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EUTM Somalia: Ausbildungserfolge werden sichtbar

Mogadischu, 26.03.2015.

Der Deutsche Bundestag hat das Mandat für den Einsatz deutscher Soldaten bei der EU-Ausbildungsmission in Somalia verlängert. Seit rund einem Jahr bilden deutsche Soldaten zusammen mit internationalen Partnern somalische Soldaten in Mogadischu aus, nachdem die Ausbildung vorher in Uganda stattfand. Die Ausbildung ist ein Baustein des Mandats der Europäischen Mission in dem Land am Horn von Afrika. Die Rahmenbedingungen und die Sicherheitslage vor Ort stellen die deutschen Soldaten dabei vor besondere Herausforderungen, wenn sie an die Ausbildungserfolge der vergangenen Jahre anknüpfen wollen.

Theorie für die Zugführer im Aufbaulehrgang

Theorie für die Zugführer im Aufbaulehrgang (Quelle: Bundeswehr/Deutsche Anteile EUTM Somalia)Größere Abbildung anzeigen

Während draußen bei 40 Grad die Soldaten des Feldwebel-Kurses ihre Patrouillenausbildung unter den Augen der vier internationalen Ausbilder beginnen, herrscht im Unterrichtsraum des Zugführer-Kurses Betriebsamkeit. Heute steht die Planung eines Handstreichs inklusive Befehlsausgabe am Geländesandkasten auf dem Programm. Mit einem Handstreich soll ein Gegner militärisch getroffen werden, ohne dass er eine Verteidigungsmöglichkeit besitzt. Die 59 somalischen Soldaten wurden dazu in zwei Züge eingeteilt und erarbeiten selbstständig den Einsatzbefehl für ihren Zug. Parallel dazu laufen im Jazeera Training Camp (JTC), dem Ausbildungsgelände der EU-Ausbildungsmission am Stadtrand von Mogadischu, ein Kurs über militärisches Nachrichtenwesen und ein Kurs für Stabsdienstsoldaten.

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Unterschiedliche Verfahren und Sichtweisen

Strategischer Berater im somalischen Generalstab

Strategischer Berater im somalischen Generalstab (Quelle: Bundeswehr/Deutsche Anteile EUTM Somalia)Größere Abbildung anzeigen

Die multinationale Ausrichtung der Mission spiegelt sich in den verschiedenen Ausbilderteams wider, wo auch drei deutsche Gebirgsjäger ihren Dienst leisten. Die Zusammenarbeit mit den Ausbildern zehn weiterer EU-Nationen verläuft meist reibungslos. Wie ihre Kameraden im Stab der EU-Mission begegnen sie den Herausforderungen aus dem täglichen Miteinander der Soldaten aus elf EU-Ländern und ihren somalischen Partnern mit professioneller Gelassenheit. Sie alle haben unterschiedliche Verfahren und Sichtweisen, ziehen aber am selben Strang, um die Soldaten der Somali National Army voranzubringen. Nach rund einem Jahr in Mogadischu und den vorherigen drei Jahren in Bihanga (Uganda), ist die Zusammenarbeit innerhalb der Mission kein Neuland mehr: Die Soldaten sind aufeinander eingespielt.

Die größte Herausforderung bleibt die Zusammenarbeit mit den somalischen Streitkräften auf unterschiedlichen Ebenen. Das betrifft die strategischen Berater im somalischen Verteidigungsministerium und im somalischen Generalstab genauso wie die Ausbilder im JTC. Fehlendes Material, eine nur rudimentäre Infrastruktur im JTC und die Sicherheitslage schränken Ausbildung und Beratung stark ein. Die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Ausbildung bedarf noch großer Anstrengungen.

Als die Mission Anfang 2014 von Uganda nach Mogadischu umzog, war man sich der Herausforderungen bewusst. Der Umzug war notwendig, um die strategische Beratung des somalischen Verteidigungsministeriums und des Generalstabs vor Ort in Somalia angehen zu können. Er war auch Ausdruck der zwar verbesserten, dennoch bis heute fragilen Sicherheitslage in Somalia. Aus Sicht der Ausbilder bedeutete er: Sie haben nicht mehr so viel Tageszeit zur Ausbildung der somalischen Soldaten zur Verfügung, weil sie täglich mit geschützten Fahrzeugen ins Trainingscamp fahren müssen. Außerdem sind Infrastruktur und Rahmenbedingungen in Somalia schwieriger. Sie sind jedoch zuversichtlich, an die Ausbildungserfolge aus den vergangenen Jahren anknüpfen zu können.

