitrags - wo sich doch auch in Deutschland, wie ich höre, der Frühling breit macht. Selbst in dieser kargen, heißen und trockenen Gegend kann man manchmal sogar Gänseblümchen finden.

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30.01.2014

Unser heutiges Transportmittel - eine MI-8 (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Heute bin ich etwas früher aufgestanden um mich für die Patrouille aus der Luft vorzubereiten. In Gedanken war ich schon die ganze Zeit im Helikopter. Bei einer Air-Patrol werden während eines bis zu dreistündigen Fluges etwa 80 unterschiedliche Punkte überflogen und fotografiert. Hört sich erst mal einfach an. Aber nur wenn die Bilder mit den vorherigen ungefähr übereinstimmen, können sie anschließend verglichen werden.

Leider fliegt nicht immer dasselbe Team auf den gleichen Routen und je nach Wind und Wetterlage ändern sich jedes Mal Anflugwinkel und Flughöhe. Das ergibt oftmals ein komplett anderes Bild. So verbringt man den Abend mit dem Vergleichen und Zuordnen der Fotos, um letztendlich einen aussagekräftigen Report zu schreiben.

Ich hatte heute Glück - eine eingespielte Crew und mein Teamkollege war ein erfahrener UN-Militärbeobachter aus Russland. Er kennt schon alle Routen. So haben wir uns nach dem Frühstück im Halbnebel auf dem Weg zum Flughafen gemacht.

Der Berm aus der Volgelperspektive (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Von dort ging es zügig in die Luft. Von oben aus der Vogelperspektive und bei erstklassigem Wetter sieht alles ganz anders aus. Besonders beeindruckend wirkt aus dieser Perspektive der Berm. Wie ein Reißverschluss verläuft dieser Sandwall über 2.000 Kilometer durch die Westsahara. Wie aufwendig die Errichtung gewesen sein muss, wird aus dieser Sicht noch deutlicher. Die Camps und auch kleinere Ortschaften sehen dagegen schon sehr winzig aus.

Nach knapp zwei Stunden Flug und einer randvoll gefüllten Speicherkarte haben wir unsere Patrouille beendet. Die Auswertung der Bilder und die Erstellung des Berichtes haben am Ende mehr Zeit in Anspruch genommen als der Flug.

Auf Patrouille am späten Abend (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Eine weitere Nachtpatrouille

So turbulent wie die Woche begann, schien sie auch zu enden. Einen Tag später wurde ich kurzfristig für einen weiteren NOP (Night Observation Point) eingeteilt. Ich sollte die Patrouille in der Nacht als „Leader“ führen. Mein Team setzt sich diesmal aus Soldaten aus Frankreich, Brasilien und aus der Mongolei zusammen.
Diesmal ging es nicht morgens los, so wie es sonst üblich ist. Ein Teammitglied hatte verschlafen, weigerte sich, mit dem zugeteilten Auto zu fahren und nahm sich ein anderes Fahrzeug. Da hat der eine oder andere schon ein Lieblingsauto. Nach einer längeren Diskussion mit dem MTO (Transport-Offizier) und mit gut eineinhalb Stunden Verspätung kamen wir dann doch noch los.

Nachdem wir alle Beobachtungspunkte angesteuert und geprüft hatten, fehlten aber genau die 90 Minuten vom Morgen bei der Suche nach einem vernünftigen Übernachtungsplatz. Dieser sollte schließlich vor Sonnenuntergang eingerichtet sein.

Captain M. aus der Mongolei (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Am Aufbau von Zelten war keiner mehr interessiert. So konnte uns unser Sturkopf nur noch mit einem guten Händchen am Grill besänftigen. Schnell kehrte die fröhliche Stimmung zurück und wir ließen den Abend entspannt ausklingen.

„Morgenstund hat Gold im Mund"- es ging auch ohne Zelt (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Das Handy ist weg - zum Glück nicht wieder meins

Am nächsten Morgen ging es nach einem spärlichen Frühstück weiter auf die nächste Runde. Nach einigen Stopps dann die nächste Panne. Unsere Frau Kapitän aus der Mongolei verlor während eines Reifenchecks auf der Tour ihr Smartphone. Für einige Leute der „worst case“. Somit fuhren wir nach dem offiziellen Part eine ganze Teilstrecke nochmals ab und suchten insgesamt zwei Stunden vergeblich nach ihrem Mobiltelefon. Ich kann mich gut in Ihre Lage versetzen. Mir ging es nicht viel anders, als mein Smartphone in der ersten Woche noch in Laayoune gestohlen wurde.

