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Ich bin iM EINsatz: „Nur Bares ist Wahres“

Erbil, 02.05.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Oberleutnant Marco J. an seinem Arbeitsplatz im Stab des KTCC
Oberleutnant Marco J. an seinem Arbeitsplatz im Stab des KTCC (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Oberleutnant Marco J. und derzeit Angehöriger des Dezernats Führungsunterstützung im Logistikkommando der Bundeswehr in Erfurt. Ich bin seit 1998 Soldat, war zuerst in der Feldwebellaufbahn und bin seit Oktober 2010 in der Laufbahn der Offiziere des Militärfachlichen Dienstes.
In meiner beruflichen Vergangenheit musste ich mich schon des Öfteren auf neue Aufgaben und Themengebiete einstellen. Das half mir, mich auf meine neueste Herausforderung – als J8-Offizier im Multinationalen Stab des Kurdistan Training Coordination Center (KTCC) in Erbil – einzulassen und zurechtzufinden. Meine Aufgabe ist es, dem Kommandeur des Training Center in finanziellen Fragen zur Seite zu stehen und hier insbesondere das multinationale Budget zu verwalten, um die Arbeitsfähigkeit des Stabes zu gewährleisten.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Marco J. im Gespräch mit seinem Sprachmittler bei der Durchsicht von Dokumenten
Marco J. im Gespräch mit seinem Sprachmittler bei der Durchsicht von Dokumenten (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Mit dem Haushaltsjahr 2017 wurde von allen am KTCC im Nordirak beteiligten Nationen ein Budgetplan erlassen, der die Arbeitsfähigkeit des multinationalen Stabes sicherstellen soll. Die Verwaltung und Kontrolle dieses Budget ist einer der Schwerpunkte des J8-Offiziers.

Im Einzelnen bedeutet dies, dass ich sogenannte „Requests“ (Anforderungen) von der Versorgungsabteilung des Stabes KTCC auf ihre finanzielle Machbarkeit prüfe und anschließend dem Beschaffer der Einsatzwehrverwaltung mit dem Kauf vor Ort beauftrage. Natürlich spielt es hier eine große Rolle, dass ich eine gewisse Weitsicht in der Finanzplanung an den Tag lege, denn leider ist das Budget endlich und muss in seiner Gesamtsumme für ein ganzes Jahr reichen.
Auch das Vertragswesen ist ein Bestandteil des J8-Aufgabenbereichs. Hier muss ich beispielsweise neue Wartungsverträge schließen und bestehende bezahlen. Natürlich immer unter dem Gesichtspunkt „Das Beste zum günstigsten Preis“.

Es geht immer um viel Geld, insbesondere für die Bezahlung der Sprachmittler, die für das KTCC und die beteiligten Nationen arbeiten
Es geht immer um viel Geld, insbesondere für die Bezahlung der Sprachmittler, die für das KTCC und die beteiligten Nationen arbeiten (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Neben der Verwaltung des Budgets ist die Hilfe und Überwachung der Bezahlung der Dolmetscher des Ministry of Peshmerga ein weiterer großer Schwerpunkt im J8-Geschäft.

Im Juni 2016 wurde von den Nationen beschlossen, die Bezahlung der durch das Ministerium der Peschmerga angestellten Dolmetscher durch einen finanziellen Beitrag zu unterstützen. Für mich bedeutet dies, den monatlichen Beitrag einer jeden Nation einzusammeln und anschließend den vereinbarten Gesamtunterstützungsbeitrag an das Ministerium zu übergeben.

Anschließend erfolgt dann der „Zahltag“ für die Dolmetscher. Dies ist immer ein besonderer Moment, weil wir hier dann in die lachenden und glücklichen Gesichter der heimischen Dolmetscher blicken können und merken, dass wir unsere Arbeit richtig gemacht haben.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Oberleutnant Marco J. mit seinem Pendant im Ministry of Peschmerga beim Geld zählen
Oberleutnant Marco J. mit seinem Pendant im Ministry of Peschmerga beim Geld zählen (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Insbesondere die Zusammenarbeit in einem multinationalen Stab ist etwas sehr Besonderes und macht mir sehr viel Spaß. Hier treffe ich auf die täglichen kleinen Herausforderungen, die die Arbeit mit verschiedenen Nationen mit sich bringt und die einiges an unmittelbarer (englischer) Kommunikation erfordert.

Natürlich ist neben dem ganzen Ernst auch mal Zeit für ein wenig „Smalltalk“, bei dem wir „ganz nebenbei“ unsere jeweiligen Sprachkenntnisse aufbessern können. Insgesamt betrachtet ist die Aufgabe des J8-Offiziers eine schöne und herausfordernde Tätigkeit, die ich gerne mache und anderen sehr empfehlen kann.

Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten vermisse ich hier die Ruhe und das „Einfach-mal-Abschalten“; die Seele baumeln zu lassen. Natürlich vermisse ich auch meine Familie, Freunde und Kameraden. Besonders schön ist es daher, wenn ein „Care-Paket“ ankommt. Dann fühlt man sich seinen Liebsten ganz nah. Ein Gruß aus der Heimat ist durch nichts zu ersetzen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Zuerst wünsche ich mir, dass ich den Einsatz hier heil überstehe und am Ende sagen kann, ich konnte was verändern. Für die Zukunft wünsche ich mir zudem, dass ich die mir gesteckten Ziele erreiche.

Besonders grüßen möchte ich auf diesem Wege meinen Zwillingsbruder Timo und seine Familie sowie meine Freunde und Kameraden des Logistikkommandos in Erfurt. Danke für eure Unterstützung! Wir sehen uns im Juli wieder.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Marco J.


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