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Ich bin iM EINsatz: Der Informationsnetzwerker

Erbil, 10.04.2017.


Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Oberstleutnant Markus F. ist als J9-Stabsoffizier im Irak für die zivil-militärische Zusammenarbeit zuständig
Oberstleutnant Markus F. ist als J9-Stabsoffizier im Irak für die zivil-militärische Zusammenarbeit zuständig (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Ich bin Oberstleutnant Markus F., verheiratet und Vater von drei Kindern. Seit 1991 bin ich Soldat. Nach vielen Verwendungen in der Feldjägertruppe und meinem ersten Auslandseinsatz 2003 als Kompaniechef der Feldjägerkompanie Kabul Multinational Brigade bin ich seit 2008 im Zentrum Zivil-Militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr in Nienburg tätig. Seitdem war ich drei Mal in Kunduz (Afghanistan) als Civil-Military Cooperation (CIMIC) Zug-/Truppführer und J9-Stabsoffizier im Einsatz.

Aus den Kontakten zu lokalen Ansprechpartnern – wie hier mit dem Leiter des Postamts von Erbil – entsteht ein „ziviles Lagebild“
Aus den Kontakten zu lokalen Ansprechpartnern – wie hier mit dem Leiter des Postamts von Erbil – entsteht ein „ziviles Lagebild“ (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Meinen letzten Einsatz hatte ich während der Ebola-Epidemie in Westafrika Ende 2014. Dabei war ich im deutschen Verbindungselement im Hauptquartier UNMEER in Accra (Ghana) eingesetzt. Meine Aufgabe dort bestand darin, ein ziviles Lagebild zu erstellen und den Botschafter hinsichtlich der Wechselwirkungen zwischen militärischen Operationen und zivilen Gegebenheiten zu beraten. Außerdem unterstützte ich bei der Flugplanung, der Ladungszusammenstellung und beim Umschlag von Gütern mit unseren beiden deutschen Transall C-160.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Herz und eine Seele: Das deutsche CIMIC-Team in Erbil
Ein Herz und eine Seele: Das deutsche CIMIC-Team in Erbil (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Als J9-Stabsoffizier bin ich hier im Irak der erste Berater des Kommandeurs des Kurdistan Training Coordination Center zu allen Fragen der zivil-militärischen Zusammenarbeit. Gemeinsam mit meinem CIMIC-Feldwebel unterhalte ich dazu ein Informationsnetzwerk zum zivilen Umfeld in Erbil und Umgebung.

Brigadestabsausbildung: CIMIC ist auch Teil der Ausbildung der nordirakischen Sicherheitskräfte
Brigadestabsausbildung: CIMIC ist auch Teil der Ausbildung der nordirakischen Sicherheitskräfte (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Bei der Ausbildungsunterstützung der kurdischen Sicherheitskräfte haben wir bereits die aktuelle Brigadestabsausbildung über den Aufgabenbereich von CIMIC unterrichtet. Zusätzlich sind wir auch für Aufträge im Bereich der Projektarbeit verantwortlich.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Die kurdischen Auszubildenden sind auch Teil des Informationsnetzwerks von Oberstleutnant F.
Die kurdischen Auszubildenden sind auch Teil des Informationsnetzwerks von Oberstleutnant F. (Quelle: Bundeswehr/Willi Blank)Größere Abbildung anzeigen

Ich habe den Eindruck, mit meinem Einsatz einen kleinen Beitrag zur Bekämpfung des sogenannten „Islamischen Staates“ im Nordirak zu leisten. Gleichzeitig stelle ich aber auch fest, dass beim internationalen Engagement noch längst nicht alles rund läuft.
Hier sehe ich für mich die Chance, als verbindendes Element Informationen zu verknüpfen beziehungsweise weiterzuleiten. So trage ich dazu bei, die beteiligten Akteure noch besser zu vernetzen. Alles mit dem Ziel, die internationale Hilfe noch effektiver und effizienter in die Unterstützung der kurdischen Sicherheitskräfte einzubringen. Natürlich sind die direkte persönliche Verbindung sowie der Austausch mit den Ausbildungsteilnehmern der Kurdistan Security Forces (KSF) und den Mitarbeitern der zahlreichen zivilen Organisationen und Einrichtungen jeden Tag aufs Neue eine spannende Herausforderung.

Das vermisse ich hier am meisten.

Meine Familie fährt in den Osterferien in den Urlaub. Da wäre ich natürlich gerne dabei. Das Heimweh hält sich aber noch in Grenzen, denn ich habe sehr viel zu tun und die Zeit vergeht schnell.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Meinen Kameraden am Zentrum Zivil-Militärische Zusammenarbeit in Nienburg wünsche ich eine gute Vorbereitung der multinationalen Übung „Joint Cooperation 2017“, in die ich im Herbst sicherlich eingebunden sein werde. „ZMZ – Dabei!“
Ich wünsche mir persönlich weiterhin einen interessanten und bereichernden Einsatz. Neben den Herausforderungen des täglichen Dienstbetriebs hoffe ich auf ein Quäntchen Spaß im Kameradenkreis. Wichtig ist mir zu guter Letzt eine gesunde Rückkehr aller Kameraden.
Bis dahin drücke ich meinem SV Werder Bremen die Daumen, auf das er möglichst schnell die Abstiegsregionen verlässt.


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Stand vom: 12.12.17 | Autor: Markus F.


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