Immer schön rühig bleiben (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Abends im Lager angekommen, erwarteten uns schon die ersten Kameraden mit fragenden Gesichtern wegen der Verspätung. Für mich ist dann der Zeitpunkt gekommen, erst mal runterzufahren und ein wenig abzuschalten. Nach einem Kaltgetränk und nachdem etwas Ruhe eingekehrt ist, schreibe ich dann meist den obligatorischen Bericht. Und manchmal eben auch die Beiträge für dieses Einsatztagebuch. Bis zum nächsten Mal.

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16.01.2014

Die gesammelten Eindrücke auf sich wirken lassen

Die gesammelten Eindrücke auf sich wirken lassen (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Mein letzter Beitrag las sich vielleicht ein wenig wie ein Bericht über einen Abenteuereinsatz mit Urlaubsfeeling. Seien Sie versichert, dass dem nicht so ist.

Gerade, wenn man mal so einen typischen Tag Revue passieren lässt: Da geht es morgens vor Sonnaufgang los, um schnell vor den anderen unter der Dusche zu sein, bevor der Wasserdruck abnimmt. Weiter geht’s mit ein paar neuen Moskitostichen in Richtung Küche, um noch Baguette, Kornflakes und Milch erhaschen zu können. Besonders beim Essen geht es hier täglich um die Wurst. Oder um den Käse.

Nach dem Frühstück folgen die letzten Vorbereitungen zur Patrouille: Das Einräumen von Erste-Hilfe-Sets und Markierungs-Equipment zur Kennzeichnung von Restmunition und Minen. Es folgen Handfunkgeräte, GPS und natürlich Verpflegung und Wasser. Im Anschluss noch ein kurzes Briefing zum Ablauf durch den Patrouillenführer und dann kann´s los gehen.

Auf Patrouille im westlichen Teil der Westsahara

Auf Patrouille im westlichen Teil der Westsahara (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Eine Routinetour zieht sich in der Regel bis in den späten Nachmittag. Aufgabe der Patrouille ist es, gemäß dem Waffenstillstandsabkommen Truppenbewegungen zu beobachten. Fahrzeuge sowie Waffen und Personal beider Parteien sind zu prüfen.

Ein schönes Pausenmotiv

Ein schönes Pausenmotiv (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Im westlichen Teil der Westsahara sind das die marokkanischen Einheiten und im östlichen Teil die Einheiten der „Fronte Polisario“. Diese meist sehr versteckten Einheiten sind ohne GPS-Navigation nicht zu finden und die „Straßen“ dorthin sind meist schlecht oder gar nicht markiert. Da trifft man schon eher mal auf einige Esel, Kamele oder findet während der Pausen seltene Spinnen.

Munitionsvernichtung gehört auch zum Auftrag

Nicht ungefährlich - zurückgebliebene Restmunition

Nicht ungefährlich - zurückgebliebene Restmunition (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Neben den vorher beschriebenen Aufgaben müssen auch Funde von zurückgebliebener Restmunition und Minen in der Area protokolliert werden. Eine nicht ganz ungefährliche Sache, da besonders die Minen meist noch aktiv sind. Vor zwei Wochen erst, ist ein ziviles Fahrzeug vom Weg abgekommen und auf eine Mine gefahren. Der Jeep wurde komplett zerstört.

Abends zurückgekehrt, geht es dann an die Erstellung des Reports für das Hauptquartier. Vorher werden aber noch die Generatoren von mir gecheckt und Proben vom Frischwasser entnommen. Mit einem bisschen Glück bin ich dann pünkltich zum Abendessen um 19:30 Uhr fertig.

Die Weihnachtstage haben wir recht ruhig verbracht und mit den Gedanken war ich eher daheim. Am Heiligabend haben wir nach einer mal kurzen Patrouille, gemeinsam Volleyball gespielt und abends gab es dann auch das wohlverdiente Kaltgetränk.

Erste Patrouille mit Übernachtung

Patrouille mit Übernachtung

Patrouille mit Übernachtung (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Dann stand für mich die erste NOP-Patrouille (Night Oberservation Point), mit Übernachtung an einem Beobachtungspunkt an. Es war schon sehr umständlich, die Autos mit all den Utensilien zu bepacken, die dafür vorgesehen sind. Selbst das Schlangenpulver musste da mit.