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Ausbildungserfolge werden sichtbar

Der Aufbaulehrgang mit seinen Trainern

Der Aufbaulehrgang mit seinen Trainern (Quelle: Bundeswehr/Deutsche Anteile EUTM Somalia )Größere Abbildung anzeigen

Diese Erfolge werden gerade sichtbar, wenn man den unterschiedlichen Ausbildungsstand der somalischen Soldaten betrachtet. Die Teilnehmer des Zugführer-Kurses wurden bereits ein Jahr lang in Uganda ausgebildet und nehmen nun an der darauf aufbauenden Folgeausbildung teil. Es erleichtert das Vermitteln von neuen Kenntnissen und Fertigkeiten, wenn sie schon grundlegende Fähigkeiten haben, beispielsweise die Aufgaben eines Einzelschützen beherrschen, grundlegendes taktisches Verständnis und solide Englischkenntnisse besitzen.

Die Ausbilder müssen sich dennoch täglich mit Analphabetismus und Spannungen zwischen Angehörigen verschiedener Clans auseinandersetzen. Hier sind Fingerspitzengefühl sowie soziale und interkulturelle Kompetenz der europäischen Soldaten gefordert. Für sie steht letztlich das Erreichen der Ausbildungsziele trotz aller Einschränkungen immer im Mittelpunkt.

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Große Akzeptanz der europäischen Ausbilder

Lehrgangsteilnehmer des Feldwebelkurses bei ihrer Ausbildung im Jazeera Training Camp.

Lehrgangsteilnehmer des Feldwebelkurses bei ihrer Ausbildung im Jazeera Training Camp. (Quelle: Bundeswehr/Deutsche Anteile EUTM Somalia )Größere Abbildung anzeigen

Den Erfolg der Ausbildung an der Realität zu überprüfen, fällt allerdings nicht immer leicht. Zum einen werden die somalischen Soldaten erst nach Ende ihres Ausbildungszyklus‘ in die somalischen Streitkräfte integriert, zum anderen findet wegen der Regelungen des Mandats keine Begleitung durch europäische Ausbilder in Einsätze der somalischen Armee statt. Am Ende sind es die Bereitschaft und der sichtbare Wille der somalischen Soldaten, Wissen und Erfahrung der europäischen Ausbilder anzunehmen, die den Ausbildern im täglichen Dienst Ansporn sind und ihnen die Erfolge und die Sinnhaftigkeit der Beratung und des Trainings vor Augen führen.

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Verfahrensweisen und Abläufe verbessern

Patrouille des Feldwebelkurses während eines simulierten Hinterhaltes

Patrouille des Feldwebelkurses während eines simulierten Hinterhaltes (Quelle: Bundeswehr/Deutsche Anteile EUTM Somalia )

Zurück im JTC: Die Patrouille des Feldwebel-Kurses ist in einen Hinterhalt geraten, löst sich unter gegenseitiger Sicherung vom Feind und weicht in die nächste Deckung aus. Die Ausbilder sind zufrieden. „Wichtig ist, dass sich die somalischen Soldaten im Rahmen ihrer eigenen Verfahrensweisen und Abläufe verbessern, auch wenn diese auf den ersten Blick nicht mit der deutschen oder europäischen Vorgehensweise übereinstimmen“, sagt Oberfeldwebel M., deutscher Ausbilder im Feldwebel-Kurs.

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Einheitliches Vorgehen der Ausbilder

Der Ausbilder geht individuell auf die Belange der Lehrgangsteilnehmer ein.

Der Ausbilder geht individuell auf die Belange der Lehrgangsteilnehmer ein. (Quelle: Bundeswehr/Deutsche Anteile EUTM Somalia )Größere Abbildung anzeigen

Eine gemeinsame Sprache und einheitliches Vorgehen sind notwendig. Die Ausbilder unterschiedlicher Nationen greifen dabei auf Bewährtes zurück: „Es existiert in der somalischen Armee keine einheitliche Ausbildungsdoktrin, an der wir uns orientieren könnten. Die Erfahrung zeigt, dass sowohl in der Vergangenheit als auch bei den anderen internationalen Ausbildungsmissionen hier in Somalia meist mit amerikanischen Handbüchern gearbeitet wird“, ergänzt Hauptmann G., deutscher Ausbilder des Zugführer-Kurses. Auch er ist zufrieden mit der Befehlsausgabe am Geländesandkasten: „Ordnung und Disziplin während der Befehlsausgabe sind die größten Kritikpunkte, aber wir machen Fortschritte!“

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Mandatsverlängerung

Nachdem die EU-Außenminister am 16. März die Verlängerung der Mission bis zum 31. Dezember 2016 beschlossen haben, hat der Deutsche Bundestag am 26. März 2015 das Mandat für den Einsatz bis zum 31. März 2016 erteilt.

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Stand vom: 26.03.15 | Autor: Autorenteam Deutsche Anteile EUTM Somalia


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