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Ich bin iM EINsatz: „Ich wünsche mir, dass ich wieder nach Djibouti kann.“

Djibouti, 04.08.2015.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Oberfeldwebel Michael T. ist als IT-Feldwebel in Djibouti im Einsatz
Oberfeldwebel Michael T. ist als IT-Feldwebel in Djibouti im Einsatz (Quelle: Bundeswehr/Jenny Bartsch)Größere Abbildung anzeigen

Mein Name ist Michael T., ich bin seit 2009 bei der Bundeswehr und dies ist mein erster Einsatz im Ausland. In Deutschland bin ich im Kommando Strategische Aufklärung tätig. Dort arbeite ich als IT-Feldwebel hauptsächlich in der Programmierung und habe es damit geschafft, mein Hobby zum Beruf zu machen.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Als „Dienstleister“ für die Soldaten kümmert er sich um sämtliche IT-Systeme
Als „Dienstleister“ für die Soldaten kümmert er sich um sämtliche IT-Systeme (Quelle: Bundeswehr/Jenny Bartsch)Größere Abbildung anzeigen

Im IT-Bereich in Djibouti sind wir zu dritt. Ich bin in unserem Team für sämtliche IT-Systeme zuständig. Sobald etwas nicht läuft, kümmern wir uns darum, das Problem schnellstmöglich zu beheben. Vom defekten Monitor über kurzfristige Stromausfälle bis hin zu Netzschwankungen sind wir die Ansprechpartner. Oft sind es auch Probleme, die über das IT-Umfeld hinausgehen

Es macht mir Freude, Dienstleister für die anderen Soldaten im Einsatz zu sein. Oft kann man auch schon mit Kleinigkeiten helfen. Ein wesentlicher Unterschied zur Arbeit im Inland ist, dass man hier für alle Systeme und ihre Störungen verantwortlich ist. Darin besteht auch die besondere Herausforderung.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Bei der Reparatur eines Laptops
Bei der Reparatur eines Laptops (Quelle: Bundeswehr/Jenny Bartsch)Größere Abbildung anzeigen

Im Inland wird bei Störungen die BWI GmbH, ein IT-Dienstleister der Bundeswehr, angerufen. Der „User Help Desk“ kümmert sich dann um die Problemlösung. Anders ist es im Ausland, hier gibt es keinen „User Help Desk“. Hier stehen wir in der Verantwortung, die Systeme am Laufen zu halten. In den Einsätzen wird einem daher alles abverlangt, was man teils vor Jahren gelernt hat. Vieles hat man zwar nicht vergessen, muss sich aber in einigen Bereichen erstmal einlesen, um das Gelernte wieder abzurufen.

Ein Höhepunkt in meinem Einsatzzeitraum war die IT-Sicherheitsinspektion. Kurz nachdem ich hier angekommen bin, kam ein Inspektionsteam aus Deutschland. Die Systeme hatte ich zwar schon alle übernommen, aber für jemanden, der noch nie hier war, war es in der kurzen Zeit kaum möglich, alle Systeme und ihre Eigenheiten zu überblicken. Stolz gemacht hat mich, dass ich es trotz der sehr knappen Übergabezeit geschafft habe, die Inspektion reibungslos über die Bühne zu bringen. Alle aufgezeigten Mängel haben wir anschließend in kurzer Zeit behoben. Ich wurde sprichwörtlich ins kalte Wasser geworfen und konnte so alle Systeme intensiv kennenlernen. An dieser Erfahrung bin ich sehr gewachsen.

Das vermisse ich hier am meisten.

Hier in Djibouti geht die Sonne sehr schnell unter, meist ist es schon gegen 19 Uhr komplett dunkel. In Deutschland sitze ich am Wochenende immer gerne mit Freunden bis spät abends draußen – und es ist immer noch hell. Außerdem fehlt mir „deutsches“ Fastfood: Döner oder Burger.

Was mir ebenfalls sehr fehlt, ist klare, frische Luft. Selbst nachts ist es hier noch sehr warm und teilweise sehr schwül und drückend. Ich mag den Sommer, aber es fällt mir schwer, mich an die hohe Luftfeuchtigkeit zu gewöhnen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Wartungsarbeiten am Server gehören ebenfalls dazu
Wartungsarbeiten am Server gehören ebenfalls dazu (Quelle: Bundeswehr/Jenny Bartsch)Größere Abbildung anzeigen

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass ich irgendwann noch einmal nach Djibouti auf diesen Dienstposten kommen kann – auch um zu sehen, was sich in der Zeit verändert hat und welche Projekte, die ich betreut oder ins Leben gerufen habe, immer noch bestehen. Nach drei Monaten im Einsatz kenne ich die Systeme gut und fühle mich bestens vorbereitet, falls ich noch einmal her komme.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Michael T.


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