Gemeinsam am Grill beim Übernachtungspunkt

Gemeinsam am Grill beim Übernachtungspunkt (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Was ich allerdings nicht erwartet habe, ist, dass gerade mein Kamerad aus dem Jemen da sehr sensibel ist. Er hat es geschafft, wenn zunächst auch eher zögerlich, da das Zeug bestialisch riecht, mittlerweile einen ganzen 10-Liter-Eimer zu verbrauchen. Reicht normalerweise für fünf Zeltlager. Ich habe es dann, nicht zuletzt wegen des Geruchs vorgezogen, im Auto zu schlafen.

Munitionsvernichtung statt Knallern

Letzte Vorbereitungen für die Munitionsvernichtung

Letzte Vorbereitungen für die Munitionsvernichtung (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Passend zum Feuerwerk am Silvestertag in Europa nahm ich am letzten Tag des Jahres an meiner ersten „Destruction“ (Vernichtung von Restmunition und Minen) teil. Statt Feuerwerk gab es somit verschiedene Detonationen.
Am Abend wurde dann mal richtig gefeiert. Das Einbinden der Familie über skype blieb den Kameraden verwehrt, da es um die Verbindungen derzeit sehr schlecht bestellt ist.

Detonationen statt Feuerwerk

Detonationen statt Feuerwerk (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Nächste Woche folgt dann meine erste „Air-Patrol“. Da darf ich mir das Ganze dann mal aus der Luft anschauen. Und auch darüber werde ich wieder berichten.

Neujahrsgrüße von MINURSO

Neujahrsgrüße von MINURSO (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Das Camp – mein temporäres Zuhause (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Die „Mondlandung“ ist vollbracht

Anders lässt sich die Landschaft außerhalb unseres Camps, der Teamsite Smara, einfach nicht beschreiben. Um acht Uhr in der Früh angekommen, ging es nach einer herzlichen Begrüßung gleich mit den ersten Einweisungen recht sportlich los.

Erst gegen Mittag konnte ich mir in Ruhe einen Überblick über das Camp verschaffen. 22 Jahre MINURSO sind nicht spurlos an den Containern und Zelten vorbeigegangen. Da muss man das ein oder andere Übel in der Dusche, der Toilette oder im Wohncontainer einfach hinnehmen. Dass das Betreuungszelt mit TV-Equipment seit Monaten aufgerissen ist und es, je nach Wind und Regen dort sandig und nass wird, stört mich weniger. Die Bürocontainer und die Küche sind in einem guten Zustand. Wenn man von den vielen Ameisen mal absieht.

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27.12.2013

Eine meiner Nebenfunktionen: Stromversorgungs-Offizier (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Deutsche Gründlichkeit und technisches Verständnis

Aber als bereits eingewiesener und frisch ernannter „Hygiene-Officer“ kann ich da ja schon mal selbst Hand anlegen. Darüber hinaus bin ich als Generator-Offizier auch für die Stromversorgung verantwortlich. Da hat man sich wohl gedacht: Deutsche Gründlichkeit und technisches Verständnis, das müsste doch gut zusammen passen.

Das hab ich bei der abendlichen Vorstellungsrunde, neben mir saß noch ein „Newcomer“ aus Frankreich, auch zum Ausdruck gebracht. Dieser Abend war auch eine ausgezeichnete Gelegenheit, alle UN-Kameraden mit Namen und Herkunft kennenzulernen. Dabei sind Vertreter aus allen Richtungen des Erdballs, die ich im Laufe der Beiträge in diesem Einsatztagebuch gerne alle mal vorstellen werde.

Neben etwa 20 Militärbeobachtern, den russischen Crewmitgliedern des MI-8 Hubschraubers, den Sanitätssoldaten aus Bangladesh, UN-Mechanikern, sowie Köchen und Reinigungskräften aus Westsahara, leben auf dieser Station noch circa 30 Katzen und ein Hund.

Die neuen Eindrücke musste ich erst mal verdauen. Und dann verbrachte ich meine erste unruhige Nacht in meinem neuen temporären Zuhause.

Die Reifenpanne wird mit malaysischer und chinesischer Hilfe behoben (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Die erste Patrouille – und dann das!

Am nächsten Tag ging es dann auf die erste Patrouille. Als Fahrer hatte ich die Gelegenheit, mich an die Straßen und das, was man hier so nennt, zu gewöhnen. Ein chinesischer Kamerad verriet mir im Spaß, dass dazu auch ein richtiger Reifenplatzer gehöre.

