Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelle Einsätze > Ich bin iM EINsatz: Nach 26 Jahren zurück bei der Marine

Ich bin iM EINsatz: Nach 26 Jahren zurück bei der Marine

In See, 30.05.2016.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Obermaat Christian P. ist Schiffsbetriebstechniker auf der „Bayern“
Obermaat Christian P. ist Schiffsbetriebstechniker auf der „Bayern“ (Quelle: Bundeswehr/Christin Krakow)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Christian P., ich bin 48 Jahre alt, Obermaat, verheiratet und Vater eines Sohnes. Ich fahre als Schiffsbetriebstechniker auf der Fregatte „Bayern“ zur See. Zurzeit sind wir bei „Atalanta“ am Horn von Afrika im Einsatz.

Mit der Hilfe meines ehemaligen Schiffstechnischen Offiziers, Fregattenkapitän Klaus-Peter F., habe ich erneut den Weg zur Marine gefunden. Vor gut drei Jahren hatte ich ihn zufällig wieder getroffen. Ich erzählte ihm, dass ich als Haustechniker tätig sei und dass ich meinen Entschluss, die Marine verlassen zu haben, bereuen würde. Er hat mich dann auf die Idee der Wiedereinstellung gebracht. Das ist seit wenigen Jahren auch für ältere, ehemalige Soldaten möglich. Ich wusste davon bis dahin gar nichts.

26 Jahre nach meinem ersten Dienstantritt stand ich dann wieder beim Karrierecenter und nahm am Einstellungstest teil. Nach den erfolgreichen Tests absolvierte ich 2014 wiederum die Grundausbildung und meine Lehrgänge. Ich bin froh, dass mich meine Frau bei diesem Herzenswunsch unterstützt hat und ich wieder zur See fahren kann. Schließlich hatte ich sie erst nach meiner Zeit bei meiner Marine kennengelernt.

Der jetzige Einsatz ist bereits mein zweiter Einsatz mit der „Bayern“. Letztes Jahr waren wir ja ebenfalls vor Somalia unterwegs. Mit dem Zerstörer „Hamburg“ habe ich, während meiner ersten Dienstzeit mehrmals am Flugkörperschießen in der Karibik teilgenommen.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Die Frischwassererzeuger der Fregatte gehören zu seinem Aufgabengebiet
Die Frischwassererzeuger der Fregatte gehören zu seinem Aufgabengebiet (Quelle: Bundeswehr/Christin Krakow)Größere Abbildung anzeigen

Meine Tätigkeit als Schiffsbetriebstechniker an Bord ist vergleichbar mit der eines Hausmeisters. Ich bin mitverantwortlich für die Wartung und Reparatur von allen möglichen Geräten, der Klimaanlagen und der Wasserversorgung. Ich bin stolz, wenn alle Anlagen an Bord laufen. Dann habe ich das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Es stört mich persönlich, wenn es Engpässe bei bestimmten Ersatzteilen gibt und ich deshalb meine Arbeit nicht zu Ende bringen kann.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Christian P. überprüft einen Feuerlöschspind, damit im Ernstfall alles an seinem Platz ist
Christian P. überprüft einen Feuerlöschspind, damit im Ernstfall alles an seinem Platz ist (Quelle: Bundeswehr/Christin Krakow)Größere Abbildung anzeigen

Als Schiffsbetriebstechniker habe ich die Zutrittsberechtigung für sämtliche Räume an Bord. Das ist nur unserem Hauptabschnitt vorbehalten. Außerdem habe ich bei meiner Arbeit Kontakt zu vielen Besatzungsmitgliedern. Wenn etwas zu reparieren ist, dann ist es die Aufgabe von mir und meinen Kameraden. Da kann auch schon mal in der Kammer des Kommandanten etwas zu reparieren sein. Oder in der Unterkunft eines Matrosen. Da werden keine Unterschiede gemacht.

Der 48-jährige Obermaat freut sich, wieder ein Teil des Teams zu sein
Der 48-jährige Obermaat freut sich, wieder ein Teil des Teams zu sein (Quelle: Bundeswehr/Christin Krakow)Größere Abbildung anzeigen

Als ältestes Besatzungsmitglied liegt meine persönliche Motivation auch darin, immer auf dem Level der jüngeren Kameraden zu sein. Sie holen sich oft Ratschläge bei mir. Das motiviert und freut mich sehr. Sie suchen auch in privaten Dingen meinen Rat, wobei ich ihnen gern, auch aufgrund meiner eigenen Erfahrungen und Erlebnisse, zur Seite stehe.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ich vermisse am meisten meine Familie und meine Freunde. Nach dem Einsatz planen wir einen gemeinsamen Urlaub in unserem Lieblingsurlaubsziel Dänemark. Ich freue mich auch schon wieder auf die Treffen mit meiner „Altgesellschaft“. Wir engagieren uns für die Gemeinschaft in unserem Ort.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Neben den Grüßen an meine Familie und an meine Freunde, geht ein besonderer Gruß an Fregattenkapitän Klaus-Peter F.. Wir sind vier Jahre lang zusammen auf dem Zerstörer „Hamburg“ zur See gefahren.

Ein besonderer Wunsch betrifft die Zeit nach dem Einsatz. Ich bin zurzeit Soldat auf Zeit für acht Jahre. Ich würde meine Dienstzeit gern auf fünfzehn Jahre erhöhen, dann könnte ich anschließend direkt in Rente gehen.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 12.12.17


http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/poc/einsatzbw?uri=ci%3Abw.bwde_einsatzbw.aktuelle_einsaetze&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB174000000001%7CAAF8CB755DIBR