Dass dieser dann tatsächlich trotz der eher witzig gemeinten Bemerkung eintrat, hat wohl keiner von uns geahnt. Für mich war das nicht unbedingt neu, aber gleich auf der ersten Fahrt ist das schon fast ein wenig peinlich.

Weiter ging`s durch die Weiten Westsaharas (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

In den Weiten der Wüste war dann alles wieder vergessen. Was dem Auge hier an landschaftlichen Eindrücken, auf den ersten Blick öde wirkend, dennoch geboten wird, ist einfach unglaublich. Obwohl es unendlich weit wirkt, wechseln die Bilder ständig mit einem fantastischen Farbenspiel.

So kann ich die nächste Patrouille kaum erwarten. Bis bald an dieser Stelle. Allen Lesern wünsche ich einen guten Rutsch in das neue Jahr.

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06.12.2013

Entgegen den Ankündigungen im ersten Beitrag muss ich zunächst einmal enttäuschen, da es mich aufgrund eines Infektes erst mal in ein marokkanisches Hospital verschlagen hat, nachdem ich bereits eine Nacht in der „Bangladesh Medical Unit“ verbringen musste.
Als wenn das nicht reichen würde, wurde mir einige Tage zuvor auch noch mein Smartphone entwendet. Der sogenannte „worst case“. Ich war somit gut beschäftigt schnell wieder auf die Beine zu kommen und andererseits angehalten, ein neues Mobiltelefon zu beschaffen. Die verlorenen Daten mit Google und Co zu generieren und die geliebten Allrounder wie Skype, Viber und WhatsApp wieder einzurichten, war ebenso eine Herausforderung und Erfahrung für sich.

Das Hauptquartier

Das Hauptquartier (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

„Zweite Einweisung in die Mission“

Nun habe ich mich soweit erholt und bin für die vorgeschriebene Schonzeit vorerst im Stab des MINURSO Headquarters im Joint Operation Centre eingesetzt. Hier konnte ich mir in den letzten Tagen einen tiefen Einblick in die Abläufe der Mission verschaffen, da hier alle Aktivitäten wie auch die Materialversorgung und –instandsetzung geplant und gesteuert werden. Die beste Vorbereitung neben des eigentlichen „In-Processings“ für den Einsatz in der Teamsite.

An der Küste, in der Wüste

Abgerundet wurde die Woche mit einer Orientierungsfahrt durch die Wüste mit Unterstützung des GPS-Equipments. Diese Tour führte, zu meiner Überraschung, bis an die Küste.

Praktisch: Einweisung durch den österreichischen Kameraden, Major Manfred Z.

Praktisch: Einweisung durch den österreichischen Kameraden, Major Manfred Z. (Quelle: Bundeswehr/)Größere Abbildung anzeigen

Das Sahnehäubchen war dann eine intensive Einweisung in die administrativen Prozesse der Mission, wie Personalbearbeitung, Urlaub und finanzielle Abwicklung. Da wollte es doch der Zufall, dass ein österreichischer Major diese Aufgabe übernahm.

Am Atlantik

Am Atlantik (Quelle: Bundeswehr/)Größere Abbildung anzeigen

Beim Blick auf den Atlantik kam dann auch ein wenig Heimweh bei mir auf, was sonst nur am Abend, wenn Zeit ist den Tag Revue passieren zu lassen, vorkommt.
Eine der vielen Patrouillen von Laayoune ausgehend, führte sogar an der Küstenstraße entlang bis nach Dakhla, der südlichsten Stadt der Westsahara.

Auf der Straße nach Dakhla

Auf der Straße nach Dakhla (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Seit gestern bin ich nun in der Trainingszelle eingesetzt, um die Newcomer in das Trainingsprogramm einzuweisen. Schon etwas schräg, ich bin ja selber noch frisch dabei. Man könnte meinen, man wolle mich hier behalten. Nix da, in den nächsten Tagen geht es los. Also bis nächste Woche.

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27.11.2013

Die beiden ersten deutschen Soldaten bei MINURSO

Die beiden ersten deutschen Soldaten bei MINURSO (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Und wieder dieses nervöses Ziehen in der Magengegend. Eigentlich habe ich ja für diese Art von UN-Einsätzen schon ein wenig Erfahrungen gesammelt. Aber diesmal geht es in die Wüste der Westsahara. Und es ist gleichzeitig die erste Beteiligung von deutschen Soldaten. Das heißt: keine Vorinformationen von Kameraden vor Ort, eine viel kürzere Vorbereitungszeit als sonst und wesentlich mehr Gepäck.

Schon die Einsatzvorbereitung im Einsatzführungskommando in Potsdam war bereits mehr als vollgepackt. Angefangen von grundlegenden Informationen, auch zu landestypischen Gegebenheiten, bis hin zu praktischen Tipps, wie zum Finden von Skorpionen mit UV-Lampen. Es war schon ein wenig beunruhigend nicht zu wissen, was mich diesmal erwartet.

Rund eine Woche später und bepackt mit 100 Kilo Gepäck, habe ich mich dann gemeinsam mit meinem Kameraden von Berlin über Agadir nach Laayoune in der Westsahara aufgemacht.

Umfangreiche Einführungsphase durchlaufen

Am Airport erwartete uns schon ein weiblicher Captain (Hauptmann) aus Kroatien. Captain Ana aus dem Personal-Office unterstützte uns auch während des „In-Processings“, einem Durchlaufen verschiedener Stationen vor der eigentlichen Arbeitsaufnahme in der Mission. Eine Vielzahl von Briefings und Vorträgen sowie administrative Tätigkeiten (Passfotos etc.) mussten bewältigt werden. Dieses sogenannte „Introductiontraining“ war fast mit einer „Camel Trophy“ durch den UN-Dschungel zu vergleichen.

Im Laufe der Einweisungstage wurden wir von den jeweiligen UN-Mitarbeitern freundlich und interessiert in Empfang genommen. Deutschland besitzt, wie ich schon in meinen vorherigen Einsätzen bei UNMIS, damals noch im Süden des Sudans (mittlerweile ist der Südsudan ein eigenständiger Staat) und bei UNAMID in Dafur erfahren durfte, einen hohen Stellenwert in Afrika.

Neu war, von einem deutschen Leiter der Mission MINURSO empfangen zu werden. Wolfgang Weisbrod-Weber bat uns gleich „ganz inoffiziell“ zu einem kurzen Gespräch in sein Büro und stellte uns kurz die aktuelle Lage im Einsatzgebiet aus der Sicht durch die „deutscher Brille“ dar.

Blick aus dem Fenster

Blick aus dem Fenster (Quelle: Bundeswehr/Günter D.)Größere Abbildung anzeigen

Doch noch einmal kurz zurück zum ersten Tag. Da war der Schock doch ziemlich groß, als wir unser gemeinsames Zimmer im 2-Sterne-Hotel beziehen durften. Ein halber Stern wäre hier wohl angemessener gewesen. Mal sehen, was uns in der „Teamsite“, den Camps der Mission in der Westsahara, dann erwartet.

Laayoune selbst ist eine lebendige, aufstrebende Stadt mit vielen Einkaufsmöglichkeiten. Mit Lebensmitteln, Kosmetika und sonstigen Dingen für den Hausgebrauch kann man sich hier preisgünstig eindecken. Für die anstehende Verlegung ins Camp sollte alles im Gepäck sein, da die Teamsite nur mit dem Notwendigsten versorgt wird. Die Camps liegen teilweise zwei Flugstunden vom Hauptquartier entfernt, mitten in der Westsahara, entlang einer künstlich geschaffenen Grenze in Form eines 2.700 Kilometer langen, mit Sand aufgeschütteten Doppelwalls.

Wie es denn tatsächlich vor Ort aussieht, darüber werde ich in meinem nächsten Bericht schreiben.

UN-Fahrprüfung bestanden, amtlich bestätigt von Seiten des Prüfers

UN-Fahrprüfung bestanden, amtlich bestätigt von Seiten des Prüfers (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Erste Hürde genommen

Gestern haben wir erst einmal unsere UN-Fahrerlizenz erworben. Das Verfahren bestand aus einer Einweisung in das gängige Fahrzeug, einen Nissan Patrol 4x4 und aus einer Prüfungsfahrt durch die Stadt. Dies war allerdings schon ein kleines Abenteuer. Er gilt wie in vielen außereuropäischen Ländern das Prinzip: „Wer zuerst kommt, fährt auch zuerst.“

Damit ist die Einweisung auch weitgehend abgeschlossen und ich bin umso mehr gespannt, was mich nun nach Verlegen am 26. November in die „Teamsite“ so erwartet.

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Stand vom: 28.01.15 | Autor: Günter D